Park von Baruth/Mark

Der Park von Baruth - ein Gartendenkmal und zu jeder Jahreszeit schön. | Foto: Landkreis TF

Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es ca. 1000 Baudenkmale sowie über 1.400 bekannte Bodendenkmale. Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2017 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.

Das Kalenderblatt Januar 2017 widmet sich dem Baruther Park. Im Unterschied zu Denkmalen aus Stein ist ein Gartendenkmal ständigen Veränderungen unterworfen. So auch der etwa 22 Hektar große Baruther Park. Er bildet einen Teil des östlichen Stadtrands von Baruth und verläuft in nord-südlicher Richtung.

Die Geschichte

Der damalige Graf Heinrich-Friedrich Ludwig zu Solms-Baruth beauftragte kurz nach seiner zweiten Heirat 1835 den berühmten preußischen Landschaftsarchitekten Peter Josef Lenné mit der Anlage eines Landschaftsparks. Lenné verwendete dafür eine so genannte Brouillonkarte.

Der Begriff Brouillon bedeutet nichts anderes als ein Entwurf. Diese 1838 von O. Reder gezeichnete „Brouillonkarte vom hochgräflichen Baruther Schlossgarten“ erfasste das Schloss und seine nähere Umgebung. In diese Karte fügte Lenné die Gestaltungsvorschläge für die Umgestaltung des Parks ein.

Das Grundkonzept

Das Grundkonzept des Landschaftsparks hat sich bis heute bewahrt. Durch den langen, nach Osten vorstoßenden Trakt des Schlosses ist der Park in zwei Bereiche geteilt. Unweit des Schlosses waren schon damals zwei Teiche mit gestalteten Uferzonen angelegt.

Typische Gestaltungsmerkmale eines Landschaftsgartens wie etwa geschwungene Wege, die Anlage von wie natürlich wirkende Wasserflächen und weitläufige Wiesen sind nach wie vor zu erkennen. Daneben gehörten aber auch noch aus dem Barock stammende Elemente wie eine Reitbahn oder Blumenrabatte zum Solms’schen Park. Diese Elemente sind heute nicht mehr vorhanden.

Der Anlass

Der Bau der Eisenbahnlinie von Berlin nach Dresden im Jahre 1875 war vermutlich der Anlass, den Park bis an die Bahngleise im Osten zu erweitern. Für den Fürsten wurde sogar ein eigener Bahnsteig errichtet, den eine Eichenallee mit dem Schloss verband.

In den Zeiten, in denen sich die Familie zu Solms nicht in Baruth aufhielt, durfte die einheimische Bevölkerung den Park betreten und auch in der gräflichen Gärtnerei einkaufen.

Der Wettbewerb

Im Jahr 2004 lobte die Stadt Baruth im Zusammenspiel mit dem „Kulturland Brandenburg“ für die Neugestaltung der nicht mehr vorhandenen Parkbrücken einen internationalen Wettbewerb aus. Dabei wurden die beiden ersten Preise realisiert.

Das Detailfoto des Denkmals des Monats Januar zeigt die Sitzfläche der so genannten Sitzbrücke der Architekten Britta Aumüller und Tobias Hamm. Sie wurde bereits 2004 als erster Preis realisiert und ist ein gelungenes Beispiel für den qualitätsvollen Umgang mit einem lebenden, sich verändernden Denkmal.

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