Triggerwarnung: Diese Pressemitteilung behandelt Themen wie Gewalt gegen Frauen, die für einige Personen belastend sein können. Sind Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld von körperlicher oder seelischer Gewalt betroffen, finden Sie am Ende dieser Meldung wichtige Anlaufstellen und Beratungsangebote.
„Bundesweit gab es 2024 mehr als 53.000 weibliche Opfer von Sexualdelikten (+2,1 %) – knapp die Hälfte von ihnen minderjährig! Die meisten wurden Opfer sexueller Belästigung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Übergriff oder Missbrauch“. Mit diesen Worten eröffnete die Beigeordnete und Dezernentin Dietlind Biesterfeld gemeinsam mit der Integrations- und Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Romy Powils, den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November 2025.
Den Auftakt bildete eine öffentliche Fahnenhissung, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Mitglieder des Netzwerks GewalTFrei Teltow-Fläming, Vertretungen der Polizeidirektion West, Beschäftigte der Kreisverwaltung sowie Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse der Friedrich-Ludwig-Jahn-Oberschule aus Luckenwalde waren dabei.
Romy Powils und Dietlind Biesterfeld veranschaulichten die Situation in der Region und in Deutschland mit Fallzahlen zu Opfern von Gewalt. So berichtete die Dezernentin, dass es im Jahr 2024 bundesweit insgesamt 265.942 Fälle von häuslicher Gewalt gab, von denen 70,4 Frauen und Mädchen betrafen. Romy Powils ergänzte mit regionalen Fakten: „Im Landkreis Teltow-Fläming wurden 2024 insgesamt 118 Wohnungsverweisungen verzeichnet, denen häusliche Gewalt voranging. In diesem Jahr stehen wir bereits bei 123, und das Jahr ist noch nicht vorbei. Die Feiertage, an denen Frauen am gefährdetsten sind, stehen noch bevor – und das ist nur das ‚Hellfeld‘. Auch in unserem Landkreis ist ein klarer Anstieg zu verzeichnen, und auch hier wird jeden 3. Tag eine Frau oder ein Mädchen Opfer von Gewalt. Und von dem, was wir nicht wissen, wahrscheinlich mehr als eine pro Tag“.
Sie findet zudem klare Worte zur Äußerung des Bundeskanzlers über die „Töchter, die sich am Bahnhof nicht mehr sicher fühlen“. Diese Aussage, so Romy Powils, „ging […] klar gegen Männer mit Migrations- und Fluchtgeschichte. Sicher ist, dass jede Frau diese Angst kennt, alleine irgendwo im Zug zu sitzen oder im Dunkeln alleine nach Hause zu gehen, aber diese Angst kennt keine Nationalität. Diese Debatte lenkt vom eigentlichen Problem ab und ist eigens auf Abwertung und Ausgrenzung angelegt. Und klar ist, dass der gefährlichste Raum für eine Frau in Deutschland das eigene Zuhause ist, und dem kann mit Abschiebung nicht begegnet werden“, so Romy Powils.
Mit der Schweigeminute im Gedenken an die weltweiten Opfer von Femiziden wurde der erste Teil dieses Aktionstages beendet.
Im Anschluss veranstaltete das Netzwerk GewalTFrei Teltow-Fläming eine öffentliche Lesung im Rahmen der Vorlesewoche „Worte statt Wunden“ der Polizeidirektion West. Die neue Opferschutzbeauftragte der Polizeiinspektion Teltow-Fläming, Jana Ulbricht, las Auszüge aus dem Buch „Der Feind ganz nah“ von Susanne Clay. Romy Powils stellte eine Kurzgeschichte aus dem Buch „Gesichter der Gewalt vor. Auch hier waren die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse aus Luckenwalde mit dabei. „Wir bedanken uns bei der Schulklasse und den beiden Lehrerinnen für ihr Kommen und den regen Austausch mit unserem Netzwerk GewalTFrei“, so Romy Powils. Jana Ulbricht betonte, dass die Schülerinnen und Schüler nun auch als Botschafter/-innen alles neu Erfahrene in ihre Schule mitnehmen können und vor allem, dass es Unterstützung gibt, wenn man selbst oder Freunde oder Familie von häuslicher Gewalt betroffen ist. Sie und Romy Powils betonten, wie wichtig es ist, „nicht weg zu gucken!“.
Danach ging es weiter mit dem regulären Netzwerktreffen und mit einem für die Anwesenden sehr interessanten Vortrag zur Täterarbeit der Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg. Er zeigte noch einmal die Wichtigkeit und Bedeutung dieser Arbeit auf, um die Opfer besser zu schützen, machte aber auch deutlich, dass es ein schwieriger und langwieriger Prozess ist, um das Gewaltverhalten der Täter zu ändern.
Im Anschluss gab es eine Einführung der RAA (Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie) in die kollegiale Fallberatung, Hier fand ein Austausch zu einem Praxisbeispiel statt, es wurden Lösungsansätze erarbeitet und weitere Vorhaben besprochen.
Das Netzwerk GewalTFrei Teltow-Fläming setzte mit diesem Tag ein wichtiges Zeichen für den kontinuierlichen Einsatz gegen Gewalt an Frauen und stärkt die Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure. Romy Powils gibt auch hierzu eine klare Intention: „Wichtig ist, dass wir nicht weggucken, dass wir Rollenbilder und ungleiche Machtstrukturen zwischen Männern und Frauen überwinden. Dafür stehen wir hier auch als Netzwerk GewalTFrei. Woman-Life-Freedom.“
Falls Sie selbst oder eine Person in Ihrem Umfeld von Gewalt betroffen sind oder Unterstützung benötigen, finden Sie im Folgenden Beratungsstellen, die Ihnen vertraulich und kostenfrei weiterhelfen.
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
24h Hotline 116016
Beratungszeiten siehe hier:
Notruftelefon 24h
Tel.: 0151/ 517 365 75
E-Mail:
kontakt@frauenhaus-teltow-flaeming.de
WEISSER RING e. V. – Außenstelle Teltow-Fläming
Tel.: 0151-54503938
E-Mail: tf@mail.weisser-ring.de
https://teltow-flaeming-brandenburg.weisser-ring.de/
Opferhilfe Land Brandenburg e. V. -
Medizinische Soforthilfe und Vertrauliche Spurensicherung
Brandenburgisches Landesinstitut für Rechtsmedizin
https://sos-nach-vergewaltigung.de/
Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg – Gewaltprävention, Resozialisierung und Täter/-innenarbeit
Sozialatlas Teltow-Fläming
Suchmaschine für Angebote in der näheren Umgebung
Diakonisches Werk Teltow-Fläming e.V.
Frau Romy Powils
Büro für Chancengleichheit und Integration
Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte
Zimmer: B4.1.01
Landkreis Teltow-Fläming
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
03371 608 1085
03371 608 9000
romy.powils@teltow-flaeming.de
Landkreis Teltow-Fläming
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon: +49 (0)3371 608-0
Fax: +49 (0)3371 608-9000
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