Ehrenfriedhof in Zehrensdorf am 29. Oktober wieder eröffnet

01.11.05 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Auch Landrat Peer Giesecke (1. v. l.) nahm an der Zeremonie teil.

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"Bitte schalten Sie Ihre Handys aus, um die Zeremonie nicht zu stören! Sie dürfen fotografieren, aber bleiben Sie höflich!" - so wurden die Gäste der Wiedereröffnung des Zehrensdorfer Friedhofs am 29. Oktober vom Militärattaché der Britischen Botschaft auf die Wiedereinweihung des Zehrensdorfer Soldatenfriedhofs eingestimmt. Obwohl viele Besucher gekommen waren, strahlte der Ort Ruhe und Würde aus.

Erwartet wurden hochrangige Ehrengäste: S.K.H. Edward, Duke of Kent, Vertreter der Botschaften Australiens, Indiens, Kanadas, Neuseelands und Großbritanniens u. v. a. m. Ihr Eintreffen wurde von Gurkhas - nepalesischen Elite-Soldaten - mit Dudelsack und Trompete angekündigt.

Gemeinsam mit deutschen Offiziellen wollten die Gäste die Wiedereinweihung des ehemals verfallenen Friedhofs in Zehrensdorf bei Wünsdorf begehen.

Dieser Friedhof ist die letzte Ruhestätte von 206 Infanteristen und Marinesoldaten der indischen Armee, die für Großbritannien am Ersten Weltkrieg teilnahmen und in einem Kriegsgefangenenlager bei Zossen starben. Insgesamt hatten etwa 160.000 Soldaten der indischen Armee in Europa am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag Zehrensdorf in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands. Der Soldatenfriedhof wurde dem Verfall preisgegeben. Nach der Vereinigung Deutschlands wurde der Friedhof gemeinsam von der Stadt Zossen und der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) in einem Zeitraum von drei Jahren für 300.000 britische Pfund wieder aufgebaut.

„Die CWGC hat die Pflicht, jeden einzelnen Soldaten, der gefallen ist, zu ehren. Daher war es keine Frage, ob der Friedhof wieder hergestellt wird.“, so der Duke of Kent, in seiner Rede. Er dankte der Stadt Zossen für die Unterstützung bei der Umsetzung dieses ehrgeizigen Projektes: „Eine würdige Stätte für alle, die damals ihr Leben verloren, ist hier entstanden.“

Der Herzog von Kent ist der Präsident der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) und ein Cousin von Queen Elisabeth II

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In feierlichen Kranzniederlegungen auf dem indischen Teil des Friedhofes und an der Stele im Zentrum des Ehrenfriedhofs gedachten die Gäste und Besucher der Gefallenen. Gemeinsam mit der Justizministerin des Landes Brandenburg, Beate Blechinger, als Vertreterin der Landesregierung, und der Bürgermeisterin der Stadt Zossen, Michaela Schreiber, pflanzte der Herzog von Kent zum Abschluss der Einweihungszeremonie eine Kiefer.