Corona-Virus: Aktuelle Lage in TF

Kitas und Schulen in TF schließen ab Mittwoch, 18. März 2020 Tagespflegestellen bleiben geöffnet – Krisenstab nimmt Arbeit auf
Datum: 15.03.2020

Landrätin Kornelia Wehlan informiert:

Kitas und Schulen in Brandenburg schließen ab Mittwoch, 18. März 2020. Das hat die Landesregierung am 13. März 2020 beschlossen Eine Notversorgung soll gewährleistet werden.

Bereits am Freitag hat die Landrätin mit allen Bürgermeister*innen die aktuelle Lage zum Coronavirus erörtert und Maßnahmen besprochen. Am Samstagvormittag hat die Landesregierung Brandenburgs mit den Landräten und Oberbürgermeistern den dringenden Handlungsbedarf abgesteckt. Es wird in Kürze eine Weisung des Landes ergehen, wie die Schließung der Kitas und die Aussetzung des regulären Unterrichts in den bis 19. April 2020 umgesetzt werden soll. Eine Notbetreuung für Kinder von Eltern bestimmter Berufsgruppen, die für die Sicherung des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes notwendig sind und keine andere Möglichkeit der Betreuung haben, ist vorgesehen. Das betrifft z.B. medizinisches Personal, Polizei, Feuerwehr und zentrale Bereiche der Verwaltung der Kommunen sowie der Versorgung der Bevölkerung.

Landrätin Kornelia Wehlan appelliert an die Eltern „Bitte prüfen Sie alle Möglichkeiten, Ihre Kinder zuhause zu betreuen! Lassen Sie uns Zeit gewinnen! Es geht darum, die Infektionsketten zu unterbrechen und das weitere Vorgehen zu organisieren.“

Appell an Einwohner*innen, Unternehmen, Einrichtungen und Behörden

Die Landrätin appelliert an alle Unternehmen, Behörden und Einrichtungen, gemeinsam mit den Beschäftigten flexible Lösungen für diese Ausnahmesituation zu finden.

Zudem ruft sie dazu auf, alle sozialen Kontakte möglichst zu vermeiden. Sie empfiehlt, Veranstaltungen abzusagen und rechnet mit dem Verständnis und der Besonnenheit der Einwohner*innen Teltow-Flämings.

„Die Lage ändert sich stündlich“, so Wehlan. „Was gestern noch als geeignete Maßnahme erschien, wie das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern, erweist sich heute nicht mehr als ausreichend. Ich bitte Sie alle, die in unserm Landkreis leben und arbeiten: Unterschätzen Sie die Situation nicht! Achten Sie auf Ihre Nächsten, unterstützen Sie Ihre Nachbarschaft!“

Wie viele Menschen gelten offiziell im Landkreis als infiziert?

Mit Stand 15. März 2020, 15 Uhr, waren 6 Menschen registriert, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert sind. 104 Menschen gelten als Verdachtsfälle.

Welche Veranstaltungen sind verboten, damit sich das Coronavirus nicht schnell ausbreitet?

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen sind tabu. Das hat das Gesundheitsministerium am Donnerstag angewiesen und ist in einer Allgemeinverfügung des Landkreises unverzüglich umgesetzt worden. Wenn eine Veranstaltung mehr als 100 Teilnehmer*innen und weniger als 1000 hat, müssen die Kreise und kreisfreien Städte darüber entscheiden, ob sie noch stattfinden kann. Das betrifft auch private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten. „Eigentlich gibt es gerade keinen Grund zu feiern“, so Wehlan. Sie appelliert an alle Veranstalter, auch Events mit mehr als 100 Besuchern abzusagen: „Treffen Sie eine verantwortungsbewusste Entscheidung!“

Was passiert mit Menschen, die aus Risikogebieten nach TF zurückkehren?

Wer in den vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet – wie Italien – oder einem besonders betroffenen Gebiet – wie dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen – war, darf zwei Wochen lang Kitas, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser und Pflegeheime nicht betreten. Ausgenommen davon sind aber Patienten, die gerade behandelt werden und Ärzt*innen, Schwestern und Pfleger, die sich aber im Kontakt mit Patienten besonders schützen müssen.

Werden alle Schulen schließen?

Ab Mittwoch findet an Schulen vorerst bis zum Ende der Osterferien kein regulärer Unterricht statt. Dies gilt für alle Schulformen – auch für Berufsschulen. Ausgenommen sind Förderschulen für Kinder, die schwerstmehrfach behindert sind und für Kinder mit Förderbedarf „geistige Entwicklung“ – und unabhängig von der Trägerform. Das Lehr- und weiteres Personal wird in der Regel an den Schulen sein. Von dort aus werden Schüler z. B per Telefon oder E- über Unterrichtsinhalte informiert. Die entsprechenden Arbeiten müssen die Kinder von zu Hause erledigen. Berufsschülerinnen und Berufsschüler sollen nach Möglichkeit in dieser Zeit an ihren Ausbildungsstätten arbeiten.

Die Abiturprüfungen sind laut Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg nicht in Gefahr; Nachschreibetermine werden angeboten.

Der Beginn des Sommersemesters an Hochschulen wird auf den 20. April verschoben.

Was wird mit den Kitas und Tagespflegestellen?

Die Kitas werden ab 18. März bis vorerst zum Ende der Osterferien geschlossen. Tagespflegestellen können grundsätzlich geöffnet bleiben.

Wie wird die Notbetreuung organisiert?

In den Kommunen des Landkreises wird eine Notbetreuung für Kinder und Schüler*innen sichergestellt. Um dies zu organisieren, hat der Landkreis in Absprache mit den Bürgermeister*innen alle Kitas und Schulen aufgefordert, am Montag und Dienstag den Bedarf zu erfassen. „Ich bitte alle Eltern um Mithilfe“, so die Landrätin. „Melden Sie Ihren tatsächlichen Bedarf umfassend und zügig!“

Und das öffentliche Leben?

„Wir können derzeit nicht so weiterleben wie bisher“, betont die Landrätin. „Jeder trägt jetzt nicht nur Verantwortung für sich oder seine Familie, sondern auch für die Allgemeinheit!“ Viele Kulturveranstaltungen wurden bereits abgesagt oder verschoben. Einrichtungen schließen vorerst bis zum 19. April. Auch die kreiseigenen Kultur- und Sportstätten werden auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Selbstverständlich können und sollten Sie – gerade mit Ihren Kindern – an die frische Luft gehen. Meiden Sie aber auf jeden Fall Menschenansammlungen und fahren Sie Ihre Sozialkontakte auf das Minimum zurück!

Denken Sie auch beim Einkaufen an die Hygieneregeln, halten Sie Abstand zu anderen Personen und nicht zuletzt: Kaufen Sie mit Bedacht ein! Die Versorgung wird weiterhin gewährleistet sein. Hamsterkäufe sind unnötig und unsozial.

Wie geht es weiter?

Die Koordination aller erforderlichen Maßnahmen im Landkreis hat der Krisenstab vom Einsatzstab bei der Landrätin übernommen. Informationen für die Bevölkerung werden weiterhin auf www.teltow-flaeming.de/corona veröffentlicht.

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