Fund aus der Jungsteinzeit

5000 Jahre altes Artefakt wiedergefunden
Datum: 21.08.2014
Fragment des Steinbeils | Foto: Landkreis TF

Einen bemerkenswerten Fund machte unlängst Jannik Ziehe, ein 10-jähriger Schüler aus Seehausen. Er entdeckte in der Scheune seines Großvaters einen seltenen Fund wieder: das Fragment eines kleinen Steinbeils. Ulrich Ziehe, Janniks Opa, hatte das Stück vor über 30 Jahren auf einem Feld zwischen Marzahna und Wergzahna gefunden.

Steinbeile mit Schaftloch sind typische Geräte der Jungsteinzeit (5500 bis 2200 v. Chr.). Mit der Erfindung des Steinschliffs und der Durchlochungstechnik begann die Fertigung zahlreicher Steinbeile und -äxte, die die Stein- und Geweihgeräte der Mittelsteinzeit ablösten. Als Rohlinge dienten jetzt harte Steine aus Granit oder Diabas, die man durch Schleifen in die gewünschte Form brachte. Anschließend wurden sie durchlocht und erhielten einen Holzschaft.

Der vorliegende Fund ist das Fragment eines kleinen Steinbeils, datiert in die späte Jungsteinzeit und ist etwa 5000 Jahre alt. Es ist auf Höhe des Schaftloches zerbrochen. Erhalten ist die komplette Schneide bis zur Hälfte des Schaftloches. Das Stück wiegt 119 Gramm, der Durchmesser des Schaftloches beträgt 18 Millimeter. Ursprünglich war das Steinbeil etwa 7 bis 9 Zentimeter lang. Steinbeile dienten meist der Holzbearbeitung; damit wurden Bäume gefällt, gespaltet und teilweise auch ausgehöhlt. Mit dem kleinen Steinbeil, dass Jannik Ziehe jetzt wieder entdeckte, hat man wahrscheinlich andere Materialien bearbeitet und es als Schlagwerkzeug ähnlich einer Keule verwendet.

Südlich und südwestlich von Jüterbog befinden sich beidseitig der Nuthe zahlreiche ehemalige Siedlungen der Jungsteinzeit. Der fruchtbare Boden auf dem Niederen Fläming war ausschlaggebend dafür, dass sich bäuerliche Siedler im 6. Jahrtausend vor Christus hier niedergelassen haben. Forschungen der vergangenen Jahre ergaben, dass in der Jungsteinzeit in dieser Gegend ausgedehnte große Siedlungen bestanden. Das Fragment des Steinbeils ist ein wichtiges Indiz dieser frühen Menschheitsepoche.

Ein herzlicher Dank geht an den Finder und seinen Enkel, die das Artefakt im Heimatmuseum Jüterbog abgegeben haben. Haben auch Sie noch einen alten Fund zu Hause, den Sie für bemerkenswert halten? Dann können Sie ihn in der Unteren Denkmalschutzbehörde bestimmen lassen.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Dr. Stefan Pratsch
Position
Kreisarchäologe
Structure
Untere Denkmalschutzbehörde
Room
A5.2.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3607
Telefax
(03371) 608-9160
Website
www.teltow-flaeming.de

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