Kennzeichnung von Lebensmitteln

Hinweis des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes TF: Gesundheitsbezogene Angaben nur noch mit Zulassung
Datum: 30.01.2013
Schwarzer Tee ist ein geschätztes Getränk. Allerdings darf künftig nicht mehr auf dem Etikett damit geworben werden, dass er beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit fördere. | Foto: Lupo/www.pixelio.de

Gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmittel-Etiketten sind nur noch mit Zulassung möglich. Darauf macht das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming aufmerksam. Die Behörde will die Verbraucher damit einmal mehr für einen aufmerksamen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren und regionale Produzenten auf die Neuregelungen aufmerksam machen.

Schwer zu beurteilen

"Auf den Etiketten der Lebensmittel stehen neben der Verkehrsbezeichnung, der Füllmenge, der Adresse des Herstellers, dem Zutatenverzeichnis und dem Mindesthaltbarkeitsdatum zahlreiche Informationen zu gesundheitlichen Wirkungen für den Verbraucher. Oft ist es schwierig, herauszufinden, welche dieser Aussagen richtig sind", so Dr. Silke Neuling, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Ziel sind zuverlässige Informationen

Aus diesem Grunde habe sich das Europäische Parlament bereits vor einigen Jahren der Frage der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben angenommen und die Health-Claims-Verordnung (gleichbedeutend etwa "Gesundheitsbehauptungen-Verordnung") erlassen. Sie trat am 1. Juli 2007 in Kraft.

Zielsetzung der Health-Claims-Verordnung sind der Verbraucherschutz und die Erstellung einer Gemeinschaftsliste über zulässige gesundheitsbezogene Angaben. Dabei wurden unterschiedliche sprachliche, kulturelle, soziale und ernährungsspezifische Eigenheiten berücksichtigt. Erreicht werden soll:

  • Schutz der Verbraucher in der EU vor irreführenden, wissenschaftlich nicht belegten Angaben bzw. irreführender Werbung zu besonderen gesundheitsfördernden und/oder krankheitsverhindernden Eigenschaften von Lebensmitteln
  • Schaffung binnenmarktorientierter, einheitlicher Regelungen für den Verkehr von Lebensmitteln auch auf diesem Sektor
  • Stärkung der Innovationskraft der Unternehmen der Lebensmittelindustrie im Hinblick auf die Entwicklung von wirklich "gesunden Lebensmitteln"

Verordnung regelt Zulässigkeit

Ein massenhaftes Inverkehrbringen von "ungesunden" Lebensmitteln oder solchen mit unbekannten Risiken und/oder Nebenwirkungen soll unmöglich gemacht werden. Dies gilt sowohl allgemein als auch in Bezug auf bestimmte Personengruppen, z. B. Schwangere.

Nährwertbezogene Angaben wie z. B. "zuckerfrei", "fettreduziert" oder "reich an Vitamin C" werden durch die Verordnung schon jetzt eindeutig geregelt und sind nur noch zulässig, wenn sie den rechtlichen Anforderungen der Verordnung entsprechen.

Gesundheitsbezogene Angaben wie z. B. „stärkt die Abwehrkräfte“, „cholesterinsenkend“ oder „unterstützt die Gelenkfunktionen“ sind nur zulässig, wenn sie als "Claim" in einer Liste aufgeführt und damit für ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat zugelassen sind.

Wissenschaftliche Bewertung

Bereits im Jahr 2008 übermittelten die Mitgliedsstaaten etwa 44.000 gesundheitsbezogene Angaben, die die Kommission zu einer Liste von rund 4600 Angaben zusammengefasst hat. Für die wissenschaftliche Bewertung ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuständig.

1.600 beantragte Angaben zur Wirkung von Pflanzenextrakten müssen noch geprüft werden. Von den übrigen Angaben wurden 222 in der Liste der zulässigen gesundheitsbezogenen Angaben in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 vom 16.05.2012 (Positivliste) veröffentlicht.

Die übrigen Angaben wurden als wissenschaftlich nicht hinreichend abgesichert beurteilt und erscheinen zukünftig in einer öffentlichen Negativliste.

Verbot für bestimmte Angaben

Die Verordnung trat am 14. Juni 2012 in Kraft. Die Lebensmittelhersteller hatten sechs Monate Zeit, ihre Angaben an die neuen Anforderungen anzupassen. Seit dem 14. Dezember 2012 sind alle nicht zugelassenen Angaben verboten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • „schwarzer Tee fördert die Konzentrationsfähigkeit“
  • „Kinderschokolade unterstützt das Wachstum“
  • „Glucosamin und/oder Chondroitinsulfat für gesunde Knochen  und Gelenke“
  • „Cranberry zur Förderung der Blasengesundheit“
  • „Lutein und Zeaxanthin für den Erhalt der Sehkraft“
  • „Phytotösterogene zur Besserung von  Wechseljahresbeschwerden“

Ausnahme: Bis 2008 beantragte und noch nicht bewertete Angaben dürfen weiter verwendet werden.

Ansprechpartner

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming macht Produzenten in der Region auf diese neue Regelung aufmerksam und mahnt, wie eingangs betont, jederzeit zu einem verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

Sollten Bürgerinnen und Bürger der Region Fragen zur neuen Verordnung haben, können sie sich an das Amt wenden. Es ist unter Telefon (03371) 608-2201 zu erreichen.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Dr. Silke Neuling
Position
Amtsleiterin
Structure
Amt für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Denkmalschutz
Room
C1.2.05
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-2200
Telefax
(03371) 608-9040
Website
www.teltow-flaeming.de

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