Sicherer Hafen für Flüchtlinge

Landkreis stellt sich den Zuweisungen des Landes Brandenburg
Datum: 15.11.2013
Flüchtlingsfamilie in Luckenwalde | Foto: Landkreis Teltow-Fläming

Rund 570 Flüchtlinge werden Ende des Jahres in unserem Landkreis leben. Sie suchen sich ihren Wohnort nicht aus, sondern werden dem Landkreis von der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg zugewiesen – allein 271 in diesem Jahr.

„Das bedeutet nicht nur für den Landkreis eine Riesenanstrengung“, so Landrätin Kornelia Wehlan. „Angesichts der Haushaltslage ist die Unterbringung ein Kraftakt, den wir nicht allein stemmen können“.

Kapazitäten werden ausgebaut

Momentan gibt es zwei Übergangswohnheime für Asylbewerber mit 180 bzw. 97 Plätzen in Luckenwalde. Obwohl es bereits gelungen ist, einige Flüchtlingsfamilien in Wohnungen unterzubringen, reichen die derzeitigen Kapazitäten in den Übergangswohnheimen nicht aus. Deshalb werden zwei einst geschlossene Häuser in Ludwigsfelde und Jüterbog wieder für die Nutzung ertüchtigt. Sie stehen aber erst im Januar bzw. Juni 2014 zur Verfügung, denn der Leerstand hat Spuren hinterlassen, die jetzt zu beseitigen sind.

Dazu Kirsten Gurske, Sozialdezernentin: „Übergangsweise haben wir drei Familien aus Tschetschenien und Somalia in einem nicht mehr genutzten Bürogebäude der Kreisverwaltung in der Luckenwalder Grabenstraße untergebracht. Dort werden sie – wie die Flüchtlinge in den Übergangswohnheimen - von Sozialarbeitern betreut. Das ist natürlich keine Dauerlösung. Im Gegenteil, sobald das Haus in Ludwigsfelde fertiggestellt ist, wird die Unterkunft in der Grabenstraße geschlossen“.

Luckenwalder sind hilfsbereit

Zuckerfest im Mehrgenerationenhaus in Luckenwalde | Foto: Landkreis TF

80 Prozent der Asylsuchenden sind Familien, viele davon mit drei und mehr Kindern. Ihnen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch die Möglichkeit zur Integration zu bieten, ist eine große Aufgabe. „Ich danke den Einwohnern meiner Stadt, die diese Heimatlosen hier aufnehmen, ihnen mit Sachspenden, Rat und Tat helfen“,  so Kornelia Wehlan, die selbst in Luckenwalde wohnt. „Dabei spielt der interkulturelle Treff im Mehrgenerationenhaus eine wichtige Rolle“.

Das kann auch Christiane Witt, die Integrationsbeauftragte des Landkreises bestätigen. „Die Asylbewerber haben ein starkes Bedürfnis, die deutsche Sprache zu lernen und  sich in die örtlichen Gegebenheiten einzubringen. Die Kinder sollen zur Schule bzw. in den Kindergarten gehen. Das funktioniert nur, wenn vor Ort entsprechende Unterstützung geleistet wird, wie z. B. in den Schulen Luckenwaldes.“

Ludwigsfelde signalisiert Unterstützung

Sie hofft, dass die Asylbewerber eine ähnliche Unterstützung auch in Ludwigsfelde finden werden. „Weil das Asylbewerberheim in Birkengrund und somit am Rande der Stadt liegt, müssen wir hier größere Anstrengungen unternehmen, damit sich die Neuankömmlinge einleben und integrieren können. Auch wenn die meisten von ihnen sicher nicht für immer in Deutschland bleiben werden, sind sie doch zumindest zeitweise Teil unserer Gesellschaft. Ich bin sicher, dass sich auch in Ludwigsfelde Kitas, Schulen, Horte und Vereine finden werden, die diesen Menschen eine Hand reichen."

Erste Kontakte zu den Nachbarn – Produktionsschule, Oberstufenzentrum – wurden bereits geknüpft. Unterstützung signalisiert haben auch die Stadtverwaltung und der Verein Esperança. "Ich vertraue auf die Bürgerschaft der Stadt" - so Witt.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Christiane Witt
Position
Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte
Structure
Büro für Chancengleichheit und Integration
Room
B4.1.05
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1085
Telefax
(03371) 608-9000
Website
www.teltow-flaeming.de

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