Regelungen ab dem 9. Januar 2021

Die Vierte Eindämmungsverordnung, gültig ab 9. Januar 2021,  legt die Fortsetzung des bisherigen Vorgehens fest und erweitert den Kreis der Kinder, die Anspruch auf Notbetreuung in Grundschule und Hort haben. In der Woche ab dem 18. Januar 2021 wird die Situation neu bewertet.

Weiter Distanzunterricht in den Schulen

Ab 4. Januar 2021 – und vorerst bis 22. Januar – werden alle Schülerinnen und Schüler ausschließlich im Distanzunterricht unterrichtet, das bedeutet: Lernen Zuhause unter Anleitung durch die Lehrkräfte.

Horte sind geschlossen und bieten Notbetreuung an, die Krippen, Kindergarten und Kindertagespflege im vorschulischen Bereich sind grundsätzlich geöffnet. Es sei denn, die Landkreise oder kreisfreien Städte haben diese aufgrund einer Allgemeinverfügung geschlossen und die Notbetreuung geregelt.

Diese Ausnahmen bleiben vorerst: Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen werden im Präsenzunterricht beschult, das sind die Schülerinnen und Schüler in der

  • Jahrgangsstufe 10 aller Schulformen,
  • Jahrgangsstufe 12 an Gymnasien, 13 an Gesamtschulen, beruflichen Gymnasien und Schulen des Zweiten Bildungswegs,
  • im letzten Ausbildungsjahr des jeweiligen beruflichen Bildungsgangs an beruflichen Schulen (OSZ).

Ihnen soll die Chance gegeben werden, auch einen – im Vergleich zu den Vorjahren – gleichwertigen Schulabschluss zu erreichen. Die Schulen nutzen alle unterrichtsorganisatorischen und räumlichen Optionen.

Auch die Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ bleiben geöffnet. Die Sorgeberechtigten entscheiden und informieren die Schulleitungen formlos darüber, ob ihr Kind am Präsenzunterricht in der Schule teilnimmt.

Maskenpflicht in Schulen und Horten

Alle müssen Mund-Nase-Bedeckung tragen 

Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Innen-und Außenbereich der Schule gilt für alle Schülerinnen und Schüler.

Weitere Ausnahmen sind im Einzelfall nur unter den in der Eindämmungsverordnung genannten Voraussetzungen möglich. Das betrifft: 

  • Schülerinnen und Schüler der Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt für geistige Entwicklung, für die die Schulleitungen aus pädagogischen Gründen eine Befreiung von der Tragepflicht zulassen können,
  • Schülerinnen und Schüler, die Klausuren mit einer Dauer ab 240 Minuten schreiben, sofern gewährleistet ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann,
  • die Zeiträume, in denen die Unterrichtsräume stoßweise gelüftet werden,
  • Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 im Außenbereich von Schulen (Schulhof).

Den Schülerinnen und Schülern, die ihren Mund-Nase-Schutz vergessen haben oder ihren mitgebrachten nicht mehr nutzen können, ist eine aus dem Schulsozialfonds finanzierte Mund-Nase-Bedeckung auszugeben.

Notbetreuung Klassenstufe 1 bis 4 - Ausnahmen 5 und 6

Ab 4. Januar 2021 werden alle Schülerinnen und Schüler ausschließlich im Distanzunterricht unterrichtet, das gilt auch für die Grundschulkinder der Klassen 1 bis 4. Für die Unterrichtszeit wird eine Notbetreuung organisiert von Grundschulen bzw. Schulen, die eine Primarstufe führen.

Die Notbetreuung umfasst die Unterrichtszeit der Kinder. In der Notbetreuung gewährleistet die Schule, dass die Kinder die Aufgaben bearbeiten können, die ihnen für die Zeit des Distanzunterrichts aufgegeben wurden. Die Notbetreuung kann – nach Maßgabe des Schülerverkehrs – ggf. auch schulstandortübergreifend organisiert werden.

