Startseite - Landkreis Teltow-Fläming

KontaktImpressumGästebuchSitemap - Übersicht alle Seiten
7. Brandenburger Dorf- und Erntefest am 11. September 2010 - für mehr Informationen klicken Sie hier!


TF aktuell
Wirtschaft
Bürgerservice
Politik
Freizeit
Landkreis
Anreise
Auszeichnungen
Denkmalpflegepreis
Der Landrat
Ehrenamt
Geschichte
Gesellschaften
Hoheitszeichen
Kreiskarte
Kreisverwaltung
Netzwerk für Demokratie
Partnerschaften
Presseservice
Sehenswertes
Städte u. Gemeinden
TF gegen Gewalt
TF-Preis
Zahlen u. Fakten

nav1

wersja polska
Erfolgsgeschichte TF
Aktuell: Neue Grippe
.. Landkreis / Geschichte
zurück

Geschichte
Aus der Geschichte des Landkreises Teltow-Fläming

(von Silvio Fischer, Leiter des "Museums des Teltow" in Wünsdorf)

Mit der brandenburgischen Kommunalreform wurde per 5. Dezember 1993 der neue Landkreis Teltow-Fläming gebildet. Er liegt mit einer Fläche von 2090,58 Quadratkilometern und 150.000 Einwohnern (1995) im Mittelfeld aller achtzehn brandenburgischen Stadt- und Landkreise.
Bei der Benennung lehnte man sich an vorhandene Landschaftsbezeichnungen an: Das eiszeitlich entstandene Teltowplateau im Norden und der (Niedere) Fläming im Süden.
Bezogen auf die bis 1952 gültige Kreisstruktur handelt es sich um den mittleren bis westlichen Teil des früheren Kreises Teltow und, fast deckungsgleich, den Kreis Jüterbog-Luckenwalde. Bildete sich im seit Jahrhunderten zu Brandenburg zählenden früheren Kreis Teltow (Der seit dem Mittelalter als Landschaft verstandene Teltow ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt!) seit dem 17. Jahrhundert eine entsprechende Verwaltungsstruktur heraus, so entstand Jüterbog-Luckenwalde erst mit der Neuordnung der preußischen Provinzen nach dem Wiener Kongreß von 1815.
Der Landkreis Teltow-Fläming kann auf eine vielschichtige und interessante Vergangenheit verweisen, die noch heute das Bild vieler unserer Städte und Dörfer prägt.
Chronologie (Auswahl):

