Flämingisches Wörterbuch

Neuerscheinung betrachtet Sprache der Region - interessant auch für Schulen
Datum: 15.02.2013
Der Fläming hat seine eigenen Bräuche. Dazu gehören die Trachten, aber auch eine besondere Sprache. Diese steht im Mittelpunkt eines jüngst erschienenen Wörterbuchs | Foto: Landkreis TF

Wissen Sie, was eine „Pamme“ ist oder was sich hinter den Wörtern „angerschwue“ und „afkoatern“ verbirgt? Falls nicht, dann lässt sich das ändern – zumal es sich um Begriffe handelt, die hier im Fläming einst selbstverständlich benutzt worden sind. Heute kann man sie fast nirgends mehr hören – kein Wunder also, wenn Sie die „Stulle“ nicht erkannt haben bzw. nicht wussten, dass von „anderswo“ oder „vereinbaren“ die Rede ist…

Fläming war immer ein Thema

Licht in das Dunkel dieser und vieler anderer Begriffe bringt das jüngst erschienene Wörterbuch der flämingischen Sprache. Es wurde von Günter Koppehele geschrieben, der seine Wurzeln in Lichterfelde in der heutigen Gemeinde Niederer Fläming hat. Zwar lebt der Hubschrauberpilot im Ruhestand schon seit vielen Jahren in Berlin, doch der Fläming hat ihn immer beschäftigt.

„Da hat sich bisher offenbar niemand ran gewagt“, kommentiert er sein Wörterbuch. Die Idee dazu kam ihm, als er sich zunächst mit Familienforschung und später mit der Ortschronik von Lichterfelde befasste. „Ich bin immer wieder auf alte Sachen gestoßen und habe Begriffe aus dem Flämingischen gefunden“, so Günther Koppehele.

Interessant für Schulen

Dass er jetzt das erste Wörterbuch der flämingischen Sprache vorlegt, freut auch die Mitarbeiter des Amtes für Kultur und Bildung in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. „So können wir ein Stück Heimat bewahren und nachfolgenden Generationen diese Tradition vermitteln“, meint Amtsleiter Karsten Dornquast. Er könnte sich sogar vorstellen, dass das Buch auch interessant für den Schulunterricht in der Region ist und möchte sie auf diesem Weg darauf aufmerksam machen.

Sprache bewahren

Günter Koppehele hat das nach eigenen Aussagen erste Wörterbuch der flämingischen Sprache vorgelegt. „Niemand hat sich zuvor die Mühe gemacht, obwohl es vor 100 Jahren und auch noch vor 50 Jahren viel leichter gewesen wäre. Damals gab es noch viele Einwohner, die die Mundart beherrschten“, heute versteht sie kaum noch jemand.

Das findet der Autor so bedauerlich und beruft sich auf Wilhelm von Humboldt: „Das wertvollste Gut eines Volkstums ist seine Muttersprache. Die Entfremdung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am leichtesten, wenn auch am leisesten vor sich“.

Quelle und Nachschlagewerk

Genau das will Günter Koppehele vermeiden. Deshalb hat er in mühevoller Kleinarbeit eine umfangreiche Sammlung von Wörtern und Sprachbeispielen zusammengetragen, die er als Quelle und Nachschlagewerk versteht. Keineswegs erhebt es den Anspruch auf vollständige Erfassung aller Mundartbegriffe, deshalb sind Ergänzungen und Korrekturen willkommen. Sie können dem Heimatmuseum Jüterbog übermittelt werden. Es ist unter E-Mail museum@jueterbog.de zu erreichen.

Das Wörterbuch der flämingischen Sprache ist in der Edition Limosa erschienen und kann dort bezogen werden: vertrieb@limosa.de

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Karsten Dornquast
Position
Amtsleiter
Structure
Schulverwaltung und Kultur
Room
C3.0.15
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3100
Telefax
(03371) 608-9110
Website
www.teltow-flaeming.de

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