Leben im Übergangswohnheim

Ruhiges Miteinander - gute Nachbarschaft - wachsende Selbstverantwortung
Datum: 10.11.2016

Bewohner sind "angekommen"

Knapp eineinhalb Jahre nach ihrer Eröffnung herrscht in der Flüchtlingsunterkunft im Schieferling in Luckenwalde noch immer reges Treiben. Die Bewohner sind mittlerweile „angekommen“. Menschen aus 11 Nationen leben in der ehemaligen Schule. Im Durchschnitt sind hier rund 100 Flüchtlinge untergebracht. Trotz der unterschiedlichen Kulturen kommt es hier selten zu Vorfällen, die einen Polizeieinsatz erforderlich machen. Dieses ruhige Miteinander führt auch zu einem guten Verhältnis zur Nachbarschaft des Heimes. Jüngst probte hier im Heim ein Mädchen-Chor für seinen Auftritt anlässlich einer UNICEF-Gala im Landkreis.

Gute Nachbarschaft ist den beiden Sozialarbeitern Sabine Bertz und Lutz Bucklitsch, die das Heim führen, wichtig, ist diese doch ein wesentlicher Punkt einer erfolgreichen Integration  in das Leben dieser Stadt.

Großes Interesse an Deutsch-Kursen

Viele der Bewohner besuchen mittlerweile einen Sprach- bzw. Integrationskurs. Sie wollen alle so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Neben dem Angebot der Kreisvolkshochschule (VHS) kümmern sich andere regionale Anbieter um diese Sprachkurse. Nicht immer ist es einfach, einen passenden Kurs zu finden, sind doch die Vorkenntnisse der potenziellen Teilnehmer zu unterschiedlich. Doch es findet sich am Ende immer ein Lehrgang, auch wenn es manchmal einige Monate dauert, ehe der Flüchtling starten kann.

Zusätzlich können die Bewohner auch noch an den von der Stadt Luckenwalde angebotenen Sprachkursen, die von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt werden, sich beteiligen.

Integration durch Arbeit

Einige der Bewohner, die nebenbei die deutsche Sprache lernen, haben den Sprung in den Arbeitsmarkt bereits geschafft. Es fanden sich Firmen im Landkreis Teltow-Fläming, die den Geflüchteten einen Arbeitsplatz bieten. Im Zusammenspiel mit den beiden Sozialarbeitern, dem JobCenter bzw. der Agentur für Arbeit werden die kleinen und großen Probleme in diesem Bereich gelöst, damit die „neuen“ Arbeitskräfte sich rasch in das Unternehmen integrieren können.

Ein kleiner Teil der im Schieferling lebenden Flüchtlinge hat sich freiwillig gemeldet, um im Wohnheim arbeiten zu können. Sie erledigen dann kleinere Arbeiten im Heim, was sich aber immer wieder bezahlt macht. Besucher der Einrichtung sind immer angetan von der im Heim vorgefundenen Sauberkeit. Das hat sich auch in der Region herumgesprochen. Für diese Tätigkeit werden die Flüchtlinge vom  Sozialamt des Landkreises bezahlt. Monatlich ergänzen diese Flüchtlinge so ihre Einnahmen um rund 80 EUR.

Frau mit Staubsauger | Foto: Landkreis TF Diese Frau hat jetzt eine Festanstellung bei einer Reinigungsfirma.
Mann harkt Laub | Foto: Landkreis TF Die Bewohner halten ihr Umfeld selbst in Ordnung.

Wohnungssuche größtes Problem

Das größte Problem derzeit in der Einrichtung ist die Suche nach geeignetem Wohnraum für Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind und eigentlich nicht mehr in Wohnheim leben müssten. Doch die Suche ist schwierig, das Angebot in der Region zu knapp. Zur eigenen Sicherheit können die Flüchtlinge natürlich in der Einrichtung weiterleben und ersparen sich somit die Obdachlosigkeit.

Umzug in Sicht

Die Tage des Übergangswohnheims im Schieferling sind gezählt. Zum 31. Dezember 2016 soll die Gemeinschaftsunterkunft geschlossen werden. Die Bewohner ziehen dann in das frisch renovierte und umgebaute Wohnheim des DRK in der Anhaltstraße Luckenwalde um.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Herr Christian Rettig
Position
Sachgebietsleiter
Structure
Zentrale Dienste
Room
B8.0.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1111
Telefax
(03371) 608-9100
Website
www.teltow-flaeming.de

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Mo. 9 bis 12 und
13 bis 15 Uhr
Di. 9 bis 12 und
13 bis 15 Uhr
Do. 9 bis 12 und
13 bis 17.30 Uhr
Fr. 9 bis 12 Uhr
(Kreisarchiv nur Mo., Di., Do.)