An verlässlichen Halbtagsgrundschulen gilt, dass die Notbetreuung den Zeitraum der verlässlichen Halbtagsgrundschulen deckt (mind. sechs Zeitstunden). Es gilt jeweils, dass die Aufsicht durch die Schule bis zu 15 Minuten vor Beginn und nach Ende der Teilnahme der Kinder an der Notbetreuung umfasst. Diese Zeit soll bis auf 30 Minuten ausgedehnt werden, wenn Fahrkinder die Notbetreuung besuchen und auf Grund der Abfahrtzeiten eine Beaufsichtigung notwendig ist.

Bei der Gruppenbildung für die Notbetreuung gilt der Hygieneplan Schule. Dieser sieht u.a. vor, dass der Unterricht – soweit möglich – in festen Lerngruppen (Klassen, Kurse) durchzuführen ist, um enge Kontakte auf einen überschaubaren Personenkreis zu begrenzen. Dementsprechend

  • ist bei der Gruppenbildung auf feste Bezugspersonen mit möglichst wenig Personalwechsel zu achten,
  • sind die Gruppen gemäß den räumlichen Gegebenheiten festen Räumen zuzuordnen,
  • sollen die Gruppen grundsätzlich nur so groß sein, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann,
  • können Kinder zu definierten Betreuungsgruppen zusammengefasst werden, so dass es zur Auflösung bisheriger Gruppenstrukturen (Klassen, Jahrgang) kommen kann, wobei dies möglichst so beschränkt wird, dass nur Kinder aus Parallelklassen bzw. (in sinngemäßer Anwendung der Gruppenbildung in der Flexiblen Eingangsphase) zwei aufeinander folgenden Jahrgangsstufen zu einer Betreuungsgruppe zusammengefasst werden,
  • ist die Zusammensetzung der Gruppen und der zugewiesenen Betreuer tagaktuell zu dokumentieren (Namen der Kinder und der Betreuungszeiten, Namen der Betreuer und der Einsatzzeiten).

Da es sich bei der Notbetreuung nicht um Unterricht handelt, kann die Notbetreuung durch das sogenannte sonstige pädagogischen Personal, weiteres geeignetes Personal wie bspw. Studierende (auf Honorarbasis) oder Lehrkräfte geleistet werden.

In der Notbetreuung gewährleistet die Schule, dass die Kinder die Aufgaben bearbeiten können, die ihnen von den sie unterrichtenden Lehrkräften für die Zeit des Distanzunterrichts bzw. der Untersagung des Unterrichtsbetriebes aufgegeben werden. Im Anschluss an die Notbetreuung durch die Schule in der üblichen schulischen Zeit übernimmt der zuständige Hort die Notbetreuung.

Wer hat Anspruch auf Notbetreuung in Schule und Hort?

K

  1. Kinder, die aus Gründen der Wahrung des Kindeswohls zu betreuen sind,
  2. Kinder, deren beide Personensorgeberechtigten in den in Satz 3 genannten kritischen Infrastrukturbereichen innerhalb oder außerhalb des Landes Brandenburg beschäftigt sind, soweit eine häusliche oder sonstige individuelle oder private Betreuung nicht organisiert werden kann,
  3. ab dem 18. Januar 2021 Kinder von Alleinerziehenden, soweit eine häusliche oder sonstige individuelle oder private Betreuung nicht organisiert werden kann.

Kritische Infrastrukturbereiche sind:

  • Gesundheitsbereich, gesundheitstechnische und pharmazeutische Bereiche, stationäre und teilstationäre Erziehungshilfen, Internate, Hilfen zur Erziehung, die Eingliederungshilfe sowie die Versorgung psychisch Erkrankter,
  • Personen, die als Erzieherin oder Erzieher in der Kindertagesbetreuung oder als Lehrerin oder Lehrer in der Notbetreuung arbeiten,
  • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen in der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung,
  • Beschäftigte bei der Polizei, im Rettungsdienst, Katastrophenschutz, bei der Feuerwehr und bei der Bundeswehr sowie für die sonstige nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr,
  • Personen, die in der Rechtspflege, im Vollzugsbereich einschließlich des Justizvollzugs, des Maßregelvollzugs und in vergleichbaren Bereichen tätig sind,
  • Beschäftigte der Daseinsvorsorge für Energie, Abfall, Wasser, Öffentlicher Personennahverkehr, Informationstechnologie und Telekommunikation, die Leistungsverwaltung der Träger der Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch,
  • in der Landwirtschaft, der Ernährungswirtschaft, des Lebensmitteleinzelhandels und der Versorgungswirtschaft tätige Personen,
  • Lehrkräfte für zugelassenen Unterricht, für pädagogische Angebote und Betreuungsangebote in Schulen sowie für die Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen,
  • Beschäftigte im Bereich der Medien (einschließlich Infrastruktur bis zur Zeitungszustellung),
  • Beschäftigte in der Veterinärmedizin,
  • für die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs erforderliches Personal,
  • Reinigungsfirmen, soweit sie in kritischen Infrastrukturen tätig sind,
  • in freiwilligen Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen ehrenamtlich Tätige.

