1945: Zwischen Krieg und Frieden

Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums ab 18. November 2017 im Museum des Teltow in Wünsdorf
Datum: 08.11.2017
Was Sonderausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg
Wo

Museum des Teltow, Schulstraße 15, 15806 Zossen, OT Wünsdorf

Wann 18. November 2017 bis 25. Februar 2018, Sa und So von 13 bis 16 Uhr nd nach Vereinbarung
Eröffnung 18. November 2017, 14 Uhr
Eintritt Erwachsene: 2,00 Euro
ermäßigt: 1,50 Euro
Kinder: 0,50 Euro
Schulklassen: 0,50 Euro pro Person

Waldlager der Roten Armee in Brandenburg 1945

Fundstück: ehemaliges Wehrmachtskoppelschloss mit Sowjetstern | Foto: BDLAM

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdeckte man in Brandenburgs Wäldern bislang völlig unbekannte Funde aus der Zeit unmittelbar nach dem Kampf um Berlin.

Vielerorts finden sich Gruppen von rechteckigen Gruben, militärisch exakt entlang der Waldwege aufgereiht, oft in mehreren Reihen, zu Dutzenden oder gar Hunderten an einer Stelle. Diese Eingrabungen sind die Reste von Blockhäusern - im Russischen "semljanka" (Erdhütte oder Unterstand) genannt und nach Dienstvorschrift errichtet.

Alltagsreste und Beutestücke

In und bei diesen Unterständen liegen materielle Reste des Alltags der "Rotarmisten": militärische Ausrüstung, viele sowjetische und deutsche Abzeichen, Essgeschirre, Feldflaschen, Besteck und anderes Zubehör wie zu Lampen umfunktionierte Geschosshülsen. Individuelle Gegenstände wie Löffel oder Blechschilder tragen kyrillische Namens-Inschriften, es gibt auch Propaganda-Parolen und Kennmarken von Rotarmisten aus Kriegsgefangenschaft und Andenken aus Zwangsarbeiter-Lagern.

Das ausgeprägte Bedürfnis auch des einzelnen Soldaten, sich mit seinem Sieges-Symbol zu schmücken und es auf der Kriegsbeute anzubringen zeigen u.a. Wehrmachts-Koppelschlösser mit ausgelöschtem Hakenkreuz und darüber eingeritztem Sowjetstern und eine Vielzahl weiterer Objekte. Auffallend ist ziviles Material wie Schmuck, Uhren und sogar Wasserhähne und Fahrradteile, was die bekannten mündlich überlieferten Standard-Erzählungen dieser Zeit bestätigt.

Gegenstände als Zeitzeugen

Fundstücke: Reste von Besteck und Essgeschirr | Foto: BDLAM

Die Funde sind eindringliche Zeugnisse von Aneignung und Überwindung, konkret wie auch im übertragenen Sinn: waren doch die Soldaten über Jahre auf die Vernichtung des Nazi-Regimes vorbereitet worden. Dafür hatten sie Strapazen und Leiden auf sich nehmen müssen, wofür sich diejenigen, die lebend bis hierhergekommen waren, am Gegner wie auch der Zivilbevölkerung glaubten entschädigen zu dürfen.

In den Waldlagern wurden offenbar zurückströmende befreite Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aufgefangen, um eine geordnete Rückführung – Quellen sprechen von Repatriierung - zu organisieren

Sonderausstellung im Museum des Teltow

Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg hat zu diesem Thema eine Sonderausstellung erarbeitet, die bis 25. Februar 2018 im Wünsdorfer Museum des Teltow zu sehen sein wird. Die Eröffnungsveranstaltung findet am 18. November 2017 um 14 Uhr im Museum des Teltow statt. Interessenten sind herzlich eingeladen.

Das Haus in der Wünsdorfer Schulstraße 15 hat jeweils samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Nach telefonischer Anmeldung unter (033702) 66900 können gern auch andere Zeiten an anderen Wochentagen vereinbart werden.

Kontakt

Museum des Teltow

Name
Herr Silvio Fischer
Position
Leiter
Anschrift
Wünsdorf
Schulstraße 15
15806 Zossen
Telefon
(033702) 66900
Telefax
(033702) 66902
Website
www.museum.teltow-flaeming.de

Sprechzeiten

Sprechzeiten
Sa, So 13 bis 16 Uhr
Nach terminlicher Vereinbarung sind Führungen möglich und Besucher auch außerhalb der Öffnungszeiten willkommen!