Ernstfall geprobt

Katastrophenschutzstab und Einsatzkräfte testeten Abläufe
Datum: 21.09.2015

Eine Tierseuchenübung fand am 17. und 18. September 2015 im Landkreis Teltow-Fläming statt.

Für die Übung wurde angenommen, dass in Löwenbruch im Landkreis Teltow-Fläming die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.

Im Zuge der Übung wurde der Katastrophenschutzstab des Landkreises einberufen. Mitarbeiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Teltow-Fläming und weiterer Behörden, darunter Einsatzkräfte der Stadt Ludwigsfelde und Vertreter der Polizei-Inspektion Teltow-Fläming probten den Ernstfall. Unterstützung gab es auch von den Nachbarkreisen.

Sperrgebiet errichtet

Es wurde die Einrichtung eines Sperrgebiets um den fiktiven Ausbruchsbetrieb simuliert. Im Ernstfall sind in diesen Sperrgebieten u. a. der Transport von und der Handel mit Tieren verboten. Die Einrichtung eines solchen Sperrgebiets hat umfangreiche Konsequenzen: Straßen und Wege sind zu sperren, Fahrzeugschleusen einzurichten und Umleitungen zu planen und auszuschildern. Die Umsetzung solcher Maßnahmen ist nicht ohne Ortskräfte, Polizei und Feuerwehr möglich. Vertreter von Ordnungsamt und Freiwilliger Feuerwehr Ludwigsfelde gaben wertvolle Hinweise.

Proben genommen

Mitarbeiter des Veterinäramtes waren in drei Tierhaltungsbetrieben in Glau, Hennickendorf und Jüterbog vor Ort. Wie im Ernstfall trugen sie Schutzkleidung und nahmen Blutproben von den Tieren. Zudem wurde das korrekte An- und Ablegen der Schutzkleidung ebenso geübt wie die Dekontaminierung der Fahrzeuge und Arbeitsmittel. Die Betriebe, in denen die Übung stattfand, waren gesperrt und gekennzeichnet, wie es auch im Ernstfall erforderlich wäre.

 

Tierseuchen-Bekämpfungszentrum im FTZ | Foto: Landkreis TF Tierseuchen-Bekämpfungszentrum im FTZ
Veterinär in weißem Schutzantzug entnimmt Blut | Foto: Landkreis TF Blutentnahme an einem Kamerunschaf

Unterstützung koordiniert

Das Feuerwehrtechnische Zentrum wurde zu einem Tierseuchen-Bekämpfungszentrum umfunktioniert. Mitarbeiter aus anderen Ämtern der Kreisverwaltung unterstützten dort das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Getestet wurden Abläufe, aber auch Technik, Ausrüstung, Kommunikation und Versorgung.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Menge des Verbrauchsmaterials, das in einem Zeitraum von mindestens 15 Tagen für die Aufrechterhaltung der seuchenhygienischen Maßnahmen erforderlich ist. Ein gewisses Kontingent muss der Landkreis dauerhaft vorhalten. Im Ernstfall muss er  in der Lage sein, das Material  kurzfristig zu beschaffen. Daher wurden im Rahmen der Übung Bestände geprüft und potenzielle Lieferanten angefragt.  

Wie werden belastete Abfälle transportiert und entsorgt? Auch das wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt geprüft.

Bevölkerung informiert

Eine große Bedeutung hat die Information der Bevölkerung. Für Krisenfälle hält der Landkreis eine Website bereit, die vor die eigentliche Internetseite des Landkreises geschaltet wird. Sie dient nicht nur der Information, sondern ermöglicht  auch die Kommunikation mit der Bevölkerung. Bei Großschadenslagen wird auch ein spezielles Bürgertelefon geschaltet. Das Gesundheitsamt stellt Fachkräfte für die psychosoziale Betreuung der betroffenen Landwirte und Katastrophenschutzhelfer zur Verfügung.

Kontamination vermieden

Ihren Abschluss fand die Tierseuchenübung mit einem fiktiven Unfall: Zwei mit Chemikalien beladene Fahrzeuge waren im Industriepark Ost in Ludwigsfelde zusammengestoßen. Die Gefahrguteinheit Teltow-Fläming wurde alarmiert.  Die Polizei sperrte den betroffen Abschnitt, 21 Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungswesens waren im im Übungs-Einsatz. Die 65 Einsatzkräfte handelten schnell und umsichtig. Damit verhinderten sie eine Kontamination des Bodens.

Komplexität erkannt

Die Tierseuchenübung wurde geleitet von Amtstierärztin Dr. Silke Neuling. Den Katastrophenschutz-Stab des Landkreises führte dabei der Dezernent und Beigeordnete Holger Lademann.

„Die Übung hat gezeigt, dass der Landkreis Teltow-Fläming bereits eine gewisse Routine bei  der Bekämpfung von Tierseuchen hat. Allerdings ergaben sich auch neue Aspekte. Gerade die Sperrungen in einer großen Kommune wie Ludwigsfelde mit ihren unzähligen, stark belasteten Verkehrswegen, dem Krankenhaus, den Schulen und Versorgungseinrichtungen werfen viele Fragen auf. Hier zeigte sich die besondere Komplexität der Aufgabe. Es wurde allerdings klar, dass sich der Landkreis auf die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Ludwigsfelde verlassen kann.“

Aufgabe gemeistert

Amtstierärztin Dr. Silke Neuling: „Wir haben die Aufgabe erfolgreich gemeistert. Nach der Übung ist jedoch vor der Übung. Wir werden die Ergebnisse auswerten und Verbesserungen in den Tierseuchen-Alarmplan des Landkreises einstellen“.

Konakte ausgebaut

Amtstierärztin Dr. Jana Guth aus dem Landkreis Dahme-Spreewald dankt für die Möglichkeit, an der Tierseuchenübung in Teltow-Fläming teilzunehmen: „Dieser Testlauf hat uns wieder einmal vor Augen geführt, wie schnell so eine Seuche über Landkreisgrenzen hinausgehen kann. Unsere Erkenntnis ist, dass wir einander unterstützen können und müssen.“

Krankheiten wie die Maul- und Klauenseuche können erhebliche Verluste in der Landwirtschaft verursachen und das öffentliche Leben in der Region beinträchtigen. Daher werden im Landkreis Teltow-Fläming entsprechende Übungen mindestens einmal  im Jahr durchgeführt. Sie sollen gewährleisten, dass im Falle eines realen Ausbruchs alle Beteiligten schnell und kompetent handeln, eine Ausbreitung der Seuche verhindert und die Bevölkerung durch die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen wird.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Dr. Silke Neuling
Position
Amtsleiterin
Structure
Amt für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Denkmalschutz
Room
C1.2.05
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-2200
Telefax
(03371) 608-9040
Website
www.teltow-flaeming.de

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