Im Zuge der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung werden in dem seit der Völkerwanderungszeit von Slawen bewohnten Territorium Siedler aus Gebieten westlich von Elbe und Saale seßhaft, darunter wohl auch Flamen (Fläming!). Unser Territorium liegt dabei im Spannungsfeld der Interessen der askanischen Markgrafen von Brandenburg, der wettinischen Markgrafen von Meißen und der Erzbischöfe von Magdeburg sowie einiger kleinerer Territorialherren. Die Askanier erlangen und sichern die Herrschaft auf dem Teltow, das Gebiet um Jüterbog und Luckenwalde ist zunächst in magdeburgischem Besitz, und die Herrschaft Zossen zählt als böhmisches Lehen im Mittelalter zur Lausitz.
1007: Jüterbog wird erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort erhält 1174 Magdeburger Stadtrecht. Viele bedeutende Bauwerke der Stadt zeugen noch heute von der Bedeutung, die Jüterbog besonders im 12. bis 16. Jahrhundert zukam.
1170/71: Erzbischof Wichmann stiftet das Zisterzienserkloster Zinna, das unter magdeburgischer Lehnshoheit ein eigenes Herrschaftsgebiet aufbaut. Dazu zählt auch die im Jahre 1285 erworbene Burg Luckenwalde (Ersterwähnung 1216). Der Besitz des Klosters wird im 16. Jahrhundert säkularisiert.
Um 1185: Das Land Dahme gelangt in den Besitz des Erzbistums Magdeburg.
Seit Anfang des 13. Jahrhunderts fassen die Askanier, ausgehend von ihren Besitzungen im Havelland und der Zauche, auf dem Teltow Fuß. 1232 wird der Teltow als territoriale Einheit erstmals urkundlich erwähnt.
1320: Ersterwähnung Zossens. Die Herren von Torgow erscheinen seit dem 14. Jahrhundert als "herren zu der Zcossen”, der Burg und 26 umliegender Dörfer.
Baruth, bis dahin magdeburgisch, kommt 1326 in kursächsischen Besitz.
1490: Nach dem Aussterben der Torgows (1478) kauft der brandenburgische Kurfürst Johann (Cicero) die Herrschaft Zossen für 16.000 Gulden, die damit zu einem kurfürstlichen Amt wird.
1517: Johannes Tetzel verkauft in Jüterbog Ablassbriefe.
1519: Thomas Müntzer predigt in Jüterbog
1546: Verleihung weitreichender Privilegien und Gerechtigkeiten an die Stadt Zossen durch Kurfürst Joachim II.
1596: Graf Otto zu Solms-Sonnewalde kauft die Herrschaft Baruth.
1618-1648: Dreißigjähriger Krieg. Wie andere Teile Deutschlands auch wird unser Gebiet schwer verwüstet, die Bevölkerung dezimiert. Mehrfach wird die Region von Kämpfen und durchziehenden Truppen heimgesucht. 1641 wird die strategisch wichtige Zossener Burg von den Schweden erobert und zerstört.
1635: Die erzstiftischen Ämter Jüterbog und Dahme gelangen durch den Prager Frieden in kursächsischen Besitz (ab 1657 bei der Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels bzw. seit 1663 beim Fürstentum Querfurt).
1680: Nach den Bestimmungen des Westfälischen Friedens fallen Luckenwalde und das seit 1553 bestehende Amt Zinna mit dem Herzogtum Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg.
1756: Mit dem Einmarsch der Truppen des Preußenkönigs Friedrich II. in das damals sächsische Jüterbog beginnt der Siebenjährige Krieg.
1773: Durch einen Gebietstausch wird der Luckenwaldische Kreis territorial direkt der Kurmark Brandenburg zugeordnet.
1813: Auf dem Territorium des heutigen Landkreises kommt es zu den Schlachten von Großbeeren (23. August) und Dennewitz (6. September). Der Berlinarmee Napoleons werden empfindliche Niederlagen beigebracht, die Franzosen aus der Mark verdrängt.
1814-1817: Das Dichterehepaar Ludwig Achim und Bettina von Arnim lebt im heutigen Schloss Wiepersdorf. Beider Grabstätten befinden sich im Ort.
Ab 1815: Nach dem Wiener Kongress werden die Ämter Jüterbog und Dahme sowie die Herrschaft Baruth der preußischen Provinz Brandenburg zugeschlagen. Unter Einbeziehung Luckenwaldes, Zinnas und einiger kleinerer Territorien wird 1816 der Kreis Jüterbog-Luckenwalde gebildet. Jüterbog wird Kreisstadt und hat nach 180 Jahren getrennter Entwicklung wieder dieselbe landesherrliche Zuordnung wie Luckenwalde.
1832: Nach Entwürfen Lennés entsteht der zum Blankenseer Schloss gehörende Park. 1902 erwirbt der Dichter Hermann Sudermann Schloss und Park und gestaltet die Anlagen in seinem Sinne weiter.