Kinder haben grundsätzlich einen Anspruch auf eine Notbetreuung, wenn eine sorgeberechtigte Person im stationären oder ambulanten medizinischen oder pflegerischen Bereich tätig ist. Dieser Anspruch besteht dann auch für Kinder der fünften und sechsten Jahrgangsstufe.

Wer prüft, ob mein Kind einen Anspruch auf Notbetreuung hat?

Zuständig für die Prüfung und Bescheidung der Anträge sind die jeweiligen Wohnortkommunen (Städte und Gemeinden sowie das Amt Dahme/Mark).
Dies gilt sowohl für die Notbetreuung in Schule als auch für die Notbetreuung im Hort.
Den Anspruch auf eine Notbetreuung aus Gründen der Wahrung des Kindeswohls prüft das Jugendamt, Sachgebiet Familienunterstützende Hilfen.

Ein Antragsformular zur Abgabe in der Wohnortkommune kann hier heruntergeladen werden:

Schulsport

Praktischer Sportunterricht findet ausschließlich im Freien statt. Ist dies witterungsbedingt nicht möglich, werden im Unterricht sporttheoretische Inhalte behandelt. Ausnahme: die Spezialschulen und Spezialklassen Sport.

Hinweise für den Distanzunterricht im Sport: Im Distanzunterricht sollen je nach Möglichkeit Inhalte aus dem Rahmenlehrplan ausgewählt werden, die von den Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ausgeführt werden können. Bei der Übungsauswahl sind die Grundsätze der Sicherheitsförderung zu beachten. Im Distanzunterricht sind die Übungsabläufe dem Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler anzupassen.

Musikunterricht

Im Musikunterricht darf nicht gesungen und es dürfen keine Blasinstrumente gespielt werden.

Schulfahrten

Schulfahrten sind weiter untersagt (§ 17 Abs. 3 Eindämmungsverordnung)

Das bislang auf den 31. Januar 2021 befristete Verbot zur Durchführung von Schulfahrten wird zunächst bis zum 28. Februar 2021 verlängert.

Kitas und sonstige vorschulische Angebote

Geöffnet bleiben Krippe, Kindergarten, Kindertagespflegestellen und sonstige Angebote im vorschulischen Bereich. Es ergeht jedoch der dringende Appell an die Eltern, die Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen.

Neu ab 9. Januar 2021: Steigt der Inzidenzwert über 300 Neuinfektionen innerhalb der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner*innen, kann gemäß Paragraph 25 der Eindämmungsverordnung der Betrieb von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen untersagt werden.

Dazu hat der Landkreis Teltow-Fläming derzeit (Stand: 14. Januar 2021) keine Veranlassung. Aktuell sind einzelne Fälle in Kitas keine Treiber des Infektionsgeschehens. Der Landkreis und die Bürgermeister*innen sowie der Amtsdirektor sind weiterhin in enger Abstimmung, um Gesundheitsschutz und Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Hortbetreuung

Ab dem 4. Januar 2021 ist die Hortbetreuung für Grundschulkinder untersagt.  Der Hort organisiert für die Kinder der ersten bis vierten Jahrgangsstufe eine Notbetreuung im Rahmen der Kindertagesbetreuung.

Das gilt für:

  • Kinder, die aus Gründen der Wahrung des Kindeswohls zu betreuen sind,
  • Kinder, deren Personensorgeberechtigten in kritischen Infrastrukturbereichen innerhalb oder außerhalb des Landes Brandenburg beschäftigt sind, soweit eine häusliche oder sonstige individuelle oder private Betreuung nicht organisiert werden kann.

