5000 Jahre altes Steinbeil

Archäologischer Fund belegt überregionalen Handel der Jungsteinzeit in unserer Region
Datum: 07.01.2016
Dieses Steinbeil wurde in Zossen gefunden. Es ist ca. 5000 Jahre alt. | Foto: Landkreis TF

Ein fast vollständig erhaltenes Beil aus Feuerstein hat Kreisarchäologe Dr. Stefan Pratsch im vergangenen Jahr in Zossen entdeckt. Dort entsteht an den Pferdekoppeln ein neues Wohngebiet.

Die Erschließungsstraße grenzt im Süden an ein Niedermoor, wo eine Grube für ein kleines Pumpwerk abgetieft worden ist. Im Aushub fanden sich bei einer Routinekontrolle das Feuersteinbeil, zwei Feuersteinabschläge und einige Keramikscherben.

Informationen zum Fundstück

Das Beil ist 12 cm lang, 5,5 cm breit, 2 cm dick und wiegt 228 Gramm. Es wurde aus einem braunen Rohling zurechtgeschlagen und anschließend fast völlig überschliffen. Nur an den Schmalseiten sind noch Spuren der Herrichtung erhalten.

Während der Nutzung brach durch den Aufprall auf einen harten Gegenstand ein Stück der Schneide aus. Warum das Stück dann weggeworfen wurde, bleibt ein Rätsel, denn man hätte damals die Schneide neu herrichten und das Werkzeug wieder schleifen können. Dann wäre es zwei Zentimeter kürzer gewesen, hätte aber seine Funktion erfüllt.

Beile aus Feuerstein und Felsgestein

Nach der Form und der Zurichtung des Gerätes kann man das Feuersteinbeil in die zweite Hälfte des 4. Jahrtausends vor Christus datieren. Es wurde von Menschen der Jungsteinzeit hergestellt und genutzt.
Neben Felsgestein wurde seinerzeit auch Feuerstein für die Herstellung von Beilen und Äxten verwendet. Dafür benötigte man große Rohlinge, die nur an einigen Lagerstätten zur Verfügung standen. Brocken aus Feuerstein findet man auch auf Feldern im hiesigen Jungmoränengebiet, aber diese stammen aus der Ostseeregion bei Rügen und sind dunkelgrau.

Wichtiger Beleg für überregionalen Handel

Das Feuersteinbeil von Zossen kommt nun in die Sammlung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums nach Wünsdorf. Dort wird es wissenschaftlich untersucht.

Vielleicht lässt sich durch Vergleichsfunde feststellen, wo sich die Lagerstätte des braunen Feuersteins befindet. Dann wird man wissen, wieviel hunderte Kilometer das Stück bis zum Fundort zurückgelegt hat. Die Menschen der Jungsteinzeit betrieben überregionalen Handel, und der Zossener Fund ist ein wichtiger Beleg dafür.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Dr. Stefan Pratsch
Position
Kreisarchäologe
Structure
Untere Denkmalschutzbehörde
Room
A5.2.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3607
Telefax
(03371) 608-9160
Website
www.teltow-flaeming.de

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