1841 werden Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog an die Eisenbahnlinie Berlin-Halle angeschlossen. Damit ergeben sich günstige Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung. Besonders Luckenwalde zieht Gewinn aus diesem Fortschritt und wird zunehmend zur einwohnerstärksten Stadt auf dem Gebiet unseres heutigen Landkreises..
Zossen profitiert 1838 vom Anschluss an die Poststrecke Berlin-Dresden. Dem ging der Ausbau der Chaussee, der heutigen B 96, zwischen 1836 und 1838 voraus.
1864: Anlage eines großen Truppenübungsplatzes mit Schießplatz bei Jüterbog. Altes Lager (1870), Neues Lager (1889) und Jüterbog II (1890) werden zu wichtigen preußisch-deutschen Garnisonsorten.
Mit dem Anwachsen der preußischen und späteren Reichshauptstadt Berlin werden in deren Umland eine Reihe neuer militärischer Versuchs- und Übungsplätze angelegt. So in den 1870er Jahren der Artillerieschießplatz Kummersdorf, der u.a. in den 1930er Jahren für Versuche zur Raketentechnik (Wernher von Braun, Walter Dornberger) genutzt wird. Etwa ab 1910 wird im Bereich Zossen-Wünsdorf-Zehrensdorf ein Truppenübungsplatz neu angelegt. Die später dort errichteten Bunkeranlagen Maybach I und II dienen zwischen 1939 und 1945 der Kriegführung des Oberkommandos des Heeres (OKH).
Von 1953 bis 1994 hat das Oberkommando der sowjetischen/russischen Truppen in Deutschland seinen Sitz in Wünsdorf.
Die an Berlin grenzenden Teile des Kreises Teltow profitieren seit Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich besonders vom Anwachsen der Hauptstadt.
1875: Zossen bekommt Anschluss an die Eisenbahnlinie Berlin-Dresden. Im selben Jahr wird die "Königliche Militäreisenbahn” (später mit Personenverkehr) vom heutigen Berlin-Schöneberg über Zossen nach Kummersdorf-Schießplatz eingeweiht, die 1897 bis Jüterbog verlängert wird.
Während des Ersten Weltkriegs existieren bei Zossen und Wünsdorf zwei Lager für kriegsgefangene Muslime und Angehörige anderer Glaubensrichtungen. 1915 wird dort eine Moschee eingeweiht.
1920: Mit der Schaffung der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin muß der Kreis Teltow eine ganze Reihe von Stadt- und Landgemeinden sowie Gutsbezirke an die Hauptstadt abgeben. Der Verlust des dichtbesiedelten und wirtschaftlich starken Nordens führt zu einem schmerzhaften Verlust von Steuereinnahmen.
1920/30er Jahre: Interessante Entwicklungen auf dem Gebiet von Städtebau und Architektur. Dazu zählen die Entstehung von innovativen Wohnsiedlungen und das im Bauhausstil errichtete Stadttheater in Luckenwalde oder auch die Daimler-Werkssiedlung in Ludwigsfelde. Der Architekt Bruno Taut errichtet sein Wohnhaus in Dahlewitz. Im Norden des heutigen Landkreises entstehen in den dreißiger Jahren eine Reihe von Großsiedlungen (u.a. Mahlow, Blankenfelde, Rangsdorf) für jeweils mehrere tausend Einwohner. Die Fertigstellung des Berliner Südrings der Autobahn (1938) begünstigt zusätzlich die demographische und ökonomische Entwicklung der an Berlin grenzenden Orte.
1936/37: Errichtung des Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerkes in Ludwigsfelde. Später, seit den 50er Jahren, wird die Industriegemeinde zum Synonym für die DDR-Fahrzeugproduktion (u.a. des LKW W 50). Erst seit 1965 Stadt, hat Ludwigsfelde heute die größte Einwohnerzahl im Landkreis.
Von 1940 bis 1961 (Rangsdorf) und seit 1992 (Blankenfelde) enden Linien der Berliner S-Bahn im Kreisgebiet.
1952: Jüterbog, Luckenwalde und Zossen werden Kreisstädte von nunmehr verkleinerten Verwaltungseinheiten. Teile des alten Kreises Teltow werden Königs Wusterhausen und Potsdam-Land zugeordnet, die Stadt Dahme und umliegende Orte zählen bis 1993 zum Kreis Luckau.
5. Dezember 1993: Kommunalwahlen im Bundesland Brandenburg. Geburtsstunde des Landkreises Teltow-Fläming mit der Kreisstadt Luckenwalde.

zurück
WERBUNG
TF Volltextsuche
Ansprechpartner
zum Thema:

Museum des Teltow

Herr Silvio Fischer

Schulstraße 15

15806 Wünsdorf

Tel.: (033702) 66900
Fax: (033702) 66902

E-Mail

© Landkreis Teltow-Fläming