"Eiche gut, alles gut"

Gemeinsame Bemühungen führten zur Rettung des imposanten Baumes in Stangenhagen
Datum: 13.07.2020
Die imposante Eiche in Stangenhagen kann gerettet werden | Foto: Landkreis TF

„Eiche gut, alles gut, kann man fast sagen", so die für die Untere Bauaufsicht und für Untere Naturschutzbehörde zuständige Beigeordnete und Dezernentin des Landkreises Teltow-Fläming, Dietlind Biesterfeld. Sie bezieht sich damit auf die aktuelle Situation um eine rund 300 Jahre alte Eiche im Trebbiner Ortsteil Stangenhagen, die Ende Februar 2020 aktuell durch eine geplante Baumfällung für einen Hausbau bedroht gewesen ist.

Problem: Standort auf Bauland

Dietlind Biesterfeld überzeugte sich vom Zustand der Eiche. | Foto: Landkreis TF

Der groß gewachsene imposante alte Baum, der die Kriterien für ein Naturdenkmal erfüllt, steht auf einem Teil eines Grundstücks in Stangenhagen, der Bauland ist.

Durch eine von der Stadt Trebbin 2006 verabschiedete Ergänzungssatzung wurde der straßennahe Bereich des Grundstücks zu Bauland erklärt, genau dort, wo die Eiche als Ende eines Grüngürtels steht, der teilweise Landschaftsschutzgebiet ist. Der hintere Bereich des Grundstücks, bis heute Wiese, blieb baurechtlich Außenbereich.

Ende Februar 2020, als die Eiche bauvorbereitend gefällt werden sollte, ließ der Bauherr aufgrund von Bürgerprotesten die Fällaktion stoppen. Damit verband er die Hoffnung, dass doch noch eine Lösung gefunden werden könnte, bei der der Baum stehenbleiben und er trotzdem bauen könnte.

Gemeinsam eine Lösung gefunden

Dietlind Biesterfeld: „Wir waren sehr froh, dass der Bauherr die von der Fällung im Februar absah und dadurch den Weg für eine andere Lösung eröffnete.

Wir haben die Chance genutzt, um mit den beteiligten Behörden und der Stadt Trebbin engagiert nach einem Weg zu suchen, der einen Erhalt des Baums ermöglicht; denn der Baum erfüllt ganz eindeutig die Kriterien für ein Naturdenkmal.

Die Eiche habe ich mir auch persönlich angesehen. Sie strahlt mit ihrem prächtigen Wuchs und ihrer mächtigen Krone die Würde eines wirklichen Naturdenkmals aus. Für mich und unsere Untere Naturschutzbehörde ist die Vorstellung schwer erträglich, dass die besonders imposante, ehrwürdige und voll vitale Eiche einem Bauwerk würde weichen müssen.

Wir entschlossen uns, die Unterschutzstellung des Baums als Naturdenkmal zu betreiben und gingen in das Verfahren zur einstweiligen Sicherung. Gleichzeitig ergaben Gespräche mit Trebbins Bürgermeister Thomas Berger, dass auch der Stadt daran sehr gelegen war, den Baum zu retten.

Die Stadt erwirkte dankenswerter Weise noch im April in der Gemeindevertretung einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung ihrer Satzung.

Anschließend haben wir uns mit Bürgermeister und Bauherrn zusammengesetzt und gemeinsam eine Verfahrensweise entwickelt, nach der die Untere Bauaufsichtsbehörde den Bau im Außenbereich genehmigen kann, ohne dass es dadurch zu einer negativen Vorbildwirkung kommt.

Voraussetzung ist, dass die Stadt die Satzungsänderung zügig weiter vorantreibt. Die Untere Naturschutzbehörde wird ihrerseits bei der aktuell zu erstellenden Novelle der Naturdenkmalliste die Stangenhagener Eiche auf die Liste der Naturdenkmale aufnehmen und hofft insoweit auf ein positives Votum des Kreistags.

Der Bauherr seinerseits hat zugesichert, das Haus im Sinne des Erhalts der Eiche umzuplanen."

Alle Beteiligten sind nun guter Hoffnung, dass die Fällgenehmigung in Kürze zurückgenommen und auch bald eine Baugenehmigung erteilt werden kann.

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