30 Jahre Deutsche Einheit

Austellung im Kreishaus mit persönlichen Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern
Datum: 03.10.2020
Ausstellung Umbruch Ost | Foto: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Unter dem Motto "Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel" ist ab Montag, 5. Oktober 2020, im Kreishaus in Luckenwalde eine Ausstellung anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit zu sehen. Sie wird ergänzt um persönliche Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern der Region bzw. von Partnerkommunen Teltow-Flämings.

"Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel" erzählt vom Alltag der deutschen Einheit seit 1990. Im Zentrum der Schau stehen die Umbruchserfahrungen der Ostdeutschen. Auf den Ausstellungstafeln verlinken QR-Codes zu Zeitzeugeninterviews des NDR. Drei Ergänzungstafeln des Online-Portals Statista präsentieren die wichtigsten Zahlen und Fakten zu den Entwicklungen seit der Wiedervereinigung.

Autor der Ausstellung ist der Historiker und Publizist Dr. Stefan Wolle. Die Ausstellung kann bis Ende Oktober im Foyer des Kreishauses unter Berücksichtigung der Zugangsregelungen (Öffnungszeiten, Hygiene- und Abstandsregeln) besichtigt werden.

In einem geeinten Deutschland zu leben ...

Ergänzt wird die Ausstellung um ganz persönliche Meinungen und Eindrücke zum Jubliäum. Unter dem Motto "In einem geeinten Deutschland zu leben bedeutet für mich ... gab es einen Aufruf der Kreisverwaltung, der mit ca. 50 Wörtern ergänzt werden sollte. Beteiligt haben sich vor allem Menschen aus dem Landkreis, aber auch aus dessen Partnerkommunen. Hier einige Eindrücke:

Landrätin Kornelia Wehlan

Kornelia Wehlan beim Kiezspaziergang zur Gedenkveranstaltung 25 Jahre Mauerfall. | Foto: LK TF

"In einem geeinten Deutschland zu leben heißt für mich, zwei unterschiedliche Gesellschaftsordnungen erlebt zu haben. Das schärft den Blick – für Freiheit, Demokratie und die vielen Dinge, die sich in den vergangenen 30 Jahren positiv verändert haben, aber auch für die Unterschiede, die es nach wie vor gibt. Wir haben viel erreicht, aber auch noch eine Menge zu tun."

Vorsitzender des Kreistages Danny Eichelbaum

Portraitfoto Danny Eichelbaum | Foto: Danny Eichelbaum

"Die Vollendung der deutschen Einheit bedeutet für mich Frieden, Demokratie, Glück, Freiheit, Vielfalt, Freude und auch Dankbarkeit für die mutigen Frauen und Männer, die 1989 auf die Straße gingen, um friedlich für die Freiheit und die Wiedervereinigung zu demonstrieren. Wir leben heute in einem Rechtsstaat, der den Bürgern die Grundrechte garantiert und in einem Sozialstaat, der die Schwächeren schützt. Jeder hat das Recht, mitzubestimmen und selbst zu entscheiden, wie er sein Leben gestaltet. Das alles ist angesichts unserer Geschichte nicht selbstverständlich. Wir können stolz darauf sein, was wir in den letzten 30 Jahren gemeinsam erreicht haben. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes leben wir in einem lebens- und liebenswerten Landkreis und das macht mich persönlich sehr glücklich."

Landrat des Partnerkreises Paderborn Manfred Müller

Manfred Müller im Wandel der Zeit
| Foto: Manfred Müller

"30 Jahre Deutsche Einheit bedeuten für mich…

dass Menschen aus Lebensentwürfen wählen können. Dass Menschen daran arbeiten können, ihre beruflichen und privaten Träume zu verwirklichen.

Es ist – wie Willy Brandt es ausdrückte – zusammen gewachsen, was zusammen gehört. Noch nicht ganz, aber schon ganz gut. Mental und im Herzen können wir da bestimmt noch etwas zulegen. Aber wir sind auf einem guten Weg."

