Naturdenkmal gefällt

„Elefantenfuß-Linde“ von Heinersdorf war trotz großer Bemühungen nicht zu retten
Datum: 26.03.2019
Das Foto macht deutlich, wie hohl die die "Elefantenfuß-Linde" von Heinersdorf war. | Foto: Alexander Haase, Baumkontrolleur und Sachkundiger für Baum-Habitatstrukturen

Ein markantes Naturdenkmal im Landkreis Teltow-Fläming ist Geschichte – die ca. 200-jährige „Elefantenfuß-Linde“ von Heinersdorf. Sie musste am 1. März 2019 gefällt werden.

Vorangegangen waren unterschiedlichste Pflegemaßnahmen, mit denen sich der Landkreis – leider vergeblich – bemüht hat, den besonderen Baum zu erhalten. Sein Zustand war schon länger fraglich. Vor allem der Hohlklang der Linde bei der Klopfprobe bereitete der Naturschutzbehörde große Sorgen.

Als letzte Pflegemaßnahme wurde eine sogenannte Fangsicherung eingebaut. Sie sollte sicherstellen, dass ein ausbrechender Stämmling nicht einfach richtungslos herunterfällt, sondern am Stamm abgleitet. Doch auch damit konnte man die „Elefantenfuß-Linde“ leider nicht retten – maximal für Sicherheit sorgen.

Baumgutachten mit alarmierenden Ergebnissen

Der Blick in den gefällten Baum unterstreicht seinen schlechten Zustand sehr deutlich. | Foto: Alexander Haase

Anfang des Jahres hat ein Baumgutachter die Restwandstärke des Stammkörpers bestimmt. Die Ergebnisse waren außerordentlich alarmierend, sofortiges Handeln angezeigt. Von der Linde ging eine akute und erhebliche Gefahr aus. Deshalb war eine sofortige Fällung leider unumgänglich.

Damit hat der Landkreis eines seiner wunderbaren Baum-Naturdenkmale verloren. Zu ihnen gehören entweder sehr alte, exotische oder ungewöhnliche Exemplare mit einer besonderen Wuchsform. Eines davon war die Linde mit dem Elefantenfuß am westlichen Ortsausgang von Heinersdorf, direkt gegenüber dem Park.

Wie der Baum zu seinem Namen kam

Die "Elefantenfuß-Linde" hatte ihren Namen wegen der ungewöhnlichen Wuchsform. | Foto: Alexander Haase

Seinen Spitznamen „Elefantenfußlinde“ hatte der Baum wegen des außergewöhnlichen Dickenzuwachses im Bereich des Stammfußes – eben wie ein Elefantenfuß. Ursache dafür ist eine fortschreitende Fäule und Zersetzung, die die Linde mit übermäßigem gesunden Holzzuwachs zu kompensieren versuchte. Das setzte sich über die Jahre bis in den oberen Stammbereich fort – ein Ausdruck des einzigartigen Überlebenswillens diese Baumes – leider ohne Erfolg. Wegen ihres außergewöhnlichen Wachstums war die Linde als Naturdenkmal ausgewiesen.

Naturdenkmale im Landkreis Teltow-Fläming

Insgesamt gibt es im Landkreis Teltow-Fläming 398 Naturdenkmale – allesamt von der Natur erzeugte Einzelobjekte, die durch ihr hohes Alter, ihre Eigenart und ihr beeindruckendes Aussehen den Landschaftsraum prägen und ihm ein Gesicht oder sogar eine eigene Identität geben. Dabei handelt es sich um

  • 242 Bäume, Baumreihen, Baumgruppen, Alleen oder Relikte natürlicher Wälder,
  • 30 Findlinge,
  • 106 Hohlformen, Quellen/Salzaustritte, Moore, Moorseen, Feuchtwiesen und natürliche Bachläufe sowie
  • 20 Erosionsrinnen, Trockentäler, Dünen, Trockenhänge, Heiden, Erdfälle und Trockenrasen.

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