Herbstkonferenz 2013 - Nachlese

Aktuelle Probleme des Landkreises diskutiert - u. a. Barrierefreiheit, Migration, Wohnen, Verkehr
Datum: 11.11.2013

Wer sich beteiligt, kann auch etwas bewegen

Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerengagement trafen sich am 6. November 2013, um ein weiteres Mal gemeinsam ins Gespräch zu kommen: Welche Entwicklungen gibt es gerade, wo drückt der Schuh, welche Gestaltungsmöglichkeiten haben wir?

An der 5. Herbstkonferenz Integration nahm unter anderem auch Landrätin Kornelia Wehlan teil. Sie warb für eine Kultur der Vielfalt in Teltow-Fläming und für aktives Engagement aller - vom Entscheidungsträger bis zum letzten Einwohner, denn: "Wir tragen alle zusammen die Verantwortung für die gesamtgesellschaftlichen Entwicklung im Landkreis."

Landrätin Kornelia Wehlan, Integrationsbeauftragte Christiane Witt | Foto: Landkreis TF Kornelia Wehlan: "..gemeinsam darüber nachdenken, wo die Schnittstellen zwischen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerengagement sind"
Teilnehmerinnen und Teilnehmer | Foto: Landkreis TF Teilnehmerinnen und Teilnehmer: "Wir wünschen uns eine Willkommenskultur im Landkreis"

Fortsetzung von 2012

Zu Beginn der Konferenz erfolgte ein Resümee zu den Themen aus dem vergangenen Jahr: Was hat sich im Laufe des Jahres getan? Wer hat an den Themen weitergearbeitet? Wo gibt es weiteren Gesprächsbedarf?

Tafel mit den Ergebnissen der Herbstkonferenz 2012 | Foto: Landkreis TF Tafel mit den Ergebnissen der Herbstkonferenz 2012

Offen für alle

Die aktuellen Diskussionen erfolgten auch 2013 wieder nach der Open-spaces-Methode: Die Teilnehmer konnten alte Fragen neu diskutieren oder auch neue Themen einbringen. Dabei konnten sie von Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe wechseln:

  1. Barrierefreie Kommunikation, verständliche Sprache. Unterstützung und Stärkung des Ehrenamts
  2. Wohnen in Teltow-Fläming
  3. Willkommenskultur für Flüchtlinge/„Flüchtlingstsunami“
  4. Wie gestaltet man/wie gelingt der Spagat zwischen ehrenamtlicher Arbeit und beruflicher Tätigkeit?
  5. Integration durch Selbständigkeit/Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund
  6. Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Familienfreundlichkeit
  7. Bürgerprojekte/Bürgerhaushalt
  8. Gesundheitsförderung in Lebenswelten/Lebensniveau
  9. Suchtproblematik bei Migranten. Effektive Hilfe. Wie?
  10. ÖPNV im Landkreis Teltow-Fläming
  11. Jugend und Politik
Teilnehmer bei der Diskussion | Foto: Landkreis TF Diskutiert wurde in kleinen ...
Teilnehmer bei der Diskussion | Foto: Landkreis TF ... und größeren Gruppen.

Bekannte Probleme

Bereits 2012 spielte das Thema "Wohnen für Benachteiligte" eine Rolle. Es wurde 2013 wieder aufgegriffen um die Gruppe der Migranten erweitert. Hier ergingen nicht nur die Forderungen nach bezahlbarem, behindertengerechtem Wohnraum und nach einer menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge. Diskutiert wurde auch, inwieweit die traditionellen Wohnformen der Zuwanderer, z. B. mehrere Generationen unter einem Dach - in unserem Landkreis Berücksichtigung finden können.

Ebenfalls wiederaufgenommen wurden die Themen Willkommenskultur und Bürgerhaushalt.

Themen | Foto: Landkreis TF Themenvorschläge 2013...
Themen | Foto: Landkreis TF ... und noch mehr Themenvorschläge

Neue Themen

Migranten

Erleben wir wirklich gerade einen "Flüchtlings-Tsunami"? Wie viele Migranten kann der Landkreis aufnehmen, und welche Lebensbedingungen kann er für sie schaffen? Neu diskutiert wurden 2013 aber auch die Chancen, die selbständiges Unternehmertum  für die Integration von Migranten bietet.

Ehrenamt und Beruf

Viele Teilnehmer sehen zunehmend den Spagat zwischen ehrenamtlicher Tätigkeit und beruflichen Verpflichtungen als belastend an. Wie kann hier Unterstützung gewährt werden?

Kommunikation ohne Hindernisse

Nicht nur geistig behinderte Menschen, auch Senioren und Migranten empfinden die Kommunikation mit der Verwaltung als schwierig. Hier müssen Angebote zur barrierefreien, niedrigschwelligen Kommunikation bis hin zur Verwendung leichter Sprache geschaffen werden, so die Teilnehmer der Veranstaltung.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr in den ländlichen Regionen wird zunehmend ausgedünnt. Welche Möglichkeiten gibt es, damit die Einwohner dort nicht "abgehängt" werden? Die Lösung könnten z. B. kleine Rufbusse bringen, um auch ohne Auto mobil zu sein.

Jugend und Politik

Nicht zuletzt wurde beklagt, dass sich Jugendliche kaum noch für Politik interessieren. Um sie für die aktive Mitarbeit bei der Gestaltung ihrer Lebensumwelt zu gewinnen wollen die Teilnehmer die lokalen Jugendnetzwerke und Jugendclubs nutzen.

Herbstkonferenz als wichtige Plattform

Die Herbstkonferenz ist seit nunmehr vier Jahren ein wichtiger Ort, um sich auszutauschen und sich vernetzen.

Dazu Kornelia Wehlan: "Dass die Herbstkonferenzen bereits Auswirkungen auf unseren Landkreis haben, kann ich persönlich daran messen, wie aktiv sich unsere Kommunen in die Entwicklung des Lokalen Aktionsplanes eingebracht haben. Es gibt unzählige gemeinsame Projekte, Netzwerke, Aktionen und vieles mehr. Wenn ich mit den Menschen in unserem Landkreis ins Gespräch komme, ist ein Zusammenwachsen deutlich zu spüren. Man kennt und unterstützt einander, und in den meisten Kommunen gibt es Bürgerbeteiligungen oder eine Vereinslandschaft."

Und Integrationsbeauftragte Christiane Witt resümiert: "Fest steht wieder einmal: Wer sich beteiligt, kann auch was bewegen. Wer sich aktiv beteiligt, kann den Weg und das Ziel mitbestimmen und kann  somit seinen Beitrag zur gemeinsamen Gestaltung unseres Landkreises leisten."

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Christiane Witt
Position
Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte
Structure
Büro für Chancengleichheit und Integration
Room
B4.1.05
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1085
Telefax
(03371) 608-9000
Website
www.teltow-flaeming.de

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