Die Axt im Walde

250 Jahre alte Axt aus der Zeit Friedrichs des Großen in Kloster Zinna gefunden
Datum: 23.10.2013
Die Zeichnung demonstiert, wie die Axt einst ausgesehen haben könnte. | Foto: Landkreis TF

Kloster Zinna ist nicht nur bei Kulturfreunden, sondern auch bei Bauherren beliebt, denn der Ort liegt nur 60 km südlich von Berlin direkt zwischen Luckenwalde und Jüterbog. Bei Bauarbeiten in der Jüterboger Straße entdeckte Kreisarchäologe Dr. Stefan Pratsch Funde aus der ehemaligen Webersiedlung.

Gut erhaltenes Fundstück

Neben Keramikfunden wurde eine fast vollständige Zimmermannsaxt geborgen, die kaum korrodiert ist. Sie besitzt eine gewölbte Schneide und im Schaftloch steckt noch der Eisenkeil, den man früher in den Holzschaft getrieben hat.

Die geringe Rostschicht deutet darauf hin, dass es sich um eine qualitativ hochwertige Axt aus gutem Eisen (Stahl) handelt. Sie ist 18 cm lang, 14 cm hoch und wiegt 700 Gramm.

Zinna - ein Ort mit Geschichte

In Zinna bestand seit dem späten 12. Jahrhundert ein Zisterzienserkloster mit Wirtschaftshöfen und Mühlen, welches im Zuge der Reformation säkularisiert wurde.

Dank der Anwerbungspolitik Friedrichs II. entstand ab 1764 eine Webersiedlung südlich des Klosterareals und beidseitig der Straße zwischen Jüterbog und Luckenwalde.

Damals gehörte Zinna zu Brandenburg und Jüterbog zu Sachsen. Nach der Entstehung der Webersiedlung wollte Friedrich II. in einem zweiten Schritt eine Planstadt an der preußisch-sächsischen Grenze gründen.

Areal erst ab Ende des 19. Jahrhunderts bebaut

Flächen mit torfigen Sedimenten direkt an der Nuthe und das Areal entlang der heutigen Mühlenstraße wurden erst ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit Häusern bebaut.

Der Südabschnitt der Jüterboger Straße blieb wegen des schwierigen Bauuntergrunds lange Zeit unbebaut. Im 18. Jahrhundert errichtete man einstöckige Fachwerkhäuser – zum Teil mit Schilfdach – die ein geringes Gewicht besaßen.

Glücksfall für Archäologen

Dass die Statik heutiger Bauten manchmal eine solide Bohrpfahlgründung erfordert, erwies sich als Glücksfall für den Archäologen. In diesem Fall wurden auf der betreffenden Bauparzelle Rohre in den Untergrund getrieben.

Dann holte man mithilfe eines Schneckengewindes das Sediment nach oben und verfüllte den Hohlraum mit Beton. Der Aushub wurde auf dem Grundstück abgelagert und lässt sich nun nach Funden absuchen. Es ist daher mit weiteren spannenden Entdeckungen zu rechnen.

Schon in der späten Bronzezeit (ca. 1000 bis 600 v. Chr.) war das Areal an der Nuthe großflächig besiedelt, denn man wollte die Trinkwasserbrunnen in der Nähe des Flusses anlegen.

Aktuell wurden bei der Sanierung der Mühlenstraße etliche Gruben mit Keramik aus der Bronzezeit archäologisch dokumentiert. Die Ergebnisse der Ausgrabungen werden auf dem Archäologentag Teltow-Fläming präsentiert, der am 16. Februar 2014 im Clauerthaus in Trebbin stattfinden wird. Informationen dazu gibt es demnächst auf dieser Homepage bzw. unter www.denkmal-netzwerk.de.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Dr. Stefan Pratsch
Position
Kreisarchäologe
Structure
Untere Denkmalschutzbehörde
Room
A5.2.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3607
Telefax
(03371) 608-9160
Website
www.teltow-flaeming.de

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