Feuer und Flamme für den Erhalt der Heidekrautheiden auf ehemaligen brandenburgischen Truppenübungsplätzen

Der Landkreis Teltow-Fläming startet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Heidehof („Jüterbog-Ost“) ein bundesweites Pilotprojekt. Mit Fördermitteln der EU sowie des Naturschutzfonds Brandenburg werden ein Konzept und ein Praxisleitfaden zum Einsatz von kontrollierten Feuern auf munitionsbelasteten Heideflächen erarbeitet.

Schutzstatus

Die weitflächigen, von Heidekraut (oder Besenheide) dominierten Sandebenen sind als Naturschutzgebiet (NSG) „Heidehof-Golmberg“ ausgewiesen, das inzwischen zusätzlich in das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 eingegliedert worden ist.
Aufgrund der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt genießt das Gebiet den Schutzstatus entsprechend der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie sowie der EU-Vogelschutzrichtlinie.

Erhaltung der Heidekrautbestände

Sowohl das Land Brandenburg als auch die Bundesrepublik Deutschland haben sich zur Erhaltung eines Teils der Heidekrautbestände verpflichtet, von denen sich insbesondere im Landkreis Teltow-Fläming national bedeutsame Flächen befinden. Sie verdanken ihre Existenz in ihrer heutigen Ausprägung überwiegend dem militärischen Übungsbetrieb, wo unter anderem auch Brand zu einer regelmäßigen Verjüngung geführt hat.

Nach dem Ende der militärischen Nutzung vor ca. 20 Jahren treten die Heiden nun in die Altersphase ein und sterben ab, denn die Lebensspanne einer Heidekrautpflanze beträgt maximal 40 Jahre. Die Flächen unterliegen zudem einen steten Bewaldungsprozess, in Folge dessen viele der licht- und wärmebedürftigen Tiere und Pflanzen der Heiden mit dem Verlust ihres Lebensraumes und in der Erhaltung ihres Bestandes bedroht sind.

Pflege und Nutzung der Heide trotz Munitionsbelastung

Um die Naturschutzverpflichtungen einzulösen, müssen die Heiden dringend einer Pflege oder Nutzung zugeführt werden.

Ein entscheidendes Hemmnis ergibt sich aus der Tatsache, dass die  in Brandenburg auf mehreren Tausend Hektar vorhandenen Heidekrautheiden  häufig mit Munition oder Sprengstoffen belastet sind.

Die herkömmlichen Methoden der Heidepflege (Beweidung oder Mahd) sind daher meist nicht durchführbar, da sie ohne vorherige Oberflächenberäumung nicht zum Betreten oder Befahren freigegeben werden können. Die Finanzierung und Durchführung einer Beräumung der großflächig vorhandenen Munitionsaltlasten sind bislang nicht geklärt.

Pilotvorhaben "Kontrolliertes Brennen"

Im Rahmen des Pilotvorhabens soll das kontrollierte Brennen unter den Bedingungen der Kampfmittelbelastung erprobt werden.
Grundsätzlich ist der Feuereinsatz zur Verjüngung und Erhaltung der Heiden aus dem nordwestdeutschen Raum (z. B. Lüneburger Heide) seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert und in den letzten 20 Jahren intensiv untersucht worden. Durch die Feuereinwirkung können die überalterten und absterbenden Bestände des Heidekrautes kostengünstig und auf definierten Flächen verjüngt werden. Die Anwendung ab Herbst bis Winterende ermöglicht eine sichere Beherrschung des Feuers. Zudem sind dadurch die Schäden an Einzelindividuen der Tier- und Pflanzenwelt aufgrund der Winterruhe gering.
Unabhängig von der Jahreszeit wird das Heidekraut durch das Feuer nicht geschädigt, sondern verjüngt sich auf der Fläche rasch durch Stockausschlag und Keimung.

Überregionale und internationale Bedeutung

Die Erkenntnisse des Projektes haben für die Umsetzung von Naturschutzzielen auf Truppenübungsplätzen und den Umgang mit Feuer auf kampfmittelbelasteten Flächen einen überregionalen Bezug und sind von nationalem und internationalem Interesse. Das Projekt wird – unter Federführung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises – von erfahrenen und international führenden Experten aus Deutschland durchgeführt und von einer das Projekt begleitenden Arbeitsgruppe unterstützt.

Ein bedeutender Bestandteil ist eine breite Öffentlichkeitsarbeit, um die Akzeptanz für die Erhaltung von Offenlandlebensräumen im allgemeinen und den kontrollierten Feuereinsatz im Speziellen zu erhöhen.

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