Es zählt der Zusammenhalt

Nachlese zur Gemeinschaftsaktion "Solidarität in der Krise" am 9. Juli 2020 auf dem Luckenwalder Markt
Datum: 22.07.2020
Die Präsentationen unter dem Marktturm luden zur Begegnung ein - selbstverständlich unter Beachtung der Hygienevorschriften | Foto: Landkreis TF

Einsamkeit und Ängste, aber auch Entdeckungen und Chancen brachte die Zeit der pandemiebedingten Einschränkungen vielen Menschen in Teltow-Fläming. Das ist das Ergebnis von Gesprächen, die Vertreter*innen des Diakonischen Werkes Teltow-Fläming e. V., des Landkreises Teltow-Fläming und des Stadtmarketing Luckenwalde e. V. mit Besucher*innen des Luckenwalder Marktes am 9. Juli 2020 führten.

Hier ein Resümee der Beteiligten:

Einsamkeit schmerzt - Miteinander und Nähe machen die Menschen aus

Christiane Witt vertrat die Partnerschaft für Demokratie (Bundesprogramm "Demokratie leben") bei der Aktion auf dem Luckenwalder Marktplatz. Ihr Fazit:

"Die Aktion hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist miteinander im Austausch zu sein. Durch persönliche Gespräche, durch zuhören und auf die Belange des Einzelnen eingehend habe ich erfahren können, welche Probleme bewältigt werden müssen, aber auch welche positiven Erfahrungen die Menschen in der aktiven Zeit der Pandemie gemacht haben.

Als Problem wurde oft besonders von älteren Menschen dargestellt, dass sie ihre Familienangehörigen lange Zeit nicht sehen konnten. Besonders positiv wurde die Nachbarschaftshilfe bewertet. Und wenn Sie mich fragen, dann sind es doch das Miteinander und die Nähe, die uns ausmachen. Das ist für mich: Demokratie leben."

Schon gewusst? Die Partnerschaft für Demokratie/LAP unterstützt Projekte, die ein demokratisches Miteinander fördern. Antragsberechtigt sind alle gemeinnützigen Organisationen. 

Auch Dietlind Biesterfeld, Beigeordnete des Landkreises Teltow-Fläming,  berichtet von berührenden Begegnungen:

"Das Gespräch mit Menschen auf dem Markt und besonders deren Offenheit hat mich sehr beeindruckt. So erzählte uns ein älterer Herr mit Tränen in den Augen, dass er seine Tochter und seine Enkelkinder seit vier Monaten wegen der Infektionsgefahr nicht mehr gesehen hat und in wenigen Tagen seinen Geburtstag ganz alleine begehen wird."

#WeAreLocals - Regionalen Zusammenhalt fördern!

Elisabeth Thiemann leitet die Geschäftsstelle des Stadtmarketingvereins Luckenwalde:

„Wir haben bereits zu Beginn der Corona-Krise aktiv unsere Vereinsmitglieder und die Gewerbetreibenden der Luckenwalder Innenstadt zu Solidarität und Gemeinschaft aufgerufen. Mit der #WeAreYourLocals-Challenge haben wir zum Beispiel versucht, denjenigen ein Gesicht zu verleihen, die von den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus am meisten betroffen waren.

Die gemeinsame Aktion unter dem Marktturm hat gezeigt, dass auch den Luckenwalderinnen und Luckenwaldern Zusammenhalt in den letzten Wochen und Monaten besonders wichtig war. Es war sehr schön, in persönlichen Gesprächen Denkanstöße zu geben, wie regionaler Zusammenhalt in einer Stadt wie Luckenwalde funktionieren kann.“

Und die Meinung der Jugend?

Alina Kologriwaja vom Jugendforum TF resümiert:

"Während der Markttag-Aktion in Luckenwalde konnten wir mit vielen Menschen in Kontakt kommen, die einige positive Veränderungen während der Corona-Pandemie feststellen konnten. Nach einem langen Tag zeigte sich aber, dass die Erfahrungen und Bedürfnisse von Jugendlichen in unserer Umfrage gar nicht abgebildet waren. Viel zu selten wird darüber gesprochen, dass es Jugendliche auch schwer hatten während des "Shut-Downs". Rausgehen, Freunde treffen und sich mal zurückziehen war einfach nicht möglich – Freiräume sind aber Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Andererseits haben Jugendliche bestimmt auch viele positive Veränderungen bemerkt.

Die Frage ist, wie wir ihre Meinung einfangen und gleichberechtigt einfließen lassen können? Wenn man das Jugendforum fragt, müssten Jugendliche viel mehr politische Diskussionen einbezogen werden. Und warum nicht auch in ein Corona-Beratungsgremien?"

Auf dem Rad etwas für sich und für das Klima tun

Dietlind Biesterfeld und Werina Neumann, Klimaschutzkoordinatorin, freuten sich, dass viele Menschen die Zeit des Lock-downs für ausgiebige Radtouren auf der Flaeming-Skate genutzt und damit etwas für ihre Fitness und Gesundheit getan haben.

"Das Fahrrad ist wahrscheinlich aktuell das beste und zugleich klimafreundlichste Verkehrsmittel für alle täglichen Wege. Daher ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, sich noch häufiger auf das Rad zu schwingen", so Neumann.

Der Landkreis und seine Kommunen beteiligen zum dritten Mal an der internationalen Aktion STADTRADELN. Vom 5. bis 25. September 2020 lautet das Motto 'Rad statt Auto – auch in diesem Jahr!' Egal ob zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit: Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad gefahren wird, trägt zum Klimaschutz bei.

Dietlind Biesterfeld und Werina Neumann rufen auf: "Machen Sie mit beim STADTRADELN, werden Sie Teil der Verkehrswende, tun Sie etwas für sich, für andere, für Ihre Gesundheit. Melden Sie sich gerne gleich jetzt kostenlos online an!"

Krisen brauchen gelebte Partnerschaft – auch über Grenzen hinweg.

Jennifer Rupprecht, Koordinatorin der Partnerschaften des Landkreises Teltow-Fläming, präsentierte am Markttag, wie die Partnerkommunen  auf die Herausforderungen der Pandemie reagierten. 

"Das sind kommunale Partnerschaften, die dazu beigetragen haben, Mauern abzubauen – in der Realität, in den Köpfen und in den Herzen der Menschen. Diese Verbundenheit ist wichtig, denn je besser man einander versteht und achtet, umso weniger haben Vorurteile, Ignoranz und Intoleranz eine Chance. Umso mehr hat es mich das Interesse der Marktbsucher*innen gefreut.

Mit unseren Partnern halten wir trotz Pandemie engen Kontakt und tauschen uns regelmäßig aus. Schließlich ist die Corona-Krise ist ein globales Problem."

Zu den Partnerkommunen des Landkreises Teltow-Fläming gehören der Kreis Paderborn, der Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin, der Kreis Gniezno in Polen und im Rahmen einer Klimapartnerschaft die Stadt Katima Mulilo in Namibia.

Wie mit den Herausforderungen in der Coronazeit in der Klimapartnerstadt des Landkreises Katima Mulilo in Namibia umgegangen wird, zeigten die Eine-Welt-Promotorinnen Stephanie Günther und Maria Hösel.

Welche Lösungen wurden in Katima Mulilo gefunden, damit sich die Bevölkerung überall die Hände waschen kann, wie ist der Schulbesuch geregelt und mit welchen Auflagen mussten Straßenverkäufer*innen umgehen? Wie haben Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft während der Pandemie agiert? Viele Bilder, Berichte und die Ergebnisse einer Befragung der kommunalen Partner gaben Antworten auf diese Fragen.

Mit dieser Aktion wollen die Promotorinnen zeigen, wie wichtig starke Institutionen und gelebte Partnerschaften vor allem in Krisenzeiten sind und welchen wichtigen Beitrag diese zur Gestaltung einer gerechten und nachhaltigen Welt leisten.

Kontakt

Landkreis Teltow-Fläming

Structure
Öffentlichkeitsarbeit
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1024
Telefax
(03371) 608-9000
Website
www.teltow-flaeming.de

Sprechzeiten

Sprechzeiten
nur nach Terminvereinbarung und telefonisch:
Di. 9 bis 12 und
13 bis 15 Uhr
Do. 9 bis 12 und
13 bis 17.30 Uhr
Aktuelle Änderungen unter "Sprechzeiten"