Storchenkinder gerettet?

Untere Naturschutzbehörde und Feuerwehr kümmern sich um Gelege des in Stülpe überfahrenen Storches
Datum: 09.05.2019
"Gustav" bei einem seiner Spaziergänge durch Stülpe | Foto: Landkreis TF

Ob die Naturschutzbehörde Teltow-Fläming und die Feuerwehr Luckenwalde werdendes Storchenleben gerettet haben? Zugegeben, das muss sich noch zeigen … aber die Bemühungen dafür waren groß: Storch „Gustav“, der in Stülpe bereits im vorigen Jahr für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, wurde am 30. April 2019 angefahren und ist später verstorben. Um seinen Nachwuchs zu retten, hat ein Mitarbeiter der Naturschutzbehörde gemeinsam mit der Luckenwalder Feuerwehr am 2. Mai vier Eier aus dem Nest in Stülpe genommen. Zwei davon wurden unter freundlicher Beobachtung einer Anwohnerin dem Storchenpaar in Schöbendorf untergelegt. Die anderen beiden kamen in das Storchennest in der Spandauer Straße in Luckenwalde. Die bange Frage ist nun, wie sich das Wetter und damit das Nahrungsangebot für die Störche weiter entwickeln ...

Angler halfen bereits 2018

„Gustav“ war in Stülpe ein guter Bekannter. Schon Anfang Juli 2018 war er ziemlich vertraut durch den Ort spaziert und suchte sogar auf dem Schulhof nach Futter. Das wiederum war im vorigen Jahr sehr knapp: Wegen der langen Trockenheit kamen die Regenwürmer nicht an die Oberfläche, und die Frösche hatten es in den trockenen Wiesen auch nicht leicht. Deshalb bat die Naturschutzbehörde die Angler im Ort um Unterstützung. Sie fütterten „Gustav“ zusätzlich mit Fischen. Das half: Während andere Paare 2018 auf Grund der Trockenheit keinen Bruterfolg hatten, wurden in Stülpe zwei Jungstörche flügge.

Zutraulich und weit gereist

Das ist der Ring, den "Gustav" am Bein trug. | Foto: Landkreis TF

„Gustav“ trug einen Ring, den er am 9. April 2018 drei Kilometer östlich von Liebenberg im Landkreis Oberhavel erhalten hat. Eine Fensterbaufirma hatte das Tier einem Storchenfachmann übergeben, der den Vogel versorgt und beringt hat. Dabei fiel ihm eine kleine Plakette am Flügel auf. Daraus ging hervor, dass das Tier 2017 im Zoo von Łódź in Polen gepflegt worden war. Wahrscheinlich durch starke Ostwinde ist „Gustav“ dann 2018 zunächst nach Liebenwalde gelangt. Durch seinen Aufenthalt im Zoo ist er an Menschen gewöhnt – vielleicht ist ihm genau das auf den Straßen der Region zum Verhängnis geworden.

Bruterfolg auch 2019?

Am 3. Mai kam die Nachricht, dass ein zweiter Storch am Nest in Stülpe gesichtet wurde. Dort bleibt es also spannend …

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