Der Toten gedacht

16.11.05 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Ehrenwache der Bundeswehr an der Gedenkstätte in Saalow

Foto: © Kreisverwaltung TF
Dieser Tage wird vielerorts der Toten gedacht. Insbesondere gilt das Andenken jenen Menschen, die durch Krieg oder Gewalt ihr Leben ließen. Die zentrale Gedenkfeier des Landkreises Teltow-Fläming aus Anlass des Volkstrauertages 2005 fand am 13. November 2005 im Ortsteil Saalow der Gemeinde Mellensee statt.

Auf dem dortigen Lazarettfriedhof - die Kriegsgräberstätte wurde im Jahr 2000 instand gesetzt - fanden 331 deutsche Soldaten sowie 702 Flüchtlinge und Vertriebene ihre letzte Ruhe. Als die im damaligen Luftwaffenlazarett verstorbenen Wehrmachtsangehörigen wegen der unübersichtlichen Lage zum Kriegsende und der schwierigen Verkehrssituation nicht mehr in Ihre Heimatorte überführt werden konnten, wurde im Mai 1945 der Lazarettfriedhof in Saalow angelegt. Zwischen Mai und November 1945 fanden dort 331 deutsche Soldaten, die im Lazarett ihren schweren Verwundungen erlagen, ihre letzte Ruhestätte.

Die medizinischen Einrichtungen des ehemaligen Luftwaffenlazaretts wurden später zunächst als Umsiedlerkrankenhaus und danach als Landesaltenheim weiter genutzt. Hier starben zwischen Oktober 1945 und dem 31. März 1952 (Stichtag nach dem Gräbergesetz) 702 Menschen an den Folgen der während ihrer Flucht und Vertreibung erlittenen Gesundheitsschädigungen.

Worte der Ehrung und des Gedenkens fanden Norbert Siemienic als Kreisvorsitzender des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sowie Bürgermeister Manfred Donath und der Pfarrer i.R. Manfred Claubert. Kreistagsvorsitzender Klaus Bochow legte in seinem und dem Namen des Landrates einen Kranz nieder, und die Kreismusikschule sowie die Musikschule Rehagen sorgte für den feierlichen musikalischen Rahmen.

Die Kriegsgräberstätte in Saalow zählt zu den größten im Landkreis. Insgesamt gibt es in Teltow-Fläming mehr als 100 Stätten - vom kleinen Grab bis zur großen Gedenkstätte - wo Kriegstote ihre letzte Ruhe fanden bzw. ihrer gedacht wird. Die Erinnerung an sie ist eine moralische Verpflichtung gegenüber den Toten der Vergangenheit, aber auch gegenüber der Jugend von heute. Aus dem Blick zurück erwächst die Aufforderung, alles dafür zu tun, dass sich die Kriege des 20. Jahrhunderts nicht wiederholen können.


Kränze des Gedenkens, u.a. von Landrat Peer Giesecke und Kreistagsvorsitzendem Klaus Bochow

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