Passen Sie auf sich auf! Bleiben Sie gesund!

Appell und Dank von Landrätin Kornelia Wehlan an die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis
Datum: 09.04.2020

Liebe Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Teltow-Fläming,

wir erleben gerade eine Zeit, die uns alle an unsere Grenzen bringt. Es sind Tage, die uns berühren und fordern, die uns Sorgen und Ängste bereiten, die uns verzweifelt, wütend – ja, und auch traurig machen.

Tage, die unser „normales“ Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt haben. Tage, die Herz und Verstand bis aufs Äußerste in Anspruch nehmen ...

Dank für großartige Leistung vieler Menschen

Deshalb bin ich sehr stolz darauf, was in unserem Landkreis gerade geleistet wird und danke dafür von ganzem Herzen. Ihnen,

  • den Ärzt*innen, Therapeut*innen und Fachkräften der Gesundheits- und Krankenpflege in den Krankenhäusern und Praxen
  • den Pflege- und Hilfskräften im stationären und ambulanten Dienst,
  • den Verkäufer*innen an den Kassen und vor den Regalen,
  • den Fachkräften in den Kitas,
  • den Busfahrer*innen hinter dem Steuer,
  • den Lehrkräften an den PCs und vor den Bildschirmen,
  • den Beschäftigten in den Behörden ...

Und ich danke Ihnen, den Familien. Für die Kinderbetreuung daheim, für das Kümmern um Eltern und Großeltern, dafür, dass Sie Geborgenheit, Zusammenhalt und Wärme bieten – wenn auch nur auf Abstand.

Aber nichts ist wichtiger in diesen Tagen, auch wenn es uns fast das Herz bricht, die Lieben nicht besuchen oder gar umarmen zu dürfen.

Aus der Situation das Beste machen

Ja, die Situation ist schwer, aber sie ist nicht hoffnungslos. Allein wenn ich sehe, wie besonnen und achtsam sich die meisten Menschen im Landkreis Teltow-Fläming verhalten.

Hier hilft man sich! Hier hört man einander zu! Hier achtet man einander!

Und das tut so gut zu sehen, wie Sie alle versuchen, aus der widrigen Situation das Beste zu machen und sich an die Regeln zu halten. Bitte tun Sie das auch in den nächsten Tagen.

Auch Ostern leider auf Abstand

Anders als in den Jahren zuvor will zu Ostern nicht so recht Freude aufkommen. Zu einem Fest, das man traditionell im Kreis der Familie feiert, tut der verordnete Abstand zu unseren Lieben noch mehr weh als sonst. Er schränkt uns ein und belastet uns.

Und wir empfinden es alle gleichermaßen schwer, die Kinder und Enkelchen, die Eltern und Großeltern, die Freunde und alle anderen Lieben nur auf Distanz spüren zu dürfen.

Aber, liebe Bürgerinnen und Bürger, die Maßnahmen sind notwendig – ja existenziell – für die Allgemeinheit und für jeden Einzelnen von uns. Abstand ist die neue Nähe – das zeugt von einem großen Verantwortungsgefühl und der Liebe zu unseren Nächsten.

Rettungsschirme sollen Not verhindern

Eingangs sagte ich es schon: In der heutigen Zeit ist fast nichts mehr wie es war – im Großen wie im Kleinen.

Die Kitas und Schulen sind im Notbetrieb, Spielplätze und Jugendeinrichtungen geschlossen, Gaststätten, kleine und auch größere Unternehmen fahren auf Null.

Dahinter stehen Schicksale. Menschen, an die ich in diesen Tagen denke und denen mein größter Respekt gilt: den Künstler*innen und Freischaffenden ohne Publikum, den Friseuren, Kosmetikern oder Boutiquen ohne Kundschaft, den vielen kleinen und größeren Betrieben, die über Nacht und völlig unverschuldet um ihre Existenz bangen müssen …

Viele Menschen sind in Kurzarbeit und stellen sich besorgte Fragen zur Zukunft. Große Rettungsschirme vom Bund und vom Land Brandenburg sind aufgespannt, um Not zu verhindern und Wirtschaft zu unterstützen. Wir haben die Programme auf unserer Internetseite veröffentlicht und bemühen uns, über unser Bürgertelefon umfassend zu informieren.

Gesundheit darf nicht vom Markt beherrscht werden

Nicht zuletzt werden dieser Tage alte Antworten hinterfragt – zu unserem Gesundheitssystem, zur gesellschaftlichen Anerkennung jener Berufsgruppen, die existenziell für uns alle sind und dafür sorgen, dass das Leben „läuft“.

Gesundheit darf nicht vom Markt beherrscht werden. Es braucht staatliche Strukturen, auch für Forschung und Entwicklung. Das leidige Thema der fehlenden Schutzausrüstung zeigt, dass Globalisierung und Regionalisierung zwei Seiten einer Medaille sind. Deshalb sind wir gut beraten, für Aufgaben des Bevölkerungsschutzes künftig eigene Produktionskapazitäten vorzuhalten.

Andere schützen

Stichwort Schutzausrüstung: Viele Menschen haben mich gefragt, wie ich zum Thema selbstgenähte Gesichtsmasken stehe. Ja, es ist richtig – sie schützen nicht davor, sich selbst anzustecken.

Aber sie verhindern, dass man möglicherweise selbst Viren weitergibt. Deshalb kann es nicht schaden, sie auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Helfen Sie sich und Ihren Familien! Auch der Landkreis hat auf seiner Internetseite eine Anleitung zum Nähen veröffentlicht.

Und fallen Sie nicht auf dubiose Hersteller herein, die mit tollen Angeboten locken und nicht halten, was sie versprechen.

Die Welt "danach" mit anderen Augen sehen

Liebe Bürgerinnen und Bürger, Vielleicht geht es Ihnen in diesen Tagen wie mir. Man denkt: Das ist ein Film! Das ist alles nicht wahr! Schon morgen kann ich meine Lieben wieder in den Arm nehmen und alles ist vorbei.

Aber danach sieht es gerade leider nicht aus. Deshalb wünsche ich Ihnen und uns allen viel Kraft, möglichst gut durch diese Krise zu kommen und die Welt danach vielleicht mit anderen Augen zu sehen.

Bis dahin gilt: Halten Sie Abstand! Und bleiben Sie gesund!

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Name
Frau Kornelia Wehlan
Structure
Landrätin
Room
A3-1-10
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1000
Telefax
(03371) 608-9000
Website
www.teltow-flaeming.de

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