Teltow-Fläming-Preis 2010 verliehen

22.02.10 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Auszeichnungen für die Zossener Bürgerinitiative und Familie Fiedler

Foto: © Pressestelle TF
Unter dem Motto "Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz fand der Neujahrsempfang 2010 des Landkreises Teltow-Fläming am 19. Februar 2010 statt. Traditionell wurden bei der Veranstaltung die Teltow-Fläming-Preise verliehen. Sie gehen - passend zum jeweiligen Motto der Veranstaltung - an Menschen, die sich besondere Verdienste um den Landkreis erworben haben.

Ausgezeichnet wurden:

- Jörg Wanke und Kurt Liebau, stellvertretend für die Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht"

- Ruth und Dr. Herbert Fiedler für die Erforschung und Veröffentlichung der Geschichte der Hachschara-Gedenkstätte Ahrensdorf

- Claudia und Klaus-Peter Gust für das Regenbogenprojekt zur Völkerverständigung.


Klaus-Peter Gust, der sich verspätet hatte, wurde nachträglich geehrt.

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Jörg Wanke und Kurt Liebau sind Begründer und Aktivisten der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht". Die hier vereinigten Menschen treten ohne Rücksicht auf sich selbst für Werte der Allgemeinheit ein, von denen sie selbst aus tiefstem Herzen überzeugt sind. Sie stellen sich den neuen Nazis offen in den Weg und kämpfen so gegen Intoleranz und Gewalt. Dabei sind sie nicht nur in ihrer Heimatstadt aktiv, sondern unterstützen auch Bürger in anderen Orten wie zum Beispiel in Ludwigsfelde, Luckenwalde, Königs Wusterhausen oder Dresden im Kampf gegen Intoleranz und rechtes Gedankengut. Dabei nutzen sie jede Möglichkeit der Vernetzung, um zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken.

Ruth und Dr. Herbert Fiedlers Recherchen ist es zu verdanken, dass ein ebenso schmerzliches wie bedeutsames Kapitel unserer Heimatgeschichte der Vergangenheit entrissen wurde - das der Hachschara-Bewegung im Landwerk Ahrensdorf bei Trebbin. Dort lebten und lernten von 1936 bis 1941 rund 300 jüdische Kinder und Jugendliche und bereiteten sich auf ihre Ausreise nach Palästina vor. Das Landwerk war für Monate oder Jahre die Heimstätte dieser jungen Menschen und, wie wir wissen, ihre einzige Chance zum Überleben. Ruth und Herbert Fiedler halten die Erinnerung an das Hachschara-Landwerk wach. Mit Vorträgen, Büchern, Video-Dokumentationen, Schulprojekten, Ausstellungen und vielem mehr sorgen sie dafür, dass die leidvolle Geschichte von Krieg und Verbrechen aufgenommen und vor allem an die junge Generation weitergegeben wird.

Claudia und Klaus-Peter Gust haben seit 1998 - gemeinsam mit dem Kirchenkreis Niederer Fläming sowie Familie Fichtmüller - mit Jugendlichen aus Afrika, den USA, Paraguay, Polen und Deutschland Regenbögen gebaut: Spielgeräte und Zeichen der Hoffnung zugleich. Sie entstehen in den jeweiligen Gastländern an symbolträchtigen Orten. Beim gemeinsamen Bau der Regenbögen beschäftigen sich die jungen Menschen mit der konkreten Situation, Geschichte und den Besonderheiten des Standortes. So werden Brücken zwischen den Kulturen geschlagen, Brücken der Menschlichkeit und Brücken der Völkerverständigung. Es gibt bereits neun Regenbögen dieser Art, weitere sollen folgen.




Bericht über den Neujahrsempfang