Verborgene Schätze sichtbar machen

04.02.08 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Gut besucht waren die Vorträge zum Archäologentag 2008.

Foto: © Landkreis TF
Am 27. Januar 2008 fanden sich über 120 interessierte Teilnehmer im Bürgerhaus Wünsdorf ein, um sich über aktuelle Ausgrabungen, Forschungen und Funde im Landkreis Teltow-Fläming zu informieren. Mit solch einem Andrang hatte die Untere Denkmalschutzbehörde als Veranstalter selbst nicht gerechnet – zumal in Berlin die Lange Nacht der Museen und die Grüne Woche lockten.

Die Stadt Zossen stellte den Saal kostenlos zur Verfügung und Frau Schreiber als Bürgermeisterin richtete ein Grußwort an die Teilnehmer. Sie berichtete über die gute Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit den zuständigen Archäologen, wenn bei Baumaßnahmen eine archäologische Dokumentation erforderlich ist. Bei der Sanierung der Berliner Straße sei die Fertigstellung sogar noch vor dem avisierten Termin gelungen und die Stadtgeschichte ist durch die Funde wesentlich bereichert worden.

Anschließend begrüßte Herr Dr. Kersting als Vertreter des Archäologischen Landesmuseums (Wünsdorf) die Anwesenden. Er hob das gestiegene Interesse der breiten Öffentlichkeit an archäologischen Untersuchungen und deren Präsentation hervor; was durch die große Teilnehmerzahl bestätigt wird. Der Kreisarchäologe Herr Dr. Pratsch hob die Wichtigkeit solch öffentlicher Veranstaltungen hervor, bei denen zeitnah und populär die ersten Erkenntnisse über Ausgrabungen und Neufunde vermittelt werden. Gerade weil die archäologische Denkmalpflege ein öffentliches Anliegen ist, richtet die Untere Denkmalschutzbehörde gerne diesen traditionellen Archäologentag aus.

Acht Vorträge spannen einen Bogen von der Bronzezeit (ca. ab 2000 v. Chr.) bis hin zur Neuzeit. So wurde beim Bau einer Industriehalle am Ostrand von Groß Machnow eine Siedlung der frühen Slawenzeit (9./10. Jh. n. Chr.) entdeckt und dokumentiert. Die Häuser der ländlichen Siedlung liegen am Rande eines heute verlandeten Flachgewässers und sind ein Beleg für den Landschafts- und Siedlungswandel vor und während des frühen Mittelalters. Ein Referat widmet sich auch der Neugestaltung des Mönchenkirchplatzes in Jüterbog. Dabei untersuchten Archäologen einen Friedhof, auf dem Verstorbene bereits seit dem späten Mittelalter bestattet wurden. Die Experten fanden dabei außerdem Hinweise auf eine frühmittelalterliche Nutzung des Areals.

Im Anschluss an den öffentlichen Vortragsteil trafen sich die ehrenamtlichen Beauftragten für Denkmalpflege. Dieses Ehrenamt üben derzeit 13 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Teltow-Fläming aus. Sie untersuchen in ihrer Freizeit bekannte archäologische Fundstellen und sammeln Oberflächenfunde (Tonscherben, Feuersteingeräte etc.), wobei sie oft auch neue urgeschichtliche Siedlungsstellen entdecken. Gemeinsam wurden Funde, Ausstellungsprojekte und wissenschaftliche Fragen erörtert. Drei ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger erhielten für ihr langjähriges Engagement einen Büchergutschein.

Das Rahmenprogramm rundete die Veranstaltung ab: Die Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. war mit einem Infostand präsent, es konnten antiquarische Bücher zum Thema Geschichte erworben werden und ein Verlag präsentierte archäologische Literatur. Mehrere Jugendliche nahmen am Schülerquiz teil und bewiesen gute Kenntnisse zum Thema Geschichte und Archäologie. Der Hauptpreis – das Buch „Archäologie in Berlin und Brandenburg 2006“ ging an Lisa Zepernick aus Bestensee, den zweiten Preis – eine Buch über die Ausgrabungen in Diepensee – erhielt Jonas Gantzkow aus Brück.

Ein herzlicher Dank gilt den Referenten, die unentgeltlich über die Ausgrabungen berichteten, der Stadt Zossen für die gelungene Kooperation, dem Archäologischen Landesmuseum für die Bereitstellung der Technik und dem Partyservice Dlugocz (Zossen) für das Catering.