Fragen und Antworten zur Unterbringung der Asylbewerber in TF

Wie werden Asylbewerber in TF untergebracht?

Der Gesetzgeber gibt vor, dass Asylbewerber vorrangig in Gemeinschaftsunterkünften (Übergangswohnheimen) unterzubringen sind. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Unterbringung in eigenem Wohnraum möglich. Im Landkreis Teltow-Fläming lebt der Großteil der Asylbewerber in Heimen.

In Wohnungen werden vorrangig gesundheitlich beeinträchtigte Personen oder Familien untergebracht. Das betrifft in Teltow-Fläming 170 Asylbewerber (Stand 31.03.2019), die sich in Deutschland gut eingelebt haben und vor allem in Luckenwalde und Zossen wohnen.

Wo gibt es Übergangswohnheime in TF?

Derzeit gibt es Gemeinschaftsunterkünfte

  • in Blankenfelde-Mahlow
  • in Großbeeren
  • in Jüterbog
  • in Luckenwalde
  • in Ludwigsfelde
  • in Rangsdorf

In Niedergörsdorf und Am Mellensee gibt es Verbundwohnungen.

(Stand der Angaben: 31.03-2019)

Wer betreibt ein Übergangswohnheim?

Der Landkreis Teltow-Fläming hat das Betreiben seiner Heime überwiegend an erfahrene Unternehmen übertragen. Diese beschäftigen Fachkräfte, die entsprechend ausgebildet wurden.

Als Gegenleistung erhalten die Unternehmen vertraglich vereinbarte Leistungsentgelte für eine festgelegte Anzahl von Plätzen. Zwei Standorte werden vom Landkreis selbst betrieben.

Wie werden Asylbewerber sozial betreut?

In den Übergangswohnheimen gibt es erfahrenes Personal, das die Asylbewerber sozial betreut. Es leistet Hilfe zur Selbsthilfe, unterstützt die Asylsuchenden bei Behördengängen und sorgt unter anderem dafür, dass sie sich in ihrem neuen Lebensumfeld zurechtfinden. Insbesondere die Asylbewerber sehen diese Unterstützung und den direkten Kontakt mit Menschen aus gleichen Herkunftsländern als Vorteil gegenüber der Unterbringung in Wohnungen an.

Wer sorgt für die Sicherheit der Asylbewerber und der Anwohner?

Beim Thema Sicherheit arbeiten Landkreis, Polizei und Heimbetreiber eng zusammen. Im Heim selber sorgt das Heimpersonal dafür, dass die Hausordnung eingehalten wird. In den Einrichtungen gibt es einen Wachschutz vor Ort.

Für jedes Übergangswohnheim gibt es ein Sicherheitskonzept. Kommt es zu Problemen, kann sofort gehandelt werden. Falls nötig, wird die Polizei zeitnah informiert.

Gibt es Konflikte zwischen und mit Asylbewerbern?

Die meisten Asylbewerber verhalten sich völlig unauffällig. Sie wollen vor allem Ruhe und Sicherheit, um ihr künftiges Leben wieder eigenständig organisieren zu können. Leider gibt es aber auch unter den Asylbewerbern Personen, die sich nicht an die hier geltenden gesellschaftlichen Regeln halten. Dies geschieht teilweise ganz bewusst, oftmals aber auch aus Unwissenheit. Verstöße werden entsprechend den geltenden Regelungen der deutschen Gesetzgebung geahndet. Prozentual betrachtet verüben Asylbewerber nicht mehr Straftaten als die hiesige Bevölkerung.

Der überwiegende Anteil von Problemen entsteht erfahrungsgemäß durch Konflikte zwischen den Asylbewerbern. Oftmals gibt es dafür religiöse oder gesellschaftspolitische Hintergründe. Konflikte zwischen Asylbewerbern und Anwohnern waren bisher eher die Ausnahme.

Die Erfahrungen zeigen zudem, dass bei ausreichender Betreuung und Akzeptanz im Ort ein gutes Miteinander zwischen Asylbewerbern und Anwohnern möglich ist.

Können Stadtverordnete oder Gemeindevertreter entscheiden, ob und in welcher Anzahl Asylbewerber in ihrer Kommune untergebracht werden?

Nein, dafür ist der Landkreis zuständig. Auch er kann nicht selbst entscheiden, ob er Asylbewerber unterbringt oder nicht. Dazu ist er per Gesetz verpflichtet. Ein Landkreis kann nur festlegen, wie und wo er die Unterbringung organisiert. Städte und Gemeinden sind verpflichtet, bei der Unterbringung mitzuwirken.
Ist Wohnraum vorhanden, der vom Landkreis für die Unterbringung von Asylbewerbern gemietet werden kann, ist eine Beteiligung Dritter nicht erforderlich.