Boden einmal anders

Kleine, aber feine Ausstellung im Umweltamt Teltow-Fläming
Datum: 24.01.2013
Uwe Strahl, Sachgebietsleiter im Umweltamt Teltow-Fläming, beim Einräumen der Ausstellungsvitrine. Der Geologe freut sich, dass die kleine Schau nach Luckenwalde geholt werden konnte. | Foto: Landkreis TF

Gesteine, Fossilien und Knochen von Großsäugetieren sind derzeit in einer Vitrine im Umweltamt der Kreisverwaltung Teltow-Fläming zu bestaunen. Dabei handelt es sich um eine Wanderausstellung des Fördervereins Geschiebezentrum Niederlehme e. V. Dem Umweltamt ist es gelungen, die kleine, aber feine Schau für 2013 in das Kreishaus nach Luckenwalde zu holen. Alle Ausstellungsstücke wurden in der Kiesgrube des Sand- und Mörtelwerkes (HeidelbergCement AG) in Niederlehme (Dahme-Spreewald) gefunden.

Ein Bezug zum Landkreis TF

Die Exponate stammen zwar aus dem Nachbarkreis, haben aber dennoch einen Bezug zu Teltow-Fläming: Große Teile des ehemaligen Abbaubereiches der Kiesgrube wurden Mitte der 1990-er Jahre zu einem Gewerbegebiet umgestaltet. Dort betreibt der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) seinen größten Recyclinghof. Gemeinsam mit dem Landkreis Oder-Spree entstand dort auch die Reststoffbehandlungsanlage des Zweckverbandes Abfallbehandlung Nuthe-Spree (ZAB).

Abfallverarbeitung an einmaliger Fundstätte

Der Inhalt aller Mülltonnen aus dem Verbandgebiet des SBAZV - von Dahme über Luckenwalde und Ludwigsfelde bis hin nach Königs Wusterhausen - wird in dieser Anlage umweltschonend behandelt und danach thermisch-energetisch weiter verwertet. All unser Abfall wird also an einer erdgeschichtlich bedeutenden und in Mitteleuropa einmaligen Fundstätte verarbeitet. Das war bis heute sicher nur einem exklusiven Kreis an Fachleuten bekannt...

Mammut, Wollhaarnashorn, Rothirsch & Co.

Den besonderen Wert der Ausstellung machen die Knochen von Säugetieren aus. Gezeigt werden Reste von Mammut, Wollhaarnashorn und Rothirsch. In der Fundschicht, dem so genannten „Rixdorfer Horizont“ (Rixdorf: alt für Neukölln), konnten bisher allein in Niederlehme 23 der insgesamt 26 aus dieser Schicht bekannten Säugetiere nachgewiesen werden.

Eine exakte zeitliche Einordnung des Rixdorfer Horizontes ist der Wissenschaft bis heute nicht gelungen. So viel kann jedoch mit Sicherheit gesagt werden – die Ablagerungen stammen aus einem Zeitraum, der zwischen 70.000 und 115.000 Jahre zurückliegt.

Rixdorfer Horizont - Funde auch in TF möglich

Der Rixdorfer Horizont ist die Hinterlassenschaft eines ehemaligen Flusssystems. Abgelagert wurden Kiese und auch Steine, in die die Knochenfunde eingelagert sind. An keiner weiteren Stelle in Mitteleuropa gibt es einen Aufschluss in dieser erdgeschichtlichen Position, an dem so viele eiszeitliche Säugetierreste bekannt geworden sind.

Bei einer Erkundungsbohrung des Umweltamtes auf Altlasten wurde der Rixdorfer Horizont im vorigen Jahr auch in Klein Kienitz in einer Tiefe zwischen 9 bis 14 Metern erbohrt und damit dort erstmalig nachgewiesen. Das heißt, dass theoretisch auch in Teltow-Fläming vergleichbare Funde möglich wären.

Fossilien und Leitgeschiebe

Ergänzt wurde die Ausstellung durch weitere Fossilien, die jedoch deutlich älter sind als der Rixdorfer Horizont und nahezu die gesamte Erdgeschichte repräsentieren. Die Ältesten sind zwischen 540 und 480 Millionen Jahre alt, so zum Beispiel Skolithos-Sandstein oder Stinkkalk (versteinertes Erdöl).

Und nicht zuletzt werden Leitgeschiebe gezeigt. Dies sind Gesteine, die einem genauen Herkunftsort in Skandinavien zugeordnet werden können. Wenn man diesen kennt, kann man in Verbindung mit der Fundschicht des Steines mittels statistischer Auswertung das eiszeitliche Alter der Fundschicht bestimmen. Verblüffend, oder?!

Bis zum Jahresende zu sehen

Die kleine Ausstellung ist bis zum 31. Dezember 2013 im Umweltamt der Kreisverwaltung in der 2. Etage des Kreishauses zu sehen. Interessenten sind willkommen!

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Uwe Strahl
Position
Sachgebietsleiter
Structure
Wasser, Boden, Abfall
Room
A5.3.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-2600
Telefax
(03371) 608-9170
Website
www.teltow-flaeming.de

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