Zahnpflege für die Jüngsten

Zahnmedizinischer Dienst des Gesundheitsamtes rät und unterstützt - Präventionsprogramm "Kita mit Biss"
Datum: 11.07.2017

Und täglich grüßt die Zahnbürste

Jeden Morgen und jeden Abend die gleiche Diskussion ums Zähneputzen. Wer selbst Elternteil ist, kann davon sicher ein Lied singen. Die lieben Kleinen wollen einfach nicht Zähne putzen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Kinder bereits im Kleinkindalter ans tägliche Zähneputzen zu gewöhnen. Daran arbeiten u. a. die Mitarbeiterinnen des Zahnärztlichen Dienstes im Gesundheitsamt. In Kitas werden regelmäßig die einzelnen Gruppen besucht, um schon den Kleinsten beizubringen, wie die schönen weißen Zähne auch stark und gesund bleiben.

Verhütung von Zahnerkrankungen durch Gruppenprophylaxe

Diese Zähne entstanden bei einer Präventionsveranstaltung | Foto: Landkreis TF

Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes gehört die regelmäßige zahnärztliche Untersuchung bei den Kindern und Jugendlichen im Landkreis, insbesondere in Kitas und Schulen.

Dadurch sollen schon frühzeitig eventuelle Zahn-, Mund- und auch Kieferkrankheiten entdeckt werden, um eine schnelle Weiterbehandlung zu empfehlen.

Diese aufsuchende Betreuung umfasst sowohl eine adäquate Aufklärung über Ernährung und Zahnpflege und Motivation zum regelmäßigen Zahnarztbesuch als auch Mundhygieneübungen und Maßnahmen zur Zahnschmelzhärtung (Fluoridierung). Die Gruppenprophylaxe ist ein Maßnahmenpaket zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

In jedem Schuljahr besucht der Zahnärztliche Dienst mindestens einmal jede Kita und Schule im Landkreis zu zahnärztlichen Untersuchungen oder praktischen und theoretischen Prophylaxemaßnahmen. Weitere Untersuchungen und Maßnahmen erfolgen bei Bedarf zielgruppengerecht in entsprechenden zeitlichen Abständen.

Statistik

Zur Förderung der Zahngesundheit der Kinder ist die Gruppenprophylaxe nach wie vor ein wichtiger Beitrag. Auch im Schuljahr 2015/2016 konnte die flächendeckende Betreuung im Landkreis Teltow-Fläming gewährleistet werden. Die genauen Zahlen liegen dem Gesundheitsamt jetzt vor:

4.501 Kinder in Kindergärten, 7.406 Kinder in Grundschulen, 137 Kinder in den fünften und sechsten Klassen der Gymnasien, 486 Kinder aus Förderschulen und Behinderteneinrichtungen sowie 1014 Schüler und Schülerinnen der siebenten bis zehnten Klassen der Oberschulen und Gymnasien wurden im Schuljahr 2015/2016 zahnärztlich untersucht. Bei 11.655 Kindern und Jugendlichen wurde der komplette erste Prophylaxe-Impuls durchgeführt. Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Kariesrisiko erhielten einen zweiten Prophylaxe-Impuls.

Großer Behandlungsbedarf schon bei den Jüngsten

Betrachtet man den Zahnstatus bei den Dreijährigen in den Kitas genauer, fällt auf, dass bereits 12 Prozent der Kinder kariöse Zähne haben bzw. hatten. Nur gut zwei Prozent der kariösen Zähne wurden saniert und fast 10 Prozent sind noch behandlungsbedürftig.

Es fällt auf, dass es immer noch deutlich mehr behandlungsbedürftige als sanierte Zähne gibt. Auch der in der Praxis oft wahrgenommene geringere Erhaltungswert der Milchzähne kann hierfür ein Grund sein. Das ist von großer Bedeutung, da erkrankte Zähne sowohl aus kieferorthopädischer Sicht als auch hinsichtlich der Prävention problematisch sind. Nicht behandelte schlechte Milchzähne gefährden die gesunden Milchzähne und die durchbrechenden bleibenden Zähne. Hinzu kommen Beschwerden, ein sich verschlechternder Allgemeinzustand (höhere Infektanfälligkeit), Schwierigkeiten beim Essen und bei der Sprachentwicklung sowie ein geringeres psychisches Wohlbefinden.

Diagramm: Gebisszustand Dreijähriger 2015/2016 88,2 Prozent pimär gesund, 9,9 Prozent behandlungsbedürftig, 1,9 Prozent saniert | Foto: Landkreis TF Übersicht über die Verteilung des Gebisszustandes 3-Jähriger

Zahnärztliche Behandlung von Kindern schwierig

Die zahnärztliche Behandlung von kleinen Kindern gilt als äußerst schwierig und zeitraubend. Eine Mitarbeit der betreffenden Kinder kann altersentsprechend nicht vorausgesetzt werden. Vollnarkose bei Kindern kann nur die Ausnahme sein, so dass die Prophylaxe und eine adäquate Ernährung verbunden mit Zahnpflege vom ersten Zahn an die Erkrankung der Milchzähne verhindern können.

Kita mit Biss

Aus diesem Grund gibt es im Landkreis das Präventionsprogramm „Kita mit Biss“.

„Kita mit Biss“ ist ein Präventionsprogramm zur Förderung der Mundgesundheit in Kindertagesstätten und soll möglichst viele Kinder erreichen. Sie enthält ein Ernährungs- und Aufklärungsprogramm für Erzieherinnen und Erzieher und Eltern, sowie praktikable Handlungsleitlinien für den Kita-Alltag, wie ein zahngesundes Frühstück, das Anbieten von zuckerfreien Getränken, das Zähneputzen möglichst nach jeder Hauptmahlzeit und vor allem das frühzeitige Abgewöhnen der Nuckelflasche bei Kindern, die schon aus der Tasse trinken können. Mittlerweile nehmen 37 von 85 Kindertagesstätten am Projekt teil.

Ansprechpartner Gesundheitsamt

Um mehr über Zahngesundheit unserer Kinder und Jugendlichen zu erfahren, können sich Interessierte an das Gesundheitsamt wenden, Telefonnummer: 03371 608 3801. Am 17. Juli wird das Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ allen Interessierten im Ausschuss Gesundheit und Soziales vorgestellt.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Anja Terhorst
Position
Sachgebietsleiterin/Ltd. Zahnärztin
Structure
Zahnärztlicher Dienst
Room
C0.2.13
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3860
Telefax
(03371) 608-9050
Website
www.teltow-flaeming.de

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