Welt-Alzheimer-Tag

Gesundheitsamt Teltow-Fläming informiert über Krankheit und Beratungsmöglichkeiten
Datum: 21.09.2016
Der Anteil älterer Menschen steigt, Demenz ist auf dem Vormarsch. | Foto: pixabay

Seit 1994 wird am 21. September der Welt-Alzheimer-Tag begangen. Das Gesundheitsamt Teltow-Fläming nimmt dieses Datum zum Anlass, um über die Krankheit und Beratungsmöglichkeiten zu informieren.

Der Anteil der älteren Menschen wächst zunehmend. Nach der Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg verringert sich die Bevölkerung des Landes Brandenburg bis zum Jahr 2030 um ca. 253.000 Einwohner auf 2,25 Millionen Einwohner. Dabei nimmt die Anzahl der Kinder und Personen im erwerbsfähigen Alter ab, während die Anzahl der älteren Menschen mit 65 Jahren und älter ansteigt. Bis zum Jahr 2060 wird sich die Lebenserwartung weiter erhöhen auf über 89 Jahre bei Frauen und 85 Jahre bei Männern.1

Ältere Menschen im Landkreis

Schon heute leben im Landkreis Teltow-Fläming ca. 36.300 Menschen, die älter als 65 Jahre sind.2 Das sind 22 Prozent der Gesamtbevölkerung im Landkreis Teltow-Fläming. Betrachtet man den Anteil der ab 70-jährigen Menschen, kommt man auf einen Anteil von 16 Prozent. Die meisten leben in Luckenwalde und Ludwigsfelde. Gemessen an der Anzahl der jeweiligen Bevölkerung ist in den Gemeinden Dahme/Mark, Dahmetal, Ihlow und Niederer Fläming der Anteil der Menschen über 70 Jahre am höchsten (21 Prozent).

Beschwerden – körperliche und psychische – werden häufig als normale Begleiterscheinungen des Alterns angesehen. Daneben stehen bei gerontopsychiatrischen Krankheitsbildern häufig zunächst somatische Beschwerden oder allgemeine Leistungseinbußen im Vordergrund. Depressionen und Demenzen zählen allerdings zu den Hauptdiagnosen psychischer Störungen bei älteren Menschen.3 Sie bilden das primäre Aufgabengebiet der Gerontopsychiatrie.

7,6 Prozent der über 65-Jährigen im Landkreis Teltow-Fläming leiden an einer Form der Demenz. Davon werden 60 Prozent von ihren Angehörigen zuhause versorgt.

Diagnose erhalten und Hilfe annehmen

Obwohl es Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter gibt, ist deren Umsetzung aus verschiedenen Gründen oftmals schwierig (Betroffene gehen spät zum Arzt, Verzögerung der Diagnostik und Therapie). So kommt es, dass viele ältere Menschen mit Demenzerkrankungen, aber auch Depressionen und Angststörungen unterversorgt sind. Um überhaupt erst einmal eine Diagnose zu erhalten, können sich Betroffene über den Hausarzt bei der Gedächtnisambulanz/Gedächtnissprechstunde melden.

Insbesondere Menschen mit Demenz und deren Angehörige nehmen erst spät Hilfsangebote in Anspruch. Niedrigschwellige Angebote, wie z. B. Beratung über Krankheitsverlauf und Kommunikation mit dem Betroffenen, werden im Anfangsstadium der Erkrankung kaum genutzt. Angehörige von Menschen mit Demenz sollten die Möglichkeit haben, schneller und früher Hilfe anzunehmen.

Das soll auch das neue Pflegestärkungsgesetz II fördern. Ab 2017 könnte es zu einer deutlichen finanziellen Entlastung für Menschen mit Demenz kommen. Durch die Einführung neuer Module ist dann eine differenziertere Einteilung des tatsächlichen Hilfebedarfs möglich. Davon könnten auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (u. a. Menschen mit psychischen Erkrankungen) profitieren. Bisher haben diese Betroffenen oftmals keinen Antrag auf eine Pflegestufe gestellt, obwohl eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorlag. Somit ist diesen Betroffenen zu empfehlen, nun doch einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung zu stellen.

Individuelle kostenfreie Beratungen zu Leistungen des Pflegestärkungsgesetzes II bieten der Pflegestützpunkt Luckenwalde (siehe nebenstehender Kontakt) und auch die Sozialstationen und Pflegedienste an.

 

1 Gesundheit in Deutschland 2015, Robert Koch-Institut, Seite 20
2 Statistisches Bundesamt 2014, Daten aus Volkszählung Zensus 2011
3 Gesundheit und Krankheit im Alter, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, 2009

Kontakt

Pflegestützpunkt Luckenwalde

Name
Frau Elke Schäfer
Position
Sozialberatung
Room
C0-0-10
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3892
Telefax
(03371) 608-9050
Website
www.pflegestuetzpunkte-brandenburg.de/index.php?id=18

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Mo. 9-12 Uhr
Di. 9-12 Uhr
Do. 9-12 und 15-18 Uhr
und nach Vereinbarung, auch Hausbesuche

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Antje Bauroth
Position
Behinderten- und Seniorenbeauftragte
Structure
Büro für Chancengleichheit und Integration
Room
A1.1.03
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1086
Telefax
(03371) 608-9000
Website
www.teltow-flaeming.de

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Mo. nach Vereinbarung
Di. 9 bis 12 und
13 bis 15 Uhr
Do. 9 bis 12 und
13 bis 17.30 Uhr
Fr. nach Vereinbarung

Am 31. Mai, 4. Oktober und 23. Dezember 2019 ist die Kreisverwaltung für Publikumsverkehr geschlossen (Brückentage).