Teltow-Fläming-Preis 2005 verliehen

14.01.05 Pressestelle TF, Online-Redaktion

Manfred Stenzel, Ingrid Menz und Hans-Joachim Frank wurden mit dem Teltow-Fläming-Preis 2005 geehrt.

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Mit dem Teltow-Fläming-Preis 2005 wurden Hans-Joachim Frank, Ingrid Menz und Manfred Stenzel ausgezeichnet. Die Ehrungen wurden anlässlich des Neujahrsempfanges des Landkreises Teltow-Fläming am 14. Januar 2005 übergeben.
Landrat Peer Giesecke und Kreistagsvorsitzender Klaus Bochow würdigten in ihren Ansprachen die Verdienste der drei Ausgezeichneten.

Hans-Joachim Frank hat mit viel Mut und uneingeschränktem Engagement eine Kulturstätte im Landkreis Teltow-Fläming geschaffen, die ihresgleichen sucht. Mit seinen Mitstreitern vom Berliner theater 89 hatte er 1996 das ehemalige Offizierskasino auf dem Flugplatz in Altes Lager entdeckt und hier eine neue Spiel- und Theaterstätte etabliert. Das heruntergekommenen Gebäude, in dem es seinerzeit weder alle Fenster noch eine Heizung gab, wurde dank des Engagements der Gemeinde Niedergörsdorf und der Theaterleute schöner denn je und präsentiert sich heute als Kultur- und Begegnungsstätte DAS HAUS. Der Name Hans-Joachim Frank steht darüber hinaus für die erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit mit Institutionen und Einrichtungen sowie für Auftritte und Balladenabende in Kirchen, Kulturscheunen und Dorfplätzen. Er unterstützt als künstlerischer Leiter die Arbeit der Laienspielgruppe "Die Mühlengeister" und war als Gastregisseur beim Theater der Werktätigen Jüterbog tätig. Den Frauenchor "Raduga" des Gemeinschaftswerkes Niedergörsdorf bezieht er in Inszenierungen ein und leistet dadurch eine wichtige Integrationsarbeit.

Für Ingrid Menz ist ein Tag ohne Kinderlachen unvorstellbar. Als ihr schwere Krankheit ein Weiterarbeit in ihrem Beruf als Horterzieherin unmöglich machte, suchte sie einen anderen Weg, um den Jüngsten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten. 1989 gründete sie aus eigener, ehrenamtlicher Initiative eine Kindertanzgruppe für Sechs- bis Zehnjährige. Mittlerweile betreut sie seit vielen Jahren zwei Mal pro Woche die Übungsstunden ihrer Schützlinge. Bei zahlreichen Auftritten erfreut die Tanzgruppe mit selbst geschriebenen und choreographierten Musikstücken und traditionellen Tänzen aus der märkischen Heimat nicht nur die Menschen im Landkreis. Bei Festumzügen, beim Kreiserntefest, bei den Behinderten- und Skaterfesten des Landkreises, bei Bundes- und Landesgartenschauen oder bei der Grünen Woche - überall ist die Kindertanzgruppe gern gesehen.
Ingrid Menz engagierte sich mehrfach für Schüler aus Weißrussland und ist seit vielen Jahren ehrenamtliche Übungsleiterin beim SC Trebbin. Für ihre aufopferungsvolle ehrenamtliche Arbeit auf all den genannten Gebieten erhielt sie den Teltow-Fläming-Preis.

Manfred Stenzel wurde für sein künstlerisches Lebenswerk ausgezeichnet. Originalität und Erfindungsgeist, gepaar mit hohem handwerklichen Geschick - so könnten seine Arbeiten beschrieben werden. Obwohl er sich mit aktuellen Themen auseinandersetzt, erliegt er nicht der Versuchung, modisch zu sein. Vielmehr setzt er einen Qualitätsmaßstab, der seine Werke auch über ihre Schaffenszeit hinaus modern sein lässt.
Die Kreisstadt Luckenwalde ist geprägt von seinen Werken. So werden die Einwohner und Gäste durch Eingangsstelen mit Wappen und Industriesymbolen empfangen, die schon viele Jahre an ihren Plätzen stehen und an Aktualität nicht verloren haben. Prägend war auch Manfred Stenzels Einsatz bei der künstlerischen Ausgestaltung des Stadttheaters Luckenwalde. Dort wählte er sachkundig die Exponate für die kleine, dort präsentierte Bauhaus-Ausstellung aus und schuf eigene Skulpturen von besonderem Reiz.
Immer wieder nimmt Manfred Stenzel in seinen Arbeiten Bezug auf geschichtliche und aktuelle Ereignisse. Beispiele dafür sind die Bronzetafeln, die u.a. am Eingang der Hachschara-Gedenkstätte in Ahrensdorf, vor dem Theater oder auf dem Bahnhofsvorplatz in Luckenwalde stehen. Auch das Wappen im Foyer des Kreishauses und nicht zuletzt der Teltow-Fläming-Preis wurden von Manfred Stenzel geschaffen.

Der Teltow-Fläming-Preis wurde nunmehr bereits zum dritten Mal vergeben. Mit ihm werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise um den Landkreis Teltow-Fläming verdient gemacht haben. Anlass der Auszeichnung können beispielsweise soziales, kulturelles und sportliches Engagement, ehrenamtliche Arbeit in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens oder der Einsatz gegen jegliche Form von Gewalt und für ein friedliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen sein. Außerdem sollen besondere Leistungen, die der Entwicklung und dem Ansehen des Landkreises dienen, gewürdigt werden. Dies können neben sportlichen und kulturellen auch wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistungen sein.