Wie geht es nach dem 22. Januar 2021 weiter?

In der Woche ab dem 18. Januar 2021 soll die Situation neu bewertet und dann entschieden werden, ob es aufgrund eines deutlich gesunkenen Infektionsgeschehens Spielräume für eine Öffnung an Grundschulen für einen Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht in der Woche vor den Winterferien gibt.

Jugendarbeit, weitere Bildungsangebote

Kann die Jugendarbeit fortgeführt werden?

Präsenzangebote der Jugendarbeit für Personen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr sind untersagt.

Jugendarbeit umfasst zum Beispiel Jugendklubs oder Angebote der Kinder- und Jugenderholung. Angebote der Jugendsozialarbeit, der stationären und teilstationären Hilfen zur Erziehung und der Familienunterstützung und -beratung sind nicht betroffen. Kinder- und Jugendheime sowie Schulinternate bleiben geöffnet.

Dürfen weitere Bildungs- sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen geöffnet bleiben?

Präsenzangebote in Bildungs-, Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen insbesondere in Hochschulen, Musikschulen, Kunstschulen, Volkshochschulen, Fahr-, Flug- und Segelschulen sind nur mit jeweils bis zu fünf Schülerinnen und Schülern zulässig.

Der Gesangsunterricht und das Spielen von Blasinstrumenten ist untersagt.

In den Innenbereichen der Einrichtungen haben alle Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die Maskenpflicht gilt nicht, wenn die Eigenart der Bildungs- oder Aus-, Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme dies nicht zulässt.

Das bedeutet: Alle weiteren Bildungseinrichtungen wie Fahrschulen, Musikschulen, Kunstschulen, Volkshochschulen und andere Weiterbildungseinrichtungen für Jugendliche, Familien und Erwachsene können weiter Kurse und Unterricht anbieten. Aber es gilt aber jetzt eine Obergrenze von bis zu 5 Schüler*innen, und die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln müssen selbstverständlich weiter sichergestellt werden.

Was gilt für Musikschulen?

Der Gesangsunterricht und das Spielen von Blasinstrumenten sind untersagt.

Dürfen Fahrschulen und Flugschulen weiter unterrichten?

Fahrschulen und Pilotenschulen dürfen praktischen Unterricht erteilen.

Darf Reitunterricht stattfinden?

Reitsport wird als Individualsport gem. § 12 Abs. 2 Nr. 1 der aktuell gültigen Verordnung gewertet. Dies aber nur unter der Auflage, dass maximal zwei Haushalte (ein/e Reitlehrer*in sowie die im Einzelunterricht befindliche Person) anwesend sein dürfen. Weiterhin dürften auch Personen des eigenen Hausstandes ihre Pferde gemeinsam ausführen.
Reitunterricht oder Ausritte in Gruppen werden von der Verordnung nicht abgedeckt und sind in Brandenburg aktuell nicht möglich.

Allgemeine Regelungen

Diese Festlegungen gelten in Verbindung mit den Einschränkungen der aktuell geltendenSARS-CoV2-Eindämmungsverordnung.

Welche Hygiene- und Arbeitsschutzregelungen gelten in den Schulen?

Im Bereich der Schulen nach § 16 des Brandenburgischen Schulgesetzes und der Schulen in freier Trägerschaft sind die Regelungen zum „Infektions- und Arbeitsschutz in den Schulen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem
Corona-Virus SARS-CoV-2/COVID-19" (Ergänzung zum Hygieneplan) zu beachten:

Welche Hygiene- und Arbeitsschutzregelungen gelten in den Kitas?

Im Bereich der Kindertagesbetreuung im Sinne des Kindertagesstättengesetzes sind die Regelungen des Rahmenhygieneplanes für Kindereinrichtungen einschließlich der ergänzenden Vorgaben zum „Infektions- und Arbeitsschutz in Kindertageseinrichtungen in Brandenburg im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2/COVID-19“ zu beachten.

Darf in den Einrichtungen musiziert oder Musikunterricht angeboten werden?

Der Gesangsunterricht und das Spielen von Blasinstrumenten ist untersagt. Dies gilt für alle Kitas, Horte, Schulen und andere Bildungseinrichtungen.

Musikunterricht als Präsenzunterricht ist mit bis zu fünf Schüler*innen zulässig.

Schulfahrten

Diese sind bis zum 31. Januar 2021 untersagt.

Wann wird in Kitas und Schulen ein Attest benötigt?

Für Kita und Schule brauchen Kinder und Jugendliche kein ärztliches Attest, wenn sie einen leichten Schnupfen oder Husten ohne Fieber haben. Das Gesundheitsministerium hat klarstellende und erklärende Hinweise für Einrichtungen ergänzend zu den Kita- und Schul-Hygieneplänen erarbeitet. Das Bildungsministerium hat diese mit einem Informationsschreiben an Kitas und Schulen verschickt.

Kinder mit COVID-19-Symptomen: Kein Kita- oder Schulbesuch, Ärzt*in konsultieren!

Grundsätzlich gilt: Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben. Bei COVID-19 typischen Krankheitszeichen (u. a. trockener Husten, Fieber ≥ 38,5°C, Atembeschwerden, zeitweiser Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn, Halsschmerzen) müssen betroffene Personen der Kita bzw. der Schule fernbleiben. Die Eltern sollten eine*n Ärzt*tin konsultieren, der*die über die Indikation für einen COVID-19-Test entscheidet.

Kinder mit leichten Erkältungssymptomen ohne Fieber: Kita- oder Schulbesuch möglich

Von den COVID-19-verdächtigen Infektionen und den fieberhaften akuten Atemwegsinfektionen sind die einfachen Erkältungskrankheiten, verbunden mit einem Schnupfen oder leichtem Husten ohne Fieber oder anderen der o. g. Symptome zu unterscheiden. In diesen Fällen kann das Kind die Kita bzw. die Schule besuchen und am Unterricht teilnehmen.

Infektionsverdacht ärztlich abklären lassen!

Darüber hinaus sollten Eltern einen Arzt befragen, wenn es einen begründeten Verdacht gibt, dass das Kind an Covid-19 erkrankt sein könnte (z. B. weil ein Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Personen bestand oder das Kind bzw. der Jugendliche sich in den letzten 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat).

Nach überstandener Infektion: Kein Attest erforderlich

Bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung und leichtem Verlauf ist eine Wiederzulassung nach 14 Tagen häuslicher Isolation und mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit ohne zusätzliches ärztliches Attest möglich.

Wann darf mein Kind nicht in die Schule oder Kita gehen?

Das MBJS informierte am 6. August 2020: "Ist innerhalb einer Familie eine COVID-19-Infektion festgestellt worden, darf das Kind als Kontaktperson weder die Kita noch die Schule besuchen. Gleiches gilt, wenn das Kind innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu COVID-19 infizierten Personen hatte. Wartet ein in der Häuslichkeit lebendes Familienmitglied auf ein COVID-19-Testergebnis, weil ein Kontakt zu einer COVID-19-infizierten Person bestanden hat, kann das in dieser Häuslichkeit lebende Kind ebenfalls nicht in der Kita betreut werden oder die Schule besuchen."

Letzteres widerspricht den Richtlinien des RKI: "Wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss ebenfalls nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson, hat kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung und kann auch niemanden anstecken."

Im Zweifel gilt die Auskunft des Gesundheitsamtes Teltow-Fläming.

Was ist, wenn in der Kita oder Schule ein Corona-Fall auftritt?

Das Gesundheitsamt kann Quarantäne für Personengruppen (z. B. Schulklassen, Betreuungs- und Fachpersonal) anordnen. Wenn das Infektionsgeschehen diffus ist und Kontakte nicht klar abgegrenzt werden können, kann auch die vorübergehende Schließung einer ganzen Einrichtung erforderlich sein.

Mein Kind wurde in Quarantäne geschickt. Muss ich mich jetzt auch absondern?

Ist Ihr Kind selbst infinziert, ordnet das Gesundheitsamt in der Regel für alle im Haushalt lebenden Personen Quarantäne an.

Wenn Ihr Kind Kontaktperson der Kategorie I ist, da es in der Klasse oder Gruppe Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte, steht es unter häuslicher Quarantäne. Eltern und Geschwister aber nicht, da sie nur Kontaktpersonen einer Kontaktperson sind.

Nur bei Auftreten von Symptomen tritt eine Haushaltsquarantäne in Kraft.

Die Klasse (Gruppe) meines Kindes wurde in Verdachtsquarantäne geschickt. Wie geht es weiter?

Nach fünf Tagen Verdachtsquarantäne erfolgt eine Entscheidungstestung per Antigen-Schnelltest, nach deren Ergebnis die negativ getesteten Schüler*innen wieder zum Unterricht zugelassen werden. Der Unterricht der Klasse kann also ab Tag fünf fortgesetzt werden.

Positiv getestete Schüler werden in dreitägigen Abständen nochmals zur Wiederzulassung getestet.

Was ist mit den Lehrer*innen?

Wegen des zeitlich befristeten und anders strukturierten Kontakts werden die Lehrer nicht in die Clusterisolation einbezogen. Lehrern wird eine niedrigschwellige und symptomgerichtete Diagnostik zur Verfügung gestellt.

Positiv getestete Lehrer*innen werden in Quarantäne geschickt.

Gibt es einen Lohnersatz wegen Schul- und Kitaschließungen?

Wer wegen Schul- oder Kitaschließung die eigenen Kinder betreuen muss und nicht zur Arbeit kann, soll gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden. Dafür wird das Infektionsschutzgesetz angepasst. Eltern erhalten demnach eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro) für bis zu sechs Wochen. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

Voraussetzung dafür ist,

  • dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren zu betreuen haben, weil eine Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann,
  • dass Gleitzeit- beziehungsweise Überstundenguthaben sowie Urlaub ausgeschöpft sind.

Die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes ist Teil eines Sozialschutz-Paketes, das am 23. März vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Lohnfortzahlung wird verlängert!

Um die Eltern noch stärker zu unterstützen, wird der Anspruch auf Lohnfortzahlung nun verlängert, wenn Mütter und Väter ihre Kinder zuhause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten gehen können. Die Dauer der Lohnfortzahlung soll von sechs auf bis zu zehn Wochen für jeden Sorgeberechtigten ausgeweitet werden.

Künftig besteht damit insgesamt ein Anspruch auf bis zu 20 Wochen Entgeltfortzahlung – jeweils 10 Wochen für Mütter und 10 Wochen für Väter. Für Alleinerziehende wird der Anspruch ebenfalls auf maximal 20 Wochen verlängert. Der Maximalzeitraum von 10 beziehungsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden.

Wie werden Kinder und Personal in Kita, Hort und Schule vor einer Infektion geschützt?

Hier gelten Maskenpflicht für festgelegte Personenkreise (s. o.), Hygiene- und Schutzkonzepte.

Gibt es im Landkreis TF eine Hotline für (Corona)-gestresste Eltern und Kinder?

Zusätzliche Telefonsprechzeiten bietet die DRK-Erziehungs- und Familienberatungsstelle Luckenwalde.

Eltern, Kinder und Jugendliche können hier direkt mit einem Berater über Fragen oder über Schwierigkeiten rund um die Erziehung, Entwicklung oder über Konflikte im familiären Zusammenleben sprechen. Im telefonischen Gespräch kann gemeinsam nach Lösungen gesucht oder weitere Gesprächstermine vereinbart werden.

Zu folgenden Zeiten ist die telefonische Beratung über folgende Telefonnummer 0173 3863822 und in direktem Kontakt mit einem Berater oder einer Beraterin möglich:

 

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie
Dienstag und Donnerstag  von 14 bis 16 Uhr

Selbstverständlich ist die Erziehungs- und Familienberatungsstelle auch wie gewohnt telefonisch unter der üblichen Telefonnummer 03371 610542 oder per E-Mail unter efb.luckenwalde@drk-flaeming-spreewald.de erreichbar. Hier können auch außerhalb dieser Zeiten Anfragen oder Anmeldungen zur üblichen Beratung erfolgen. Wenn der Anrufbeantworter geschaltet ist, wird um eine Nachricht gebeten. Ein Rückrif erolgt schnellstmöglich.

Bei akuten familiären Notfällen steht Ihnen und Euch der Kinder- und Jugendnotruf unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4567809 zur Verfügung.

Stand: 12. Januar 2021. Änderungen vorbehalten.