Ohne mein Team wäre ich nichts...

15.01.07 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Werner Miethe, Ursula Gohla und Johannes Lorenz erhielten den Preis von Klaus Bochow (l.) und Peer Giesecke (r.).

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Mit dem Teltow-Fläming-Preis 2007 wurden Ursula Gohla, Werner Miethe und Johannes Lorenz ausgezeichnet. Die Ehrungen wurden anlässlich des Neujahrsempfanges des Landkreises Teltow-Fläming am 12. Januar 2007 übergeben. Landrat Peer Giesecke und Kreistagsvorsitzender Klaus Bochow würdigten in ihren Ansprachen die Verdienste der Preisträger auf sozialem Gebiet.

Für ihren Einsatz um den Aufbau der Tafeln in Jüterbog und Luckenwalde wurde Ursula Gohla ausgezeichnet. "Sie ist eine von denen, die über den eigenen Tellerrand hinaus schauen. Die wissen, dass viele Menschen nicht ihr täglich Brot haben, obwohl es Lebensmittel im Überfluss gibt. Und sie kümmert sich gemeinsam mit einem Team engagierter Menschen darum, dass hier ein kleiner Ausgleich geschaffen wird", betonte Landrat Peer Giesecke in seiner Laudatio.
Dem Einsatz von Ursula Gohla ist es zu verdanken, dass viele Händler und Discounter der Region die Tafeln in Jüterbog und Luckenwalde mit Lebensmitteln unterstützen. Vor Ort sorgt ein ausgeklügeltes System der Markenvergabe dafür, dass alle Hilfesuchenden - zur Zeit werden in Jüterbog und Luckenwalde pro Woche rund 300 Familien unterstützt - ihren Anteil erhalten. Diese Arbeit geht oft bis an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit.
"Tafel-Arbeit ist Team-Arbeit. Auch darauf konnte die Frau, von der hier die Rede ist, immer zählen. Stellvertretend für all jene, die sich in Jüterbog und Luckenwalde für die Versorgung bedürftiger Menschen engagieren, wird sie heute für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle anderer ausgezeichnet.", so Peer Giesecke.

Der zweite Teltow-Fläming-Preis ging an Werner Miethe aus Ludwigfelde. "Er weiß, wie es ist, wenn man nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht. Er kennt die Sorgen und die Nöte jener Menschen, für die er sich engagiert. Und er teilt nicht nur ihr Schicksal, sondern er kümmert sich um sie - bescheiden und leise, aber voller Energie und Konsequenz. Dafür wollen wir ihm heute danken", begann Kreistagsvorsitzender Klaus Bochow seine Laudatio für Werner Miethe.
Als Gründungsmitglied einer Kontakt- und Begegnungsstätte sorgte er dafür, dass behinderte Menschen aus Ludwigsfelde und Umgebung einen Anlaufpunkt haben. Unter seiner Leitung entstanden neun Selbsthilfegruppen mit 150 Mitgliedern. Dort finden Menschen mit den unterschiedlichsten Krankheiten und Behinderungen Rat und Hilfe: Ob Blinde und Sehschwache, Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte, Diabetiker und Rheumatiker oder Menschen, die an multipler Sklerose leiden oder bereits in jungen Jahren ein Handicap haben - sie alle erhalten nicht nur Unterstützung, sondern finden Anschluss bei Gleichgesinnten.
Werner Miethe kann sich nach 16 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit viele bleibende Dinge auf seine Fahnen schreiben. Wenn er jetzt nach vielen Jahren den Vorsitz der Kontakt- und Begegnungsstätte "Waldhaus" in Ludwigsfelde aus gesundheitlichen Gründen abgibt, dann ist die heutige Ehrung ein würdevoller Abschluss seines jahrelangen sozialen Engagements.


Der Teltow-Fläming-Preis. Mit ihm ist keine Geldzuwendung, wohl aber eine besondere Würdigung erbrachter Leistungen verbunden.

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Teltow-Fläming-Preis Nummer drei ging in diesem Jahr an Johannes Lorenz. Als Krankenpfleger und sozial engagierter Mensch weiß er um die Höhen und Tiefen des Lebens. Dabei erfährt er immer wieder, wie wichtig psychischer Beistand für jene Menschen ist, die plötzlich Angehörige verlieren. Ob Partner, Eltern, Kinder, Verwandte oder Freunde sterben - das Leid und die Verzweiflung der Hinterbliebenen sind in jedem Fall groß. Ähnlich geht es auch den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Sie sind bei Unfällen oder tragischen Ereignissen besonderen Belastungen ausgesetzt.
Johannes Lorenz regte den Aufbau einer Notfall-Seelsorgegruppe im Landkreis Teltow-Fläming an und sorgte dafür, dass sie kontinuierlich arbeitet. Unter seiner Leitung fanden sich vor fünf Jahren engagierte Frauen und Männer, die rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft sind. Seit dieser Zeit wurden sie weit über 300 mal zu Notsituationen gerufen - das sind ein bis zwei Einsätze pro Woche. In diesen Situationen spenden die Notfallseelsorger Trost. Dabei können und wollen sie keine fachärztliche Hilfe ersetzen, sondern Begleitung und Unterstützung bieten. Zunehmend betreuen sie auch Opfer von Überfällen, missbrauchte Menschen oder Personen, denen Gewalt angedroht wurde.

Der Koordinator der Notfall-Seelsorgegruppe ist neben seiner Arbeit in der Rettungsstelle des Luckenwalder DRK-Krankenhauses täglich 24 Stunden in Rufbereitschaft. "Stets aufs Neue bemüht er sich darum, vor allem junge Leute für diese Art der Hilfe in seelischer Not zu sensibilisieren. Sein Ehrenamt beansprucht überaus viel Zeit und Kraft, die er bereit ist, anderen zu widmen. Dafür danken wir ihm und seinen Mitstreitern in der Notfall-Seelsorgegruppe", hob Landrat Peer Giesecke hervor.

Der Teltow-Fläming-Preis wurde nunmehr bereits zum fünften Mal vergeben. Mit ihm werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise um den Landkreis Teltow-Fläming verdient gemacht haben. Anlass der Auszeichnung können beispielsweise soziales, kulturelles und sportliches Engagement, ehrenamtliche Arbeit in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens oder der Einsatz gegen jegliche Form von Gewalt und für ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen sein. Außerdem sollen besondere Leistungen, die der Entwicklung und dem Ansehen des Landkreises dienen, gewürdigt werden. Dazu zählen neben sportlichen und kulturellen auch wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistungen.