Denkmal des Monats

Kalenderblatt Dezember 2018: Dorfkirche Blankensee
Datum: 01.12.2018

Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 denkmalgeschützte Bauten bzw. Bauensembles, bestehend aus 3500 Einzeldenkmalen, sowie mehr als 1400 bekannte Bodendenkmale. Einige von ihnen werden im jährlich erscheinenden Denkmalschutzkalender vorgestellt.

Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.

Schlicht von außen ...

Außenansicht | Foto: Landkreis TF

Von der mittelalterlichen Dorfkirche Blankensee, dem ältesten Gebäude des kleinen Ortes, sind nur noch die Ostwand des Kirchenschiffs und der Triumphbogen erhalten. Außen schlicht verputzt wurde der Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor 1706 bis 1710 auf Betreiben deren von Thümen errichtet. 1939 erfolgte die Erweiterung um einen quadratischen Westturm mit Aufsatz sowie einen schlichten Kapellenanbau.

In die westliche und östliche Wand wurden je zwei bienenkorbförmige, schlichte Fenster eingebaut. Die Südwand des Kirchenschiffs zieren zwei paarweise angeordnete rechteckige Bleiglasfenster. Mittig zu diesen Fenstern befindet sich eine rundbogenförmige, hölzerne Pforte mit einer darüber angebrachten Laterne. An der nördlichen Wand befindet sich ein doppelflügeliges, hölzernes Tor. Der Giebel der Kirche ist als Fachwerk ausgeführt, das mit orangefarbenen Ziegeln verfüllt wurde.

Der Westturm verfügt nicht wie bei anderen Kirchen in der Region über einen mittigen Zugang an der Westseite, sondern über eine rechteckige Öffnung an der südlichen Turmseite, die mit einer Holztür verschlossen ist. Am Kirchturm wurden auf Höhe des Dachfirstes des Kirchenschiffs an drei Seiten je zwei rundbogenförmige Klangarkaden eingebaut. Dahinter befinden sich drei Glocken, die in den Jahren 1408, 1412 und 1517 gegossen wurden. Der Kirchturm schließt mit Satteldach und Kreuz ab.

... wertvoll innen

Im Innenraum der Kirche befindet sich der Kanzelaltar aus Holz, der aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt und 1992 aufwändig restauriert wurde. Zum ältesten Inventar gehört zweifelsfrei der Taufstein aus Marmor aus der 1.Hälfte des 11. Jahrhunderts, der in Venedig hergestellt wurde und über die Sammlung des deutschen Schriftstellers Hermann Sudermann in die Kirche gelangte. Die Patronatsloge mit Inschrift von 1706 ist bestückt mit einem aufwändig gearbeiteten Gestühl um 1600 und mit verschiebbaren Bleiglasfenstern ausgestattet. Aus der gleichen Zeit stammt ein Sakristeischrank. Die Westempore ist mit mehreren Gemälden verziert.

Markant im Innenraum sind der Figurengrabstein für Anna von Schlabrendorff sowie zwei barocke Sandsteinepitaphe für Chr. Wilhelm von Thümen sowie Hans Christian Albrecht von Schlieben. Weitere Grabsteine und eine Ahnentafel aus bemaltem Kupfer zeugen von der langen Geschichte der Kirche.

Die funktionsfähige Orgel des Berliner Orgelbauers August Ferdinand Dinse umfasst viereinhalb Register und ist mit 270 Orgelpfeifen ausgestattet. Sie stammt als eine von mehr als 600 Orgeln der Werkstatt aus dem 19. Jahrhundert.

Bei der Restaurierung des Innenraums und des Kanzelaltars wurden 1991 mehrere Schichten alter Wandmalereien aus der Zeit der Renaissance entdeckt und wieder sichtbar gemacht. Spektakulär war 2012 die erforderliche Bekämpfung des holzzerstörenden Gemeinen Nagekäfers, bei der die gesamte Kirche luftdicht eingeschlossen werden musste.

Besichtigung möglich

Unter Regie der evangelischen Kirchengemeinde kann das Denkmal von Mai bis September sonntags zwischen 14 und 16 Uhr besichtigt werden.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Structure
Denkmalschutz
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-3608
Telefax
(03371) 608-9160
Website
www.teltow-flaeming.de

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