Kunstausstellung im Wasserturm Zossen

Korrespondenzausstellung zur Schau in der NEUEN GALERIE

Plakat: Iris Ulbricht - Kunstausstellung (nicht barrierefrei) (Abb. Iris Ulbricht)

Eine große „Geocaching Bunker Block Party“ wird am 6. September 2025 von 9 bis 19 Uhr in der Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf veranstaltet. Zu diesem außergewöhnlichen Event werden über 2.000 Teilnehmer/-innen aus ganz Europa erwartet. Zwei Kunststationen gibt es entlang der Strecke zu entdecken – die NEUE GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming und den Wasserturm von Zossen.

In der NEUEN GALERIE läuft derzeit die Ausstellung „Fundstücke aus sowjetischer/russischer Zeit“: Fundstücke aus sowjetischer und russischer Zeit - Landkreis Teltow-Fläming. Korrespondierend  zeigt Dr. Iris Ulbricht am 6./7. und 13./14. September 2025 von 13 bis 17 Uhr im Wasserturm Zossen in der Gerichtstraße 40 A die „Bunker-Serie – Liminal Space – „Der Raum zerfällt in abstrakte Formen“.  

Bunkerserie Wünsdorf #1 (Abb. Iris Ulbricht)
Bunkerserie Wünsdorf #2 (Abb. Iris Ulbricht)

Dr. Iris Ulbricht

  • geboren 1967 in West-Berlin
  • Studium der Ingenieurwissenschaften
  • Promotion zum Dr.-Ing. Luft- und Raumfahrt
  • Arbeit in Industrie und Forschung in Berlin/Brandenburg, Brüssel und der Schweiz
  • seit 2014 Studium der klassischen Malerei in Eigenregie, insbesondere der Maltechniken der Renaissance
  • seit 2018 Ausstellungen und Dozententätigkeit
  • zahlreiche Ausstellungen in Brandenburg/Berlin und New York
  • Interesse an den Parallelen zwischen Ingenieurwissenschaft und bildender Kunst
  • lebt seit 2005 in Rangdorf und arbeitet in Werder (Havel)
  • dr-ulbricht.de
Bunkerserie Wünsdorf #3 (Abb. Iris Ulbricht)
Bunkerserie Wünsdorf #4 (Abb. Iris Ulbricht)

Motivation und Motive

„Wieso verfolgt man heutzutage, wenn man Handyfotos im Halbsekundentakt machen, in jedes Format bringen, weltweit teilen und in beliebige Multimediawelten einbinden kann, wenn ein Readymade Kunst ist und weite Teile der sogenannten Szene gegenständliche Kunst als antiquiert ansehen, einen Ansatz, der mindestens ein halbes Jahrtausend alt ist, extrem zeitintensiv und den man sich über Jahre mühevoll erarbeiten muss? Die Auflösung liegt, wie so oft in der Frage selbst. Öl- oder Temperagemälde, und so manche Zeichnung, haben die letzten Jahrhunderte mehr oder weniger unbeschadet überstanden, antike Fresken oder die ägyptischen Mumienporträts sogar Jahrtausende. Ein Handyfoto ist bereits mit der Einführung eines neuen Speichermediums – und von denen gab es in den letzten 30 Jahren bereits einige – obsolet. NFTs (Non-Fungible Tokens), die im Moment für Unsummen gehandelt werden, dürfte dieses Schicksal teilen.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich meines Erachtens absolut, Zeit und Aufwand in das, im doppelten Sinn, vielschichtige Vorhaben, das ein Gemälde ist, zu stecken, um etwas Materielles  und Nachhaltiges zu produzieren, im Idealfall etwas Kostbares.

In den letzten Jahren hat es mich immer wieder aufs Bückergelände gezogen, zum einen, weil ich den Verfall dieser grandiosen Anlage zutiefst bedauere, zum anderen, weil mich das, was so nah liegt, dass es quasi unsichtbar wird, schon immer fasziniert hat. Im gleichen Maße, in dem ich mich um die Nachhaltigkeit in meiner Kunst bemühe, interessiert mich die Vergänglichkeit der Objekte. Das Gelände hat schon mehr als einen Wandel erlebt, und im Moment befindet es sich in einem transienten Zustand, der von langsamem Verfall und Vandalismus, Graffitikunst und der Natur, die sich langsam, aber sicher vorarbeitet, geprägt ist. Die Fragilität des Raums im Schwellenzustand, des liminalen Raumes, und damit die einmalige Atmosphäre im Bild festzuhalten, zu konservieren, macht für mich einen Teil der Anziehungskraft aus. Darüber hinaus begegnet man auf dem Gelände Bildern und Situationen, die einer Traumdramaturgie entlehnt sein könnten.

Wer schon einmal versucht hat, seine Träume zu malen, versteht sicherlich den Reiz, den die Möglichkeit bietet, Traumbilder nach realem Modell malen zu können.

Der Bunker (genauer, der ehemalige Nachrichtenbunker, Rangsdorf, ПДРЦ, Hauptsendezentrum der 16. Luftarmee Wünsdorf) spielt für mich eine zentrale Rolle. Mein erster Besuch war spontan, ich war allein  und nur mit meiner Handytaschenlampe bewaffnet, die ich ausschalten musste, wenn ich ein Foto machen wollte, um dann in absoluter Dunkelheit zu stehen. Die Stille war ohrenbetäubend. Im spärlichen Lichtkegel tauchten gespenstische Relikte aus der Vergangenheit auf. Das Ganze wirkte fast immateriell, der Raum löste sich in abstrakte Formen auf.

Die Serie „Liminal space II“ basiert vollständig auf der Erfahrung dieses ersten Besuchs:

Aber es schwingt da immer noch eine ganz andere Ebene mit. Im Sommer 2021 habe ich für das große Berliner Kunstfestival „48 h Neukölln“ zum Festivalthema „Luft“ eine Bilderserie über den Kalten Krieg gemalt. Damals hätte ich nie daran gedacht, dass wir uns ein gutes halbes Jahr später in eben so einer Situation wiederfinden würden. Warum es mich um die Weihnachtszeit 2021 plötzlich drängte, eine dunkle und gespenstische Serie über unseren verlassenen russischen Bunker zu beginnen, darüber möchte ich im Moment eigentlich gar nicht wirklich nachdenken.“  Dr. Iris Ulbricht, 2022

Bunkerserie Wünsdorf #5 (Abb. Iris Ulbricht)

NEUE GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming

Gutenbergstraße 1
15806 Zossen

033702 21810
https://www.teltow-flaeming.de/neue-galerie

Öffnungszeiten

Do. bis So. 14 bis 18 Uhr, auch an Feiertagen

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Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde

Telefon: +49 (0)3371 608-0
Fax: +49 (0)3371 608-9000
www.teltow-flaeming.de

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