Alte Grafschaft in Kloster Zinna

Die "Alte Grafschaft" in Kloster Zinna. | Foto: Landkreis TF

Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale. Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2015 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.

Das Kalenderblatt Januar widmet sich der „Alten Grafschaft“ in Kloster Zinna.

"Etablissment des Grafen Heinze"

Der eher bescheiden wirkende Barockbau in der Jüterboger Straße wurde nach 1776 errichtet. Er liegt als Dominante am Ende einer der Hauptachsen von Kloster Zinna. Die Bezeichnung „Alte Grafschaft“ erhielt das Gebäude, nachdem es auf Plänen des späten 18. Jahrhunderts als „Etablissement des Grafen Heinze“ verzeichnet wurde.

Das Gebäude

Es handelt sich um einen eingeschossigen traufständigen, verputzten Ziegelbau von sieben Achsen Breite mit einem Mansardwalmdach. Der Hauseingang liegt exakt in der Mitte und springt leicht hervor. Dieser streng symmetrisch konzipierte Aufbau folgt den für die Zeit gängigen barocken Architekturprinzipien.

Viele noch vorhandene Details aus der Erbauungszeit und späteren Jahren konnten auch nach dem zwischenzeitlichen Verfall des Hauses gerettet werden. Dazu zählt u. a. die „schwarze Küche“, in der einst über offenem Feuer gekocht wurde.

Beispiel für einen städtischen Adelssitz

Auch die Details am Gebäude sind nach der Sanierung schön anzusehen...

Sieben Gauben – zwei kamen während der Sanierung hinzu – geben dem Mansardgeschoss Tageslicht. Dort befinden sich zu Wohnzwecken ausgebaute Räume. Der seitliche Wohnhausanbau mit den hochrechteckigen Fenstern wird durch eine Doppeltür des späten 19. Jahrhunderts erschlossen. Der seitliche Wohnhausanbau mit den hochrechteckigen Fenstern wird durch eine Doppeltür des späten 19. Jahrhunderts erschlossen.

Das Gebäude der Grafschaft fällt durch seine Größe, das Mansarddach und den markanten Standort aus dem Rahmen der üblichen Bebauung des Ortes heraus. Während es sich bei den normalen Wohnhäusern um bescheidene, relativ niedrige Putzbauten mit Satteldächern handelt, steht die Grafschaft baulich zwischen anspruchsvollen kleinstädtischen Wohnbauten und Gutshäusern. So stellt sie in der Region eines der wenigen Beispiele für einen städtischen Adelssitz dar.

Denkmalgerechte Sanierung

Neben der königlichen Oberförsterei am Markt und dem Manufakturgebäude am südlichen Ortsausgang zählt das Haus zu den wichtigsten hiesigen städtebaulichen Dominanten. In den vergangenen drei Jahren wurde es denkmalgerecht und unter Verwendung ökologischer Baustoffe saniert, und ganz in der Nähe zur Flaeming-Skate entstanden Ferienwohnungen. Die hinzugekommene „Neue Remise“ steht deutlich im architektonischen Kontrast zum Altbau.

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