Ferdinand Flottmeier vom Verein ehemaliger Kreistagsabgeordneter zu Paderborn

Gruppenfoto bei der Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre TF in Glashütte mit Vertretern aus dem Partnerkreis Paderborn, Partnerkreis Gniezno in Polen und Teltow-Fläming | Foto: LK TF

"In einem geeinigten Deutschland zu leben, ist ein Geschenk der jüngsten Geschichte.

Zahlreiche Partnerschaften, die nach der Wiedervereinigung entstanden sind, müssen deshalb durch Austausch und Begegnung erhalten und gefördert werden. Das dient der Verständigung zwischen den Menschen der gesamten Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa."

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler aus Berlin Tempelhof-Schöneberg

Kiezspaziergang 2019 in Luckenwalde, Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler steht vor dem Partnerschaftsstein am Kreishaus Luckenwalde | Foto: LK TF

"Das Leben im vereinten Deutschland ist für uns selbstverständlich geworden. Bei allen Unterschieden, die es noch gibt, überwiegt doch der Zusammenhalt zwischen den Menschen. Die deutsche Einheit möchte ich heute auf keinen Fall missen. Die Partnerschaft zwischen Tempelhof-Schöneberg und Teltow-Fläming mit den gemeinsamen Kiezspaziergängen ist ein wunderbares Beispiel für diese Verbundenheit."

Gabriele Blazy aus Luckenwalde

Gabriele Blazy beim Besuch auf der Einheitsexpo in Potsdam | Foto: Gabriele Blazy

"In einem geeinten Deutschland zu leben, ermöglicht mir, aufgewachsen in einem „neuen“ Bundesland, nun auch interessante Menschen aus den „gebrauchten“ Ländern kennenzulernen.

Trotz verschiedener biographischer Sichtweisen gibt es ein „Wir-Gefühl“! Gemeinsam versuchen wir, das Leben hier lebenswerter zu gestalten und die Region voranzubringen."

Andreas Bleschke, Klimaschutzkoordinator

Unter Wasser in Tauchausrüstung und mit Gartenzwerg | Foto: Andreas Bleschke

„Wachposten, Patrouillenboote, Grenz-Bojen mitten auf dem Groß Glienicker See?

Wie Sie sehen, sehen Sie: nichts 

Gemeinsam Abtauchen erlaubt! Heute ist auch dieser an der damaligen innerdeutschen Grenze gelegene Klarwassersee für uns alle nutzbar – egal ob aus Ost oder West: Jede/r darf hier nun schwimmen, stand-up-paddeln, Ruderboot fahren oder mit Tauchausrüstung die (Unter-) Wasserwelt erkunden: Grenzenlose Erholung pur!“

Bettina Kratzert aus Ludwigsfelde

Teneriffa 2011, Bettina Kratzert am Fuße des Teide | Foto: Bettina Kratzert

"Als ich im September 1988 in Plauen ein Ökonomie-Studium begann, war ich noch der festen Überzeugung, nach 4 Jahren in meinen Heimatort und in den Betrieb, der mich delegiert hatte, zurückzukehren.

Doch dann kam mit dem Mauerfall im November 1989 alles anders...

Nach Beendigung des Studiums – inzwischen sprach man nicht mehr von Ökonomie, sondern von BWL – konnte ich nicht mehr in die alte Firma zurückkehren, aber dafür boten sich jetzt ganz andere Möglichkeiten. Ich denke schon, dass die Deutsche Einheit insgesamt für mich sehr viel Positives brachte. Ich lernte viele neue Menschen im geeinten Deutschland kennen – ein großer Teil davon gehört bis heute zu meinem Freundes- und Bekanntenkreis – bin seit 1995 berufstätig und konnte Länder bereisen, nach denen ich zu DDR-Zeiten wahrscheinlich nicht einmal im Atlas gesucht hätte, weil mir damals nicht bewusst war, wie wunderschön diese sind! Ich hätte vielleicht noch keinen Führerschein oder kein Auto und hätte nie erfahren, wie viel Spaß mir das Autofahren bereitet. Leider konnte ich aufgrund der Arbeitssituation nicht wieder in meinen Heimatort zurück, den ich bis heute schmerzlich vermisse.

In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet für mich Weltoffenheit, die Möglichkeit, sich seinen Wünschen, Neigungen und Fähigkeiten entsprechend beruflich zu orientieren, die Länder dieser Welt zu erkunden und freier leben zu können.“

Johann Meierhöfer, Landwirtschaftsamtsleiter Landkreis Teltow-Fläming

Landwirtschaftsamtsleiter Johann Meierhöfer | Foto: Johann Meierhöfer

"30 Jahre geeintes Deutschland. Bedeutet für mich viele neue Chancen und viele neue Erfahrungen, aber auch manch frustrierendes Erlebnis mit Menschen in Ost und West, welche die Möglichkeiten nicht zu schätzen wissen. Ich jedenfalls bin froh, die Wende erlebt zu haben und möchte in keiner anderen Zeit leben. Weiter geht’s!"

 

Niels Laag aus Ludwigsfelde

Aus der Zeit des geteilten Deutschlands (1987, Niels Laag in seiner Heimatstadt Aken/Elbe in Sachsen-Anhalt) | Foto: Niels Laag

"In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet für mich Sicherheit und Lebensqualität, gepaart mit einem gesunden Maß an Optimismus und Achtsamkeit. Ich bin dankbar für die Chance am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde/Struveshof den Prozess der Qualitätssicherung im Bildungswesen mit zu gestalten. #Ludwigsfelde. #Ein Institut, zwei Länder. #Gemeinsam. #Weltoffen. #ohne Ressentiments."

Antje Bauroth, Behinderten- und Seniorenbeauftragte Landkreis Teltow-Fläming

Portraitfoto Antje Bauroth beim Antritt als Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landkreises TF | Foto: LK TF

"In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet mir, die Freiheit zu haben, mich entscheiden zu können, wie mein Lebensweg aussehen kann. Gleichzeitig habe ich die Möglichkeit, Ideen einzubringen, wie ein Zusammenleben noch besser funktionieren kann, ohne Repressalien zu fürchten. Und ich kann endlich „West-Musik“ hören und Süßigkeiten satt haben."

Silvio Fischer, Leiter Museum des Teltow

Silvio Fischer, Leiter des Museums des Teltow seit 1992 | Foto: LK TF

"Das Leben im geeinten Deutschland heißt für mich, dass ich in den letzten 30 Jahren viele Menschen kennenlernen durfte, denen ich in einer geteilten Welt niemals begegnet wäre. Beiden Seiten eröffnet sich damit die Chance, aus den Erfahrungen und Lebenswegen anderer zu lernen.

Außerdem: Zumindest hier in Mitteleuropa gibt es weniger Waffen, die Ost und West während des Kalten Krieges aufeinander gerichtet hatten."

Maren Ruden, Vorsitzende des Behindertenbeirates Ludwigsfelde

Landtag Brandenburg, August 2020, dankbar durfte Maren Ruden die Ehrenmedaille des Landtages entgegennehmen | Foto: Maren Ruden

"In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet für mich...

…als Feministin und Christin, als Autorin und als Mensch mit Behinderung mein Leben mit all seinen Facetten frei leben zu können, mich in verschiedensten Bereichen einbringen und entfalten zu können – und dass meine Rheinfeldener Freundin und ich uns einfach besuchen können."

Felix Menzel aus Nuthe-Urstromtal

Portraitfoto Felix Menzel | Foto: Felix Menzel

„In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet mir; mich an Idealen zu messen und mich stets weiterzuentwickeln. Es bedeutet; in Freiheit und Frieden zu leben. Als ehemaliger Leistungssportler beobachte ich aber auch den Verfall eines Sportsystems und den damit verbundenen Müßiggang; Ziele aus eigener Kraft zu erarbeiten.“

Christoph Vogt

Portraitfoto Christoph Vogt | Foto: Christoph Vogt

„In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet mir, bis zum Mauerfall unerreichbare Städte und Sehenswürdigkeiten in Deutschland, in Europa, in der Welt besuchen und betrachten zu dürfen,
es bedeutet mir, in einem Staat zu leben, in dem die Worte Demokratie und Rechtsstaatlichkeit keine Fremdworte sind, es bedeutet mir, meine Meinung ohne Schere im Kopf äußern zu können – das bedeutet aber auch, Meinungen und Parteien aushalten zu lernen, die für mich schwer erträglich sind.
Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem man nicht genötigt wird, zu einer Wahl (die keine war) zu gehen, aber wo ich sicher sein kann, dass meine geheim abgegebene Stimme auch gezählt wird.

Erst an die letzte Stelle würde ich das vielfältige Angebot an Waren setzen, das durch den Beitritt zur Bundesrepublik möglich wurde, man kann auch z. B. am Samstagnachmittag noch einen Sack Zement kaufen, das wäre in der DDR ein Ding der Unmöglichkeit gewesen! Aber ich muss gestehen, manchmal nervt mich auch das Überangebot und die aggressive Werbung. Etwas mehr Bescheidenheit und sorgsamerer Umgang mit den Ressourcen täte uns allen gut.“

Sophia Ginski

18. Juli 2019, Sophia Ginski bei einem Ausflug nach Chemnitz, ehem. Karl-Marx-Stadt, am Karl-Marx-Monument
| Foto: Sophia Ginski

"In einem geeinten Deutschland zu leben, bedeutet mir die Welt. Ich kann ohne vorherigen Antrag und Strafe reisen, wohin ich möchte – deutschlandweit, europaweit, weltweit. Ich kann meine Freunde im Westen Deutschlands besuchen, die ich ohne die Wiedervereinigung nie kennengelernt hätte. Als 2000er-Kind bin ich dankbar für die 1990 wiedergewonnene Freiheit."

Dr. Georg Goes, Museumsdorfes Glashütte

Einblick in das Museumsdorf Glashütte | Foto: Dr. Georg Goes

„Das Museumsdorf Baruther Glashütte als Arbeitsplatz und Kulturort verdankt sich der Deutschen Einheit. Die Entdeckung der Denkmalsiedlung Glashütte durch einen Gewerkschafter und ihre Entwicklung durch einen Kulturverein sind große Erfolge eines gesellschaftlichen Aufbruchs ab 1990. ‚Historisches Wissen ist die beste Medizin gegen den nach wie vor verbreiteten Einheitsfrust‘, worin ich Anna Kaminsky beipflichte.“

Holger Lademann, Vorsitzender Freundeskreis Teltow-Fläming e. V., Beigeordneter i. R.

Portraitfoto Holger Lademann | Foto: Landkreis Teltow-Fläming

"In einem geeinten Deutschland zu leben, ist für mich ein Glücksfall der Geschichte. Zu meinem 40. Geburtstag 1988 hatte ich die Hoffnung in meinem Leben in einem wiedervereinten Deutschland leben zu dürfen aufgegeben. Ein Jahr später haben sich die Ereignisse überschlagen und dann ging alles sehr schell. Nach der Wiedervereinigung wurde ich vom Kreistag des Landkreises Zossen zum Beigeordneten gewählt. Es war für mich ein tolles Gefühl in den Aufbau einer neuen demokratischen Verwaltung eingebunden zu sein. Die Partnerschaftsbeziehungen zum Kreis Paderborn haben uns dabei sehr geholfen. Diese Partnerschaft hat bis heute auf vielen Ebenen bestand."

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Lokaler Aktionsplan Teltow-Fläming - Demokratie leben!

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14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1071
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Herr Thomas Haetge
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14943 Luckenwalde
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Name
Frau Jennifer Rupprecht
Position
Veranstaltungsmanagement und kommunale Partnerschaften
Structure
Öffentlichkeitsarbeit
Room
A1.1.02
Anschrift
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Telefon
(03371) 608-1005
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