Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern

Welche Versorgung erhalten Asylbewerber, Geduldete und andere Flüchtlinge?

Asylbewerber, Geduldete und Ausreisepflichtige erhalten in Deutschland gesundheitliche Versorgung nach § 3 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Das bedeutet, dass sie nur im Fall von akuten Schmerzen oder Erkrankungen medizinische Leistungen in Anspruch nehmen können. Alle darüber hinaus gehenden Leistungen werden nur dann vom Sozialamt gewährt, wenn es medizinische Gründe gibt, diesen Eingriff nicht aufzuschieben oder Folgeschäden drohen.

Außerdem werden einige Vorsorgeleistungen gewährt. Dazu gehören z. B. kostenlose Impfungen. Schwangeren stehen alle Vorsorgeuntersuchungen, die Entbindung und die damit einhergehende Pflege als medizinische Leistungen zu. Außerdem werden die Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen (U1 bis J1), gynäkologische Früherkennungsuntersuchungen, jährliche Krebsfrüherkennung für Frauen ab 20 Jahren und Männer ab 45 Jahren und allgemeine Gesundheitsuntersuchungen ab dem Lebensalter von 35 (zweijährlich) gewährt. Kinder können nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut geimpft werden. Erwachsene können Tetanus-, Diphterie-, Keuchhusten- und Polioimpfungen kostenlos in Anspruch nehmen.

Diese Leistungen können gegen Vorlage einer Krankenkassen-Chipkarte in Anspruch genommen werden.

Leistungsbezieher nach § 2 AsylbLG[1] (sowie Geduldete nach 48 Monaten) erhalten medizinische Leistungen in gleichem Maße wie andere Sozialhilfeempfänger. Das bedeutet, dass sie bei einer Krankenkasse versichert sind und den Arzt ohne vorherige Vorsprache beim Sozialamt mithilfe der Krankenkassen-Chipkarte in Anspruch nehmen können. Der Arzt rechnet seine erbrachten Leistungen im Nachhinein direkt mit den Trägern der Sozialhilfe ab.



[1] In der Regel Personen, die sich 15 Monate ohne wesentliche Unterbrechung in Deutschland aufgehalten haben und die Dauer des Aufenthalts nicht rechtsmissbräuchlich selbst beeinflusst haben bzw. die Kinder dieser Personen.

Geht von den Asylbewerbern eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung aus?

Die Gefahr, sich bei einem Flüchtling oder Asylbewerber mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren, ist nicht höher ist als bei einem Einwohner des Landes Brandenburg. Auch das Risiko des Importes von exotischen Infektionskrankheiten wird derzeit vom Robert-Koch-Institut als gering eingestuft.

Bringen Asylbewerber Krankheiten aus ihrer Heimat mit?

Das Robert-Koch-Institut betont, dass die Asylsuchenden eher gefährdet sind, als dass von ihnen für andere eine Gefahr ausgeht. 90 Prozent der in den Erstaufnahmestellen erkrankten Personen haben sich erst in Deutschland angesteckt.

Mit welchem Gesundheitszustand kommen die Asylbewerber nach TF?

Alle Neuankömmlinge werden grundsätzlich in den Erstaufnahmeeinrichtungen untersucht. Dort wird auch der Impfstatus geprüft und ggf. vervollständigt. Sollten ansteckende Krankheiten vorliegen, werden sie sofort medizinisch behandelt. Menschen mit ansteckenden Krankheiten werden nicht in die Landkreise verteilt.

Wie kümmert sich das Gesundheitsamt um die Asylbewerber?

Die Flüchtlinge erhalten vom Gesundheitsamt regelmäßig Angebote zur Beratung in gesundheitlichen Fragen und zur Impfprävention. Es wird zudem ein mehrsprachiger Gesundheitswegweiser für die Migranten entwickelt. 

Das Sachgebiet Hygiene- und Umweltmedizin führt hygienische Kontrollen in den Übergangswohnheimen durch (Hygienestatus, Reinigung, Trinkwasser-Untersuchungen).