Interessant und lehrrreich

28.04.08 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Einweihung des Denkmalpfades Rieselfeld Großbeeren

Foto: © C. Preuß
Ein besonderes kulturhistorisches Zeugnis im Süden Berlins sind die ehemaligen Rieselfelder bei Großbeeren. Ihre kleinräumige und schachbrettartige Anordnung mit Grabensystemen, Gehölzen und Alleen bildet ein unverwechselbares Landschaftsbild. Zugleich sind die Rieselfelder ökologisch wertvolle Lebensräume.

Entstanden sind sie ab 1874. Damals begann die Stadt Berlin, landwirtschaftliche Flächen zur Anlage von Rieselfeldern im Berliner Umland zu kaufen, um die Abwässer der Stadt zu entsorgen. Das Gut Großbeeren wurde von der Stadt Berlin 1881 erworben, um es zum Rieselgut zu entwickeln. Ende der 1920er Jahre wurde mit etwa 10.000 ha Rieselfeldfläche die maximale Ausdehnung erreicht. Die Stadt Berlin war damit zum Großgrundbesitzer geworden.

Steigende Abwassermengen und die zunehmende Schadstoffbelastung der Abwässer läuteten in den 1920er Jahren das mehrere Jahrzehnte dauernde Auslaufen einer einst revolutionären Entsorgungstechnik ein. Als letzte Berieselungsfläche wurde ein 26 ha großes Teilstück 1996 in Großbeeren außer Betrieb genommen. Ein Teil dieser Fläche (15 ha) mit Klärbecken, Absetzbecken, Gräben, Standrohr sowie einzelne Tafeln ist seit 1999 als technisches Denkmal unter Schutz gestellt.

Die Berliner Stadtgutliegenschaft-Managemant GmbH (BSGM) hat in Kooperation mit dem \"Fachbeirat Rieselfeld\" des Landschaftspflegeverbandes Mittelbrandenburg e. V. und der Gemeinde Großbeeren einen Denkmalpfad Rieselfeld Großbeeren eingerichtet und am 28. April 2008 eröffnet.

Der ca. zwei Kilometer lange Rundweg bietet mit seinen sieben Exkursionspunkten einen Einblick in die Geschichte, Funktion und Bedeutung der Rieselfelder. Am Standrohr, das sich immer am höchsten Punkt des Geländes befindet, endete die Berliner Kanalisation und es begann das Rieselfeldsystem. Von diesem Punkt aus folgte das Wasser dem Gefälle. Hier beginnt auch der Denkmalpfad. Ein Faltblatt, das am Standrohr oder im Tourismusbüro Großbeeren in der \"Alten Molkerei\" erhältlich ist, liefert die notwendigen Informationen.