Storchenhorste fit für Brutsaison

Drei gefährdete Standorte im Landkreis von Helfern gesichert
Datum: 27.03.2017

Ende März, Anfang April ist es wieder so weit. Die Weißstörche (Ciconia ciconia) kommen aus den Überwinterungsgebieten zurück und beziehen ihre angestammten Nester. Damit die Brutsaison reibungslos beginnen kann, wurden in diesem Jahr drei gefährdete Horststandorte durch fleißige Helfer gesichert.

Nisthilfe auf Platane

Storchenhorst in Gebersdorf | Foto: Hans-Georg Nerlich

In Gebersdorf bei Dahme hatte ein Storchenpaar vor vielen Jahren die angebotene Ersatznisthilfe für einen abgerissenen Schornstein verschmäht und lieber auf einer gekappten Platane auf dem Gutsgelände gebaut. Die Nestunterlage war in die Jahre gekommen und drohte nun abzustürzen.

Ein Ersatzmast mit Auflage sollte kurzfristig in Absprache zwischen Ortsvorsteher Hans-Georg Nerlich, Herrn Liesigk vom Stromversorger Envia und der Unteren Naturschutzbehörde Teltow-Fläming auf dem gemeindeeigenen Nachbargrundstück errichtet werden. Doch der Gutsbesitzer wollte "sein" Storchenpaar unbedingt halten und installierte in Eigeninitiative eine neue Nisthilfe auf der Platane. Der Zeitpunkt war klug gewählt, da der erste Storch bereits zwei Tage später, am 28. Februar, zur Inspektion kam.

Verkleinerung des Horstes

Arbeiten in Großbeeren. | Foto: Landkreis TF

In Großbeeren wurde der Storchenhorst auf dem fast 30 Meter hohen Schornstein am Rathaus Großbeeren verkleinert. Etwa zwei Drittel des Nestes mussten aus Sicherheitsgründen Schicht um Schicht vorsichtig abgetragen werden.

Die Aktion organisierten die engagierten Storchenbetreuer Christa Henkel und Stephan Parsiegla am 4. März zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und der Firma mateco.

Storchenpaar sammelte kuriose Nistmaterialien und schlimme Fallen

Dabei entpuppte sich das lokale Storchenpaar als Sammler äußerst kurioser Nistmaterialien. Im Inneren fanden sich, neben dem üblichen Erd-Reisig-Gemisch, 19 Arbeitshandschuhe und eine Herrenunterhose.

Leider waren auch Unmengen an Plastikmüll und Bindegarn dabei. Vor allem letzteres wird immer wieder zur tödlichen Falle für junge Störche und gehört deshalb nicht in die Landschaft.

Arbeitshandschuhe und Unterhose | Foto: Landkreis TF Kurioses Baumaterial ...
Müll | Foto: Landkreis TF ... und böse Fallen
Arbeiten am Storchenhorst Jänickendorf | Foto: Landkreis TF

Den vorläufigen Abschluss bildete eine Storchenmastsanierung in Jänickendorf, Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Die Störche brüten dort seit den 1980er-Jahren auf dem Grundstück der Familie Röhrig, zunächst auf einem Obstbaum, später dann auf einem Leitungsmast.

Die E.DIS AG tauschte am 21. März den mittlerweile maroden Holzmast gegen eine stabile Betonvariante aus. Die Untere Naturschutzbehörde steuerte eine neue Nistunterlage aus Metall bei.

Die UNB dankt allen Helfern ganz herzlich! Nun können die Störche kommen